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Trotz Bedenken wegen Naturschutz In Moordeich wird neues Gewerbegebiet entwickelt

Von Dirk Hamm | 05.04.2019, 22:32 Uhr

An der Delmenhorster Straße in Moordeich soll ein neues Gewerbegebiet entwickelt werden. Naturschutzbedenken wurden überstimmt.

In Moordeich könnten künftig neue Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Der Stuhrer Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit für den Bebauungsplanentwurf „Gewerbegebiet Birkenweg“ und die dazu notwendige Änderung des Flächennutzungsplans gestimmt. FDP und „Besser“ enthielten sich. Stimmt auch der Verwaltungsausschuss zu, wird der Entwurf offengelegt. Die letzte Entscheidung liegt beim Rat.

Unmittelbare Nähe zum Moor

Die Gemeinde Stuhr beabsichtigt, in Moordeich auf einer vier Hektar großen Fläche zwischen Delmenhorster Straße und Birkenweg ein Gewerbe- und Mischgebiet zu entwickeln. Sie reagiert damit laut der Begründung des B-Plans auf „die Nachfragesituation nach verkehrsgünstig gelegenen gewerblichen Flächen im Ortsteil Groß Mackenstedt und im gesamten Gemeindegebiet“. Anwohner und der Vorsitzende des Nabu Stuhr, Jörg Böttcher, hatten in der Ausschusssitzung Bedenken gegen das Projekt beziehungsweise den Zuschnitt des Plangebiets vorgetragen, weil es unmittelbar an das Wilshauser Moor grenzt.

Aldi will sich in Alt-Stuhr vergrößern

Auch die Pläne des Lebensmitteldiscounters Aldi, seine Filiale in Alt-Stuhr zu modernisieren und deutlich zu vergrößern, haben eine wichtige Hürde genommen. Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt votierte einstimmig für die entsprechende Änderung des Bebauungsplans „Sondergebiet östlich der Stuhrer Landstraße“.

Niedrigere Regale und breitere Gänge

Der ursprüngliche B-Plan bot 2009 die baurechtliche Grundlage für Aldi, sich am östlichen Rand des Ortsteils anzusiedeln. Bislang verfügt das Unternehmen auf dem Grundstück an der Stuhrer Landstraße zwischen dem Pferdehof Brümmer und dem Schießstand über eine Verkaufsfläche von rund 860 Quadratmetern. Der Discounter plant laut Angaben der Stuhrer Verwaltung, den bestehenden Markt abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Die Verkaufsfläche würde sich dabei auf 1195 Quadratmeter vergrößern. Unter anderem ein erhöhtes Frischeangebot, Veränderungen im Bereich der Backwaren, niedrigere Regalhöhen und breitere Gänge machten die zusätzliche Fläche erforderlich.

Delmenhorster Einwände werden berücksichtigt

Im Zuge der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung hatte im vergangenen Herbst die Stadtverwaltung Delmenhorst einige Einwände gegen die Festsetzungen im Änderungsentwurf des Bebauungsplans formuliert, da sie „nachteilige Auswirkungen auf die städtebaulichen Belange“ der Stadt befürchtet. Unter anderem störte man sich im Delmenhorster Rathaus daran, dass bei der Festsetzung der baulichen Nutzung als Lebensmittelmarkt keine zulässigen Hauptsortimente definiert worden waren.

Diesem Einwand wurde seitens der Gemeinde Stuhr im weiteren Verfahren stattgegeben. Demnach sind auf 75 Prozent der Verkaufsfläche folgende Sortimente in dem Markt zulässig: Nahrungs- und Genussmittel, pharmazeutische Artikel, Drogerie, Blumen, Zoobedarf, Papier, Schreibwaren, Bürobedarf, Zeitungen, Zeitschriften und Kosmetik.