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Varreler feiern diamantene Hochzeit 60 Jahre gemeinsam durch dick und dünn gegangen

Von Dirk Hamm | 04.08.2016, 13:00 Uhr

Sie sind gemeinsam durch dick und dünn gegangen, am heutigen Donnerstag feiern Reinhold und Christa Böschen diamantene Hochzeit. Vor 60 Jahren hat sich das Varreler Paar in Bremen das Jawort gegeben.

Zielstrebigkeit und Liebe, diese beiden „Zutaten“ machen für die 82-Jährige und ihren ein Jahr jüngeren Ehemann das Geheimnis ihrer glücklichen Verbindung aus. Zielstrebigkeit war vor allem in den jungen Jahren der Ehe gefragt, als sich die beiden Bremer aus einfachsten Verhältnissen heraus ihr Domizil am Hermann-Löns-Weg in Varrel aufbauten.

Und die Liebe, die sei es bei ihm auf den ersten Blick gewesen, verrät Reinhold Böschen: „Ich habe sie gesehen und wusste sofort: Die willst Du haben.“ 1952 war das, in einem Tanzsaal in Burglesum.

Hartnäckiger Verehrer fuhr 20 Kilometer mit dem Rad

„Ich habe es ihm nicht leicht gemacht“, wirft Christa Böschen mit einem Schmunzeln ein. Doch ihr Verehrer blieb hartnäckig, 20 Kilometer sei er jedes Mal mit dem Rad gefahren, um sie zu besuchen. 1954 verlobten sich die beiden, und zwei Jahre später wurde geheiratet.

Ihr einziges Kind, Sohn Michael, sollte dann noch bis 1970 auf sich warten lassen. In der Zwischenzeit hatte das junge Ehepaar einige harte Jahre zu überstehen. Denn aufgrund der damaligen Wohnungsnot in Bremen mussten die Böschens mit einer selbst zusammengezimmerten Bude auf einer Parzelle in Walle vorliebnehmen. „Zwei Metallbetten und ein alter Wehrmachtsspind waren alles, was wir im Schlafzimmer hatten.“

Erste Waschmaschine war noch purer Luxus

Christa Böschen, die als Wäscheschneiderin arbeitete, schrubbte sich am Waschtag immer die Finger blutig, dabei seien für das Nähen von reinseidenen Blusen „sehr akkurate“ Hände erforderlich gewesen. Für ihren Mann, der damals als Werftarbeiter beschäftigt war, war damit klar: „Bevor wir eine Wohnzimmereinrichtung kaufen, sparen wir für eine Waschmaschine.“ Eine Idee, die ihr das Kopfschütteln der Kolleginnen in der Wäschefabrik einbrachte: „Sie erklärten mich für verrückt. Eine Waschmaschine war damals ein ungeheurer Luxus.“

Viel Freude am großen Garten

An ihrem Hochzeitstag 1962 fingen die beiden auf dem ein Jahr zuvor erworbenen Grundstück in Varrel mit dem Hausbau an. Fast alles leisteten sie in Eigenarbeit, 1964 konnten sie einziehen. Der große Garten bereitet dem Ehepaar bis heute viel Freude. Noch auf dem Baugrundstück haben Christa und Reinhold Böschen bei passendem Wetter gezeltet. Camping wurde zu ihrer bevorzugten Urlaubsbeschäftigung, auch das bis auf den heutigen Tag. Als sie irgendwann mit dem Goggomobil statt dem Motorrad zum Zelten fahren konnten, war klar: Die Zielstrebigkeit hat sich gelohnt.