Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Schüler erinnern an NS-Opfer Neuer Termin für Gedenkgang zum Mahnmal Obernheide

Von Dirk Hamm | 12.11.2015, 20:46 Uhr

An die Leiden der Frauen des KZ-Außenlagers Obernheide erinnert jedes Jahr ein Gang zum dortigen Mahnmal. Schüler schlüpfen während der Gedenkfeier in die Rolle der Geschundenen.

Immer am Nachmittag des Volkstrauertages hat ein Gedenkgang vom Bahnhof in Alt-Stuhr zum Mahnmal in Obernheide in den vergangenen Jahren an die Leiden der Insassinnen des Lagers Obernheide erinnert. In diesem Jahr haben die Lise-Meitner-Schule (KGS Moordeich), die Kirchengemeinden und die Gemeinde Stuhr umdisponiert und laden nun am Buß- und Bettag, also am Mittwoch, 18. November, 10 Uhr, zu dem Gedenkspaziergang ein.

Achtklässler bereiten historischen Hintergrund auf

Bei diesem Termin soll es auch in den kommenden Jahren bleiben. Die Veranstalter erhoffen sich durch die Verlegung eine größere Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, erklärt Bürgermeister Niels Thomsen: „Mir ist in den vergangenen Jahren aufgefallen, dass immer einige Offizielle und Schüler mitgegangen sind, sich aber nur wenige Bürger beteiligt haben.“ Mit dem neuen Termin werden der Gedenkgang und die verschiedenen Veranstaltungen zum Volkstrauertag entzerrt.

Nach Angaben von Ursula Bajus, Fachbereichsleiterin an der Lise-Meitner-Schule, beteiligen sich die Neuntklässler der Haupt- und Realschulzweige sowie die Gymnasiasten aus dem zehnten Jahrgang an dem Marsch zum Mahnmal. Bereits am kommenden Montag ist im Forum der KGS laut Lehrerin Nina Bernard eine Einführung für die Schüler zu den geschichtlichen Hintergründen des Lagers Obernheide geplant. Diese haben Achtklässler aus dem Profilkurs Gesellschaftswissenschaften vorbereitet.

Obernheider Straße für zweieinhalb Stunden gesperrt

Am Tag des Gedenkgangs schlüpfen einige der Schüler am alten Bahnhof an der Blockener Straße in die Rollen der „Frauen von Obernheide“. Als Leitfaden dienen dabei Fragen wie: „Was haben die Frauen gedacht und gefühlt? Welche Ängste und Nöte hatten sie?“, erläutert Nina Bernard. In dem Außenlager des KZ Neuengamme lebten von September 1944 bis April 1945 800 deportierte jüdische Zwangsarbeiterinnen aus Ungarn und Polen unter widrigsten Bedingungen. Am Mahnmal, wo die Gedenkfeier gegen 11 Uhr beginnen wird, tragen zwei Schüler allgemeine Gedanken zu Krieg, Gewalt und Vertreibung vor. Für den Rückweg stehen Busse bereit, die die Teilnehmer zurück zur KGS beziehungsweise zum Bahnhof in Alt-Stuhr bringen.

Die Obernheider Straße wird nach Angaben der Gemeinde zur Absicherung des Gedenkgangs am Buß- und Bettag von 10 bis 12.30 Uhr zwischen der Straße Kronsbrook und der Delmenhorster Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt.