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Verordnung liegt in Stuhr aus Ausgleich der Interessen im Schutzgebiet Steller Heide

Von Marco Julius | 09.11.2016, 17:33 Uhr

Noch bis zum 18. November können sich Bürger in die neue Landschaftschutzverordnung einbringen. Die Unterlagen liegen im Rathaus Stuhr aus.

Im Zuge der EU-konformen Sicherung der FFH-Gebiete wird die bestehende Schutzgebietsverordnung in der Steller Heide an die EU-Richtlinien angepasst. Bereits seit dem 17. Oktober können Bürger Änderungsvorschläge äußern und die Unterlagen bei der Gemeinde Stuhr und auf der Internetseite www.natura2000.diepholz.de einsehen – und das bis zum 18. November .

Schutz und Freizeitnutzung

Als unter Sommerregen am 3. August dieses Jahres über 40 Interessierte durch die Steller Heide wanderten, um mehr über das europäische Schutzgebiet zu erfahren, war man schnell sich einig: Der Erhalt der einzigartigen Sandlandschaft der Steller Heide ist wichtig. Dennoch sollte ein Kompromiss mit der intensiven Freizeitnutzung im Gebiet gefunden werden.

Anregungen auch per E-Mail einsenden

Wie die verschiedenen Interessenlagen in der Verordnung des Landschaftsschutzgebiets Steller Heide berücksichtigt wurden, kann jeder derzeit einsehen. Der Verordnungsentwurf mit der Karte des geplanten Schutzgebietes sowie die Begründung liegen im Rathaus aus. Auch per Email an natura2000@diepholz.de können Stellungnahmen eingereicht werden.

Lebensraum für seltne Pflanzen

Insbesondere die seltenen Pflanzen, die sich auf den kargen Lebensraum Sand spezialisiert haben, aber auch die nährstoffarmen Schlatts (Gewässer) aus der Eiszeit mit Kammmolchen und seltenen Libellen sowie die Eichenwälder, die das Gebiet dominieren, stehen seit 2004 unter europäischem Schutz der sogenannten Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie.

Das FFH-Gebiet Steller Heide ist Teil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000, dem weltweit größten Schutzgebietsnetzwerk. Nach Vorgabe der EU muss dieser Schutz jetzt dem nationalen Recht angepasst werden. Für das FFH-Gebiet „Steller Heide“ bedeutet dies die Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet (LSG). 70 Prozent der Fläche liegen im bereits bestehenden LSG Dünsener Bach-Steller Heide. Teile dieses LSG gehen nun in das neue LSG über. Während der Informationsveranstaltung wurden die Verordnungen und Grenzen vorgestellt und es konnten bereits Anmerkungen und Anregungen geäußert werden.

Verfahren notwendig

Das Verfahren zur Ausweisung der Steller Heide als LSG wird notwendig, da alle FFH-Gebiete im Landkreis Diepholz nach Vorgabe der EU als Naturschutz- bzw. Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen werden müssen.