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Sechsjährige besucht die Feuerwehr Anna und der Mensch unter der Schutzmaske

Von Dirk Hamm | 13.11.2018, 07:25 Uhr

Das hautnahe Erleben eines Feuerwehreinsatzes hat der sechsjährigen Anna lange Panik bereitet. Bei einem Besuch im Feuerwehrhaus in Brinkum ist die Angst verflogen.

Jetzt kann die kleine Anna wieder lächeln, auch wenn sie ein Martinshorn hört und ein Feuerwehrauto vorbeifahren sieht. Das war eine Zeit lang völlig anders. Denn die Sechsjährige hatte vor einem Jahr in Hamburg zu Hause bei ihrem Vater Schlimmes erlebt: Ein Feuerwehreinsatz riss sie aus dem Tiefschlaf, in der Küche war ein Feuer ausgebrochen. Das Blaulichtgewitter, der Lärm der Martinshörner und aus der Perspektive des Mädchens bedrohlich erscheinende Gestalten mit Atemschutzmasken, die sie nach draußen brachten, lösten bei der Kleinen Panik aus.

Exklusive Führung im Feuerwehrhaus

Nach einem Besuch bei der Ortsfeuerwehr Brinkum ist die Angst verflogen, freudestrahlend posierte Anna mit Feuerwehrhelm in einem der Fahrzeuge. Brandschutzerzieher Marc Drews führte sie durch das Feuerwehrhaus, zeigte ihr die Gerätschaften und zog in ihrem Beisein eine Atemschutzmaske an. Jetzt weiß Anna, dass unter der schweren Montur ein ganz normaler Mensch steckt. Den Kontakt der jungen Hamburgerin und ihrer Mutter Katharina zu der Ortsfeuerwehr hatte Annas Oma hergestellt, die in Stuhr wohnt.

Überrascht von der Verunsicherung

Von der tiefen Verunsicherung, die ein so dramatischer Feuerwehreinsatz in Annas Alter auslösen kann, seien die Stuhrer Brandbekämpfer überrascht gewesen, sagt der stellvertretende Stuhrer Gemeindefeuerwehrsprecher Matthias Thom: „Wir bekommen ja nicht mit, wenn der Einsatz beendet ist, wie es den Menschen danach geht. Für uns steht im Vordergrund, dass wir die Aufgabe erfolgreich gelöst haben.“

Lehren für künftige Einsätze

Zu der Brandschutzerziehung, die Marc Drews in Brinkum leistet, gehöre es auch, Grundschüler im Feuerwehrhaus mit der Ausrüstung und Montur der Wehr vertraut zu machen. Annas Angst nach der Brandnacht in Hamburg hat die Feuerwehrleute jedoch nachdenklich gemacht, berichtet Thom. Drews, im Hauptberuf bei der Bremer Feuerwehr tätig, habe daraus eine wichtige Erkenntnis mitgenommen: Es ist ratsam, nach einem Einsatz mit Atemschutzgerät so lange bei den Betroffenen zu bleiben, bis die Schutzmaske abgenommen werden kann.