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Stolperstein für Verkehrsprojekt Stuhrer Politik hält an Verlängerung von Linie 8 fest

Von Dirk Hamm | 13.09.2016, 22:50 Uhr

Die Verlängerung der Straßenbahnlinie 8 vom Roland-Center in Huchting über Stuhr bis Weyhe ist eines der Dauerthemen in der Stuhrer Ratspolitik. Der Verein „Besser“ fordert eine generelle Neuorientierung der Planungen, die eine Streckenführung über die vorhandene Schienentrasse der Eisenbahngesellschaft BTE über Stuhrer und Weyher Gebiet vorsieht.

Und verspürt dabei durch das starke Abschneiden bei der Kommunalwahl am Sonntag – „Besser“ erzielte einen Stimmenzuwachs um 3,7 auf 9,8 Prozent – nach den Worten von Fraktionsmitglied Joachim Döpkens „Rückenwind“. Kurz zuvor war die „Besser“-Fraktion noch im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt mit dem Antrag gescheitert, alternative Streckenführungen zu prüfen.

Richter haben Planfeststellungsbeschluss gekippt

Anlass für den Antrag war ein jüngst ergangenes Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg. Die Richter hatten den Planfeststellungsbeschluss der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr für die Verlängerung der Linie 8 aus dem Jahr 2013 aus formellen Gründen gekippt.

„Besser“ steht im Stuhrer Rat allein

Für alle im Stuhrer Rat vertretenen Fraktionen außer „Besser“ rüttelt das Urteil jedoch keineswegs an der Unterstützung der Ausbaupläne. Das gilt für CDU-Fraktionschef Frank Schröder auch nach der Kommunalwahl: „Wir stehen ohne Wenn und Aber zu dem Projekt.“ Angesichts der häufig verstopften Autobahn sei die Straßenbahn für die Berufspendler als Alternative unverzichtbar, erklärte SPD-Ratsherr Rolf Meyer.

Verein „Aktiv“ sieht sich bestärkt

Monika Kannowski, Vorsitzende der die Verlängerungspläne bekämpfenden Bürgerinitiative „Aktiv“, sieht mit dem Gerichtsbeschluss „eine Schlacht gewonnen, aber noch nicht den Krieg“. Gegen die Ausbaupläne spreche, dass die geplante Straßenbahntrasse auf einer Nebenstrecke verlaufe, quer zu den Hauptverkehrsachsen B75 und B6.

„Zahlen sind schöngerechnet“

Die Stichhaltigkeit des Gutachtens über die zu erwartenden Fahrgastzahlen, das von den Planern des Vorhabens ins Feld geführt wird, zweifelt Kannowski an: „Es handelt sich um ein Gefälligkeitsgutachten, die Zahlen sind schöngerechnet worden.“