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Vorsicht an Kreuzung in Alt-Stuhr Grünpfeil ist kein Freifahrtschein für Autofahrer

Von Dirk Hamm | 28.02.2019, 09:29 Uhr

Bei Rot trotzdem weiterfahren, das ermöglicht der Grünpfeil an einer Kreuzung in Alt- Gemeinde und Polizei mahnen die Autofahrer dort zu mehr Vorsicht.

Er ist bei den Autofahrern beliebt, erlaubt er doch, der roten Ampel gleichsam ein Schnippchen zu schlagen: der Grünpfeil. In Stuhr ist dieses nicht mit dem Lichtsignal „grüner Pfeil“ zu verwechselnde Schild im Jahr 2001 an einem viel befahrenen Knotenpunkt angebracht worden. Es erlaubt seitdem an der Kreuzung Stuhrer Landstraße/Blockener Straße in Alt-Stuhr, in Richtung Moordeich fahrend auch während einer Rotphase auf der abknickenden Stuhrer Landstraße nach rechts abzubiegen.

Hinweise aus der Bevölkerung

Diese Möglichkeit wird von vielen jedoch etwas zu selbstverständlich in Anspruch genommen. Diesen Eindruck hat jedenfalls Hartmut Martens, Verkehrs-Fachbereichsleiter im Stuhrer Rathaus, nach eigenen Angaben aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung gewonnen. Diese gebe es „immer mal wieder“. Etwa, wenn ein Fußgänger die Querung der Stuhrer Landstraße nutze, um zur Bank oder zur Kirche zu gelangen, und ein Autofahrer rücksichtslos um die Kurve geschossen komme.

Unbedingt Stop an der Haltelinie

Die Bestimmungen in der Straßenverkehrsordnung sind eindeutig, darauf machen die Gemeinde Stuhr und die Polizeiinspektion Diepholz gemeinsam aufmerksam: An einer roten Ampel mit Grünpfeilschild ist das Rechtsabbiegen nur „nach dem Anhalten“ erlaubt. Und dann auch nur, wenn „eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs der freigegebenen Verkehrsrichtung, ausgeschlossen ist“. Und auf dem Schild selbst ist unterhalb des Grünpfeils der unmissverständliche Hinweis zu lesen: „Vor Abbiegen bei Rot Stop an der Haltelinie“.

Viele Beinaheunfälle zu vermuten

Laut einer Unfallstatistik der Polizei für die Jahre 2011 bis 2018 ist an besagter Kreuzung zwar nur ein Unfall eindeutig mit dem Grünpfeil in Verbindung zu bringen. Hartmut Martens spricht aber aufgrund der eingegangenen Hinweise von einer „Dunkelziffer“ von Beinaheunfällen und gefährlichen Situationen. Eine Absicht, das Grünpfeilschild abzubauen, bestehe im Rathaus „erst mal nicht“. Allerdings werde das Geschehen an dieser Stelle weiter genau zu beobachten sein, inklusive einer möglichen Polizeiaktion: „Das wirkt am besten.“ Immerhin mit 70 Euro sind Verkehrssünder laut Bußgeldkatalog dabei, wenn sie am Grünpfeil nicht halten. Kommt es dabei zu einer Behinderung von Fahrradfahrern oder Fußgängern, sind gar 100 Euro fällig.