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Sinfoniekonzert auf Gut Varrel Niedersächsische Musiktage mit Gastspiel in Stuhr

Von Marco Julius | 04.07.2019, 20:41 Uhr

In den Mittelpunkt ihres Sinfoniekonzerts auf Gut Varrel stellen die Niedersächsischen Musiktage am Donnerstag, 19. September, ab 20 Uhr Clara Schumanns Geburtstag, der sich im September zum 200. Mal jährt.

In den Mittelpunkt ihres Sinfoniekonzerts auf Gut Varrel stellen die Niedersächsischen Musiktage am Donnerstag, 19. September, ab 20 Uhr Clara Schumanns Geburtstag, der sich im September zum 200. Mal jährt. Interpreten sind Lise de la Salle am Klavier und die NDR Radiophilharmonie unter der Leitung der amerikanischtaiwanesischen Dirigentin Mei-Ann Chen.

Komponierende Frauen? Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein waren sie absolute Ausnahmeerscheinungen. Nur Komponistinnen, die von ihrem Umfeld konsequent gefördert wurden, konnten es überhaupt wagen, ihrer kreativen Leidenschaft nachzugehen. Und auch dann gehörte großer Mut dazu, sich dem strengen Urteil der Öffentlichkeit zu stellen. „Wie gern möcht ich komponieren, doch hier kann ich durchaus nicht. Ich tröste mich immer damit, dass ich ja ein Frauenzimmer bin, und die sind nicht zum Komponieren geboren.“ Dies schrieb in jungen Jahren Clara Schumann – nicht nur die überragende Pianistin ihrer Epoche, sondern auch eine der bedeutendsten Komponistinnen, geboren am 13. September 1819. Kein Geringerer als Felix Mendelssohn leitete 1835 die Uraufführung ihres Klavierkonzerts in a-Moll im Leipziger Gewandhaus; die 16-jährige Komponistin selbst spielte den Solopart.

Amerikanischen Dirigentin Mei-Ann Chen am Pult

Lise de la Salle, die junge Französin, deren glanzvolle internationale Karriere nun schon mehr als anderthalb Jahrzehnte währt, wird begleitet von der amerikanischen Dirigentin Mei-Ann Chen am Pult der NDR Radiophilharmonie. Eine der faszinierendsten jungen Komponistinnen der unmittelbaren Gegenwart ist die Isländerin Anna Thorvaldsdottir, Jahrgang 1977. Ihre Musik ist hörbar „gegenwärtig“, wirkt aber unmittelbar ansprechend und hat bei popmusikaffinen Hörern ebenso viel Erfolg wie bei Klassikfans. Hauptwerk des Abends ist die zweite Symphonie in C-Dur von Robert Schumann, eine der größten Leistungen der Romantik innerhalb der Gattung und ein besonders strahlendes und erhebendes Werk.

Vom 31. August bis 29. September geht es bei den Niedersächsischen Musiktagen an verschiednen Orten im Land um „Mut!“ – und damit um jene innere Entschlossenheit, die angesichts der Veränderungen unserer Gegenwart mehr denn je gefragt ist. Couragierte Frauen und Männer stehen im Fokus desFestivals. Zu den Künstlern der kommenden Festivalsaison gehören unter anderem Igor Levit, Alice Sara Ott, das Artemis Quartett und die Akademie für Alte Musik.