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Suppenküche für Bedürftige Partnerstadt Sigulda dankt Stuhrern für Hilfe

Von Dirk Hamm | 22.11.2016, 15:22 Uhr

In Stuhrs lettischer Partnerstadt Sigulda sind 75 meist ältere sozial schwache Einwohner auf die Unterstützung durch eine Suppenküche angewiesen, um über den Winter zu kommen. Dies berichtete der Bürgermeister Siguldas, Ugis Mitrevics, am Dienstag bei einem Treffen mit seinem Stuhrer Amtskollegen Niels Thomsen.

Finanziert wird die Suppenküche seit inzwischen acht Jahren durch Spendengelder Stuhrer Bürger. Und so kam Mitrovics nicht mit leeren Händen zu seinem ersten Besuch – abgesehen von einem zweistündigen Zwischenstopp vor ein paar Jahren – in der Partnergemeinde: Zum Dank für das Stuhrer Engagement überreichte Mitrovics Niels Thomsen eine Dankesurkunde der Stadt Sigulda. Diese Auszeichnung ist laut Mitrevics auf Vorschlag Siguldaer Bürger anlässlich des lettischen Unabhängigkeitstags vom Stadtrat beschlossen worden.

Wirtschaftskrise bedeutete schweren Einschnitt

Mitrevics sprach die „sehr schwierige Zeit“ an, die seine Kommune nach der Wirtschaftskrise 2009/10 habe durchmachen müssen. Die Einbrüche im Stadthaushalt seien so groß gewesen, dass für die Suppenküche kein Geld aufgebracht werden konnte. Die Hilfe aus den Reihen der Stuhrer sei in dieser Situation „sehr wichtig“ gewesen. Rund 700 der aktuell 18.300 Einwohner Siguldas lebten von weniger als 240 Euro im Monat.

Rund 3000 Euro hatten Stuhrer im vergangenen Jahr laut Edgar Wöltje vom Förderkreis Stuhr-Sigulda für den Unterhalt der Suppenküche gespendet. Zuwendungen werden auch weiterhin benötigt, denn auch in diesem Winter, beginnend am 6. Dezember, soll das soziale Angebot einkommensschwachen Menschen in der lettischen Partnerstadt helfen. Nach Angaben Mitrevics‘ ist vor allem für ältere alleinstehende sowie behinderte und an das Haus gebundene Einwohner die zweimal in der Woche ausgegebene warme Mahlzeit unverzichtbar.

Erkundungstour durch die Partnergemeinde

„Very beautiful“, also „sehr schön“ – so beschrieb der Gast am Dienstag seinen ersten Eindruck von Stuhr. Zusammen mit Niels Thomsen begab er sich nach dem Gespräch im Rathaus auf eine mehrstündige Tour durch die Gemeinde, um sich ein Bild von den Gewerbegebieten, Schulen und kulturellen Veranstaltungsorten zu verschaffen.

Als die Partnerschaft zwischen Stuhr und Sigulda 1989 geschlossen wurde, war Lettland noch Teil der Sowjetunion. Seit er 1991 zum ersten Mal in Sigulda gewesen sei, habe sich dort viel zum Positiven verändert und sei viel für die Infrastruktur getan worden, sagte Edgar Wöltje, der im Dienst der Gemeinde Stuhr lange Jahre für die Partnerschaften zuständig war. Nach dem Schock der Krise von 2009 gehe es wieder aufwärts in seiner Stadt, berichtete Ugis Mitrevics. So sei die Arbeitslosenquote in diesem Jahr auf 5,3 Prozent gesunken.