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Zwei Jahre Verzögerung durch Urteil Straßenbahnlinie 8 hält nicht vor 2021 in Stuhr

Von Dirk Hamm | 08.11.2016, 19:58 Uhr

Die Stuhrer müssen aller Voraussicht nach noch fünf Jahre darauf warten, dass die Straßenbahnlinie 8 erstmals auch in ihrer Gemeinde hält. Dies ist die Einschätzung von Bürgermeister Niels Thomsen.

Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg hatte kürzlich den Planfeststellungsbeschluss für die Verlängerung der Linie 8 auf niedersächsisches Gebiet gekippt. „Dadurch werden wir ungefähr zwei Jahre verlieren“, sagte Thomsen auf dk-Nachfrage.

Zuletzt war angepeilt worden, dass die Linie 8 ab 2019 vom jetzigen Endpunkt am Roland-Center in Huchting über Stuhrer Gebiet bis nach Weyhe verkehrt. Die weitere Entwicklung des Verlängerungs-Vorhabens war am Montag wieder in den Fokus gerückt, als CDU und Grüne eine gemeinsame Initiative eines Mobilitätskonzepts für Stuhr vorstellten.

Urteilsbegründung liegt noch nicht vor

Derzeit ist noch ungeklärt, wie nach dem OVG-Urteil weiter verfahren werden soll. Die Richter verfügten, dass keine Revision zulässig ist. „Wir müssen schauen, ob wir dagegen Rechtsmittel einlegen“, sagte Thomsen. Erst einmal müsse die Urteilsbegründung geprüft werden, die immer noch nicht vorliege. Im Raum steht auch die Möglichkeit, das Urteil zu akzeptieren und eine neue Planung auf Grundlage des Personenbeförderungs- statt des Eisenbahnrechts, wie vom Gericht angemahnt, vorzunehmen.

Trotz der zu erwartenden Verzögerungen steht der Fortgang des Projekts für den Rathauschef grundsätzlich nicht in Zweifel: „Am Ende muss stehen, dass die Straßenbahn kommt.“ Zugleich begrüßt Thomsen den Vorstoß der örtlichen Christdemokraten und Grünen für ein abgestimmtes Verkehrskonzept für die Gemeinde Stuhr.

Fraktion „Besser“ gegen Linie 8 als „Heilsbringer“

Auch bei der FDP stößt die Initiative auf Wohlwollen: „Wenn es um Verbesserungen bei der Mobilität in Stuhr geht, sind wir dabei“, versicherte Fraktionschef Jürgen Timm auf Nachfrage und brachte die vorgezogene Einrichtung einer Park-and-Ride-Möglichkeit ins Spiel. Auch die SPD setzt sich nach Auskunft der Fraktionsvorsitzenden Susanne Cohrs für eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrsangebots in Stuhr ein, insbesondere im Hinblick auf „die Anbindung der Außenbereiche durch Zubringerdienste“.

Aus Sicht der Fraktion „Besser“ ist der CDU/Grünen-Antrag hingegen eine „Bankrotterklärung“, wie es in einer Erklärung des Fraktionschefs Gerd-Wilhelm Bode heißt. Es sei falsch gewesen, auf die Linie 8 als „Heilsbringer“ zu setzen.