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Platz für Experimente Künstlerinnen erhalten Stipendien der Gemeinde Stuhr

Von Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 30.05.2017, 08:29 Uhr

Amina Brotz und Esra Oezen sind die neuen Stipendiatinnen in der Künstlerstätte Stuhr-Heiligenrode. Das Stipendium wollen die beiden Künstlerinnen für künstlerische Experimente nutzen.

Für Künstler sind Stipendien eine Gelegenheit, ihre künstlerischen Positionen ohne Druck weiter zu entwickeln. Die Gemeinde Stuhr vergibt für die Künstlerstätte Heiligenrode zwei Stipendien pro Jahr. Nun hat der Künstlerische Beirat die nächsten beiden Stipendiatinnen ernannt: Esra Oezen aus Wolfsburg und Amina Brotz aus Bremen dürfen jeweils zehn Monate in der Künstlerstätte leben und arbeiten.

Ein Versuch von Vergleichbarkeit

Brotz erhielt 2016 ihr Diplom im Studiengang Freie Kunst an der Hochschule für Künste in Bremen. Seit 2016 ist sie Meisterschülerin bei Prof. Heike Kati Barath. „Amina Brotz stellt in ihrer Arbeitsweise heraus, dass jegliche Art von Wahrnehmung nur einen Versuch von Vergleichbarkeit darstellt, der jedoch nur durch die jeweilige Person und ihr individuell beeinflusstes Erleben definiert wird“, teilt die Gemeinde Stuhr mir. Während ihres Aufenthaltes in Heiligenrode möchte die 1986 geborene Brotz frühere Projekte, die eine andere Form der Betrachtung und Nutzung des den Menschen umgebenden Raums zum Thema haben, aus dem städtischen in den ländlichen Raum übertragen.

Nicht auf ein Medium festgelegt

Esra Oezen, die ebenfalls ihr Diplom im Studiengang Freie Kunst gemacht hat und Meisterschülerin bei Prof. Corinna Schnitt in Braunschweig war, möchte während ihres Aufenthalts in der Künstlerstätte durch Transformation und Reproduktion von vorhandenen Materialien die Realität genauer untersuchen.

„Sie möchte die Bedeutung von Bild und Bildträger, Materialitäten von Medien, Formen und andere Aspekte, die sie unter Repetition versteht, untersuchen“, beschreibt die Gemeinde Stuhr ihr Schaffen. Bei der Umsetzung sei die ebenfalls 1986 geborene Oezen nicht auf ein Medium festgelegt, um sich nicht beim Arbeiten einzuschränken und mehr Raum für Experimente zu haben.

Brotz startet im August

Dem Künstlerischen Beirat lagen laut Mitteilung insgesamt 49 Bewerbungen zur Begutachtung vor. Neben Brotz und Oezen standen auch noch Michael Schmid und Christian Lohre unter den Finalisten für die Stipendien. Brotz wird im August in die Künstlerstätte ziehen, Oezen wird im November folgen. Für die Dauer von zehn Monaten erhalten sie jeweils ein Wohn- und Arbeitsstipendium von 1400 Euro monatlich sowie die Möglichkeit, die Wohn und Arbeitsräume der Künstlerstätte zu nutzen. Am Ende der Stipendien ist jeweils eine Abschlussausstellung in Heiligenrode geplant.