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„Tag der Regionen“ Zu Besuch in der Klostermühle Heiligenrode

Von Alexander Schnackenburg | 04.10.2015, 18:18 Uhr

In Heiligenrode wird kein Mehl mehr gemahlen. Und dennoch hat die Mühle noch heute einiges zu bieten.

Zum Klappern fehlt der Klostermühle Heiligenrode heute das Schrot. Und doch war sie gestern wieder einmal der unumstrittene Star. Beim „Tag der Regionen“, zu dem allein in Stuhr 17 Veranstaltungsorte die Türe geöffnet hatten, zog die Mühle insbesondere am frühen Vormittag, unmittelbar nach Ende der Erntedank-Gottesdienste in den Kirchen das technisch interessierte Publikum in ihren Bann.

Mächtige Räder

Zahlreiche mächtige Räder, verbunden durch entsprechend kräftige Riemen, kreisen bis unters Dach der Mühle, allesamt getrieben allein vom großen Mühlrad im Klosterbach. „Natürlich könnte sie noch Mehl erzeugen“, strich Rudolf Franke, Mitglied der Mühlen-Gemeinschaft, die das Bauwerk aus dem Jahr 1843 in Schuss hält, den Sonderstatus der Klostermühle heraus.

Doch auch wenn die Mühle nicht mehr mahlen dürfe, lasse die Gemeinde die Energie, welche das technische Denkmal aus dem Klosterbach gewinne, nicht einfach verpuffen. Die Heiligenroder nutzten sie, um Wasser zu erhitzen, das wiederum zum Heizen der Nachbarhäuser diene.

Ästhetik der Mechanik

Gestern indes stand weniger die Energieeffizienz der Klostermühle im Vordergrund als die Ästhetik ihrer Mechanik: „Wir wollen den Menschen, vor allem den Kindern zeigen, wie eine Mühle arbeitet“, erklärte Franke. Denn moderne Mühlen dürfe man entweder gar nicht besichtigen oder könne aufgrund von Schutzwänden kaum etwas erkennen. In diesem Punkt unterscheidet sich die Klostermühle erheblich von der modernen „Konkurrenz“: In ihrem Innern ruckelt und zuckt es wie in einer alten Uhr – allerdings größer.