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Sozialpädagogen im Ausstand Auch Stuhrer Jugendtreffs bestreikt

Von Dirk Hamm | 01.06.2015, 21:11 Uhr

Neben den Erzieherinnen in den Kitas sind auch die Sozialarbeiter der Gemeinde Stuhr überwiegend in den Streik getreten. Sie sehen sich im öffentlichen Dienst benachteiligt.

Auch die überwiegende Mehrheit der 15 von der Gemeinde Stuhr beschäftigten Sozialarbeiter befindet sich in diesen Tagen im Streik. Eine Tatsache, die nach Meinung der Sozialpädagogen, die in den Jugendtreffs, in der Ganztagsbetreuung und als Streetworker tätig sind, nicht genügend Beachtung findet. „Sozialpädagogen leisten für die Gesellschaft so wertvolle Aufgaben“, betont etwa Kirsten Nietzold vom Jugendtreff Haus am Wall in Brinkum.

Dieses ist zurzeit ebenso wie der Jugendtreff No Moor in Moordeich geschlossen. Nach Auskunft von Hans Schüler, Leiter des Teams Jugendarbeit der Gemeinde, sind zudem die Angebote in der Schulsozialarbeit und die Tätigkeit der Streetworker streikbedingt stark eingeschränkt. Mehrere AGs in der Ganztagsbetreuung sind infolge des Streiks ausgefallen.

Die Arbeitsniederlegung ist für Kirsten Nietzold, die im Haus am Wall im Ganztags-Freizeitbereich wirkt, ein zweischneidiges Schwert. „Für uns ist es hart, dass die Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen unterbrochen ist. Wir haben das Gefühl, dass der Tarifkonflikt auf dem Rücken der Kinder ausgetragen wird“, räumt die Moordeicherin ein.

„Wenigsten Stellen in Vollzeit ausgeschrieben“

Andererseits sei der Streik notwendig, um auf die Benachteiligung ihres Berufsstands aufmerksam zu machen: „Sozialpädagogen sind im Vergleich zu anderen akademischen Berufen im öffentlichen Dienst, etwa in den Bauverwaltungen oder in den Wirtschaftsabteilungen, finanziell deutlich benachteiligt. Dieses Problem wird noch verstärkt durch die Tatsache, dass die wenigsten Stellen in Vollzeit ausgeschrieben werden.“ Dazu komme, dass viele Sozialpädagogen keine unbefristeten Verträge besäßen. Das immerhin sei in Stuhr anders, findet Kirsten Nietzold zugleich lobende Worte für ihren Arbeitgeber.