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Umrüster Poweleit & Petersen Autoumbau verhilft MS-Kranken zu mehr Mobilität

Von Dirk Hamm | 13.07.2015, 20:17 Uhr

Mit Umbauten am Auto können MS-Kranke ihre Lebensqualität spürbar verbessern. In manchen Fällen kann die teure Umrüstung über Stiftungen finanziert werden.

Kirsten Tobis strahlt über das ganze Gesicht: Zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren sitzt sie wieder in einem Auto. Infolge ihrer multiplen Sklerose, die vor 15 Jahren diagnostiziert worden ist, verlor die Ganderkeseerin zunehmend ihre Bewegungsfähigkeit, seit einigen Jahren ist die 67-Jährige auf den Rollstuhl angewiesen. Jetzt probiert sie zusammen mit Ehemann Rolf in der Werkstatt der Brinkumer Firma ASP Aufbau Service Poweleit & Petersen mit einer Fernbedienung den schwenk- und höhenverstellbaren Beifahrersitz aus, der in den Van des Ehepaares eingebaut wurde.

„Chauffeur“ Rolf Tobis freut sich ebenfalls, dass jetzt wieder Ausflüge zu zweit mit dem Auto möglich sind, zum Besuch bei der wenige Wochen alten Enkelin etwa, zum Einkaufen oder einfach zum Kaffeetrinken. Wollte Kirsten Tobis zuvor das Haus verlassen, musste ein behindertengerecht ausgestattetes Taxi ein oder zwei Tage vorher bestellt werden: „Man konnte gar nichts mehr spontan unternehmen. Und am nächsten Tag, wenn dann das Taxi kam, ging es mir manchmal gerade nicht so gut.“

Individuell zugeschnittene Umbauten

Lange hat das Ehepaar überlegt, was es tun kann, um wieder unabhängiger und freier zu werden, der tückischen Krankheit zum Trotz. Ein Tipp eines Arbeitskollegen führte Rolf Tobis schließlich zu Poweleit & Petersen. Das Unternehmen mit dem Hauptstandort Parchim bei Schwerin ist seit vergangenem Jahr auch im Gewerbegebiet Brinkum-Mitte vertreten, vier Mitarbeiter führen in der Werkshalle am Rodendamm individuell auf die jeweiligen körperlichen Beeinträchtigungen zugeschnittene Umbauten an Fahrzeugen aus.

„Viele können sich den Umbau nicht leisten“, gibt Rolf Tobis zu bedenken. Von seiner Krankenkasse sei eine Kostenerstattung als „Luxus“ abgelehnt worden. „Wenn das Auto für die Fahrt zur Arbeit benötigt wird, zahlt die Kasse. Nicht berufstätige junge Leute und Rentner finden für den Umbau keine Kostenträger“, weiß Dirk Poweleit, Mitinhaber von Poweleit & Petersen.

Stiftungen fördern Autoumrüstungen

Der Firmenchef bemüht sich auch diesbezüglich um passende Lösungen für seine Kunden: Er arbeitet mit einer freien Mitarbeiterin zusammen, die sich um alternative Fördermöglichkeiten bemüht. „Wir haben über Stiftungen schon einige teurere Umbauten finanziert bekommen“, berichtet Poweleit und nennt als Beispiele die Stiftungen von Franz Beckenbauer und Liz Mohn.