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Podiumsdiskussion zu A1 Serie tödlicher Unfälle unter der Lupe

Von Dirk Hamm | 01.07.2015, 20:38 Uhr

Der Faktor Schwerlastverkehr stand im Mittelpunkt einer Radiodiskussion zu Unfallursachen auf der A1. Die Polizei verzeichnet Erfolge mit verstärkten Kontrollen.

Das hat auch den erfahrenen Polizisten überrascht: „So eine Unfallserie, wie wir sie in diesem Jahr mit fünf Toten auf der A1 zwischen Stuhr und Wildeshausen hatten, habe ich noch nicht erlebt“, verriet Ralf Burdorf von der Autobahnpolizei Ahlhorn gestern während einer Gesprächsrunde im A1-Hotel in Groß Mackenstedt. „Was macht die A1 so gefährlich?“, lautete die Fragestellung der Diskussion, die vom Nordwestradio aufgezeichnet und am Abend gesendet wurde.

Täglich 60000 Fahrzeuge auf der A1

Eine nackte Zahl ist Ausgangspunkt der Analyse des Polizisten: 60000 Fahrzeuge seien täglich auf diesem Teil der Autobahn unterwegs, und als ab Mitte April der Verkehr einspurig an Baustellen zur Betonplattensanierung vorbeigeführt wurde, habe es „sofort Staulagen“ gegeben. Meist hätten Lastwagen, die zu schnell in das Stauende hineinfuhren, die Unfälle verursacht. Bei Befragungen habe sich herausgestellt, dass die Fernfahrer die Warnbeschilderung nicht wahrgenommen haben.

Technische Aufrüstung der Laster soll mehr Sicherheit bringen

Das Problem sieht Ralf Burdorf in der starken Ablenkung der Fahrer, die nach seiner Beobachtung über weite Strecken lesen, fernsehen oder sich dem Smartphone widmen würden. „Wir dürfen nicht alle über einen Kamm scheren“, konterte Hajo Agena vom Gesamtverband des Verkehrsgewerbes Niedersachsen. Die Unternehmen setzten zunehmend auf die Aus- und Fortbildung der Berufskraftfahrer. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit erwartet sich der Lobbyist von der ab kommendem Jahr verpflichtenden technischen Aufrüstung der Schwerlaster mit Fahrassistenzsystemen.

Die Polizei setzt auf verstärkte Geschwindigkeitskontrollen und eine bessere Absicherung der Baustellen. „Wir haben nach der Unfallserie die Polizeipräsenz auf der Autobahn erhöht. Seitdem hat es keine schweren Unfälle mehr gegeben“, berichtete Ralf Burdorf.