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Sechs weitere Verletzte 81-jähriger Geisterfahrer stirbt bei Unfall auf A1 bei Stuhr

Von Kai Hasse | 17.02.2019, 19:06 Uhr

Zu einem schrecklichen Unfall ist es am Sonntagnachmittag auf der A1 bei Stuhr gekommen. Ein 81-jähriger Geisterfahrer fuhr in einen mit einer Familie besetzten Wagen. Der Geisterfahrer starb, in der Familie gibt es mehrere lebensgefährlich Verletzte.

Einen tödlichen Unfall meldete die Autobahnpolizei Ahlhorn am Sonntag um 14.35: Ein 81-jähriger Geisterfahrer aus Ganderkesee war auf der A1 in den Gegenverkehr gefahren. Parallel gab es noch weitere schwere Unfälle auf der A1 und auf einer Umgehungsstraße in Stuhr-Brinkum mit mehreren Verletzten.

Nach Kenntnisstand der Polizei vom Sonntagabend fuhr der 81-Jähriger an der Anschlussstelle Groß Ippener in falscher Richtung auf die Autobahn 1 auf. Er nutzte die Auffahrt Richtung Osnabrück, bog auf ihr aber falsch ab und fuhr entgegengesetzt des Verkehrs Richtung Hamburg.

Drei Kilometer Tempo 80 in falscher Richtung

Laut Polizei hatten es mehrere Verkehrsteilnehmer noch geschafft, dem Geisterfahrer auszuweichen. Der Mann fuhr etwa drei Kilometer weit auf dem Überholfahrstreifen – aus seiner Sicht die rechte Spur. Dabei fuhr er laut Polizei etwa 80 Stundenkilometer. Dann kam es zu einem Frontalzusammenstoß mit dem VW einer Familie aus Bremen.

Bei der Kollision starb der Mann. Der Fahrer des VW, ein 44-jähriger Bremer, wurde im Auto eingeklemmt und lebensgefährlich verletzt. Auf dem Beifahrersitz befand sich eines seiner Kinder, das laut Polizei ebenfalls lebensgefährliche Verletzungen erlitt. Auf der Rücksitzbank saßen seine 38-jährige Frau und ein weiteres Kind. Die 38-Jährige wurde ebenfalls lebensgefährlich, das Kind schwer verletzt. Die drei lebensgefährlich verletzten Insassen wurden jeweils mit Rettungshubschraubern in Krankenhäuser geflogen. Das schwer verletzte Kind wurde mit einem Rettungswagen transportiert.

Die beiden kollidierten Fahrzeuge schleuderten nach dem Zusammenstoß über die Fahrbahn und blieben quer zur Fahrbahn stehen. Die Fahrbahn war komplett blockiert.

Nach dem VW folgte eine 35-jährige Bremerin in einem Seat. Sie konnte nicht mehr bremsen und fuhr gegen die querstehenden Fahrzeuge. Sie und ihr 39-jähriger Beifahrer aus dem Landkreis Oldenburg erlitten beide leichte Verletzungen. Beide wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gefahren.

Ersthelfer waren sofort vor Ort

Das nächste Fahrzeug vor Ort war ein Streifenwagen der Autobahnpolizei Ahlhorn. Die Beamten sicherten die Unfallstelle ab, verständigten die Rettungsdienste und leisteten mit mehreren Verkehrsteilnehmern Erste Hilfe. Die Einsatzkräfte lobten im Nachhinein insbesondere die hinzugekommenen Ersthelfer.

Im weiteren Verlauf wurde die Autobahn 1 in Fahrtrichtung Osnabrück ab dem Dreieck Stuhr voll gesperrt. Diese Sperrung wurde später von der Straßen- und Autobahnmeisterei Wildeshausen übernommen.

An allen Fahrzeugen entstand wirtschaftlicher Totalschaden, den die Polizei insgesamt auf 25.000 Euro schätzte. Am Rettungseinsatz war die Ortsfeuerwehr Groß Mackenstedt mit vier Fahrzeugen und 29 Einsatzkräften beteiligt. Zudem wurden drei Rettungshubschrauber, vier Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug eingesetzt. Am Abend erklärte die Autobahnpolizei Ahlhorn, dass die Sperrung wegen Unfallaufnahme, Bergung der Fahrzeuge und Reinigung der Fahrbahn noch bis 21 Uhr andauern würde.

Parallel ereigneten sich zwei weitere schwere Unfälle: Zwischen Hemelingen und Mahndorf gab es gegen 15 Uhr einen schweren Unfall auf der A1 mit zwei beteiligten Fahrzeugen, weshalb die Fahrbahn hier bis 17.30 Uhr gesperrt war. Außerdem gab es einen schweren Unfall auf der Ausweichstrecke parallel zur A1.

Weiterer Unfall auf Umgehungsstraße B51

Ebenfalls gegen 15 Uhr waren in Stuhr-Brinkum zwei Fahrzeuge auf der Kreuzung von B51 und Diepholzer Straße zusammengeprallt, wie die Feuerwehr Brinkum am Abend meldete. Vier Personen waren verletzt, zwei davon nach Angaben von Feuerwehr-Sprecher Matthias Thom schwer. Ein Hund war ebenfalls in einem Kofferraum eines Unfallfahrzeuges. Er wurde von einer Bekannten abgeholt. Die Verletzten wurden durch Rettungswagen aus Weyhe und Bremen in umliegende Krankenhäuser gebracht. 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr waren im Einsatz. Die Kreuzung musste für eine Stunde gesperrt werden. Die Schnelleinsatzgruppe des DRK Brinkum half bei der Absicherung, weil viele Feuerwehr-Kräfte bereits bei dem Unfall auf der A1 gebunden waren, so Thom.