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200 Lizenzen nicht verlängert Handball-Region Oldenburg gehen die Schiedsrichter aus

Von Daniel Niebuhr | 11.12.2019, 15:05 Uhr

Die Handball-Region Oldenburg hat ein akutes Schiedsrichter-Problem. Die Lizenz von mehr als 200 Unparteiischen konnte nicht verlängert werden.

Dass die Schiedsrichter im Handball eine bedrohte Art geworden sind, ist für die meisten keine Neuigkeit, man muss nur mal bei der HSG Delmenhorst nachfragen. Die Spiele der zweiten Frauenmannschaft in der Bremen-Liga werden zum Beispiel Woche für Woche nur von einem statt zwei Unparteiischen geleitet – es geht im Bremer Verband nicht anders.

Allerdings ist das Problem auch in der Handball-Region Oldenburg so akut wie nie. Zuletzt appellierte beim Regionstag der für drei weitere Jahre gewählte Vorsitzende Wolfgang Sasse, „möglichst zeitnah nachzubessern“ – wobei niemand weiß, wie das genau funktionieren soll. Denn die Zahlen sind alles andere als ermutigend. Stand Mai hatten bis dahin 205 Schiedsrichter in der damals gerade abgelaufenen Saison kein einziges Spiel geleitet, ihre Lizenzen werden deshalb nicht verlängert. Für die HRO, in der 213 Mannschaften aktiv sind, verbleiben damit nur noch 448 Unparteiische. In der Saison 2017/18 lag die Schiedsrichter-Fehlquote schon bei 40 Prozent, im Jahr darauf stieg sie weiter auf 47 Prozent, was höchstens für den Kassenwart noch etwas Gutes hat – denn so wurden deutliche Strafen der Vereine fällig. Nach großer Fluktuation auf der Position des Schiedsrichter-Wartes soll mit Mattes Heerwagen die Arbeit nun kontinuierlicher laufen.

Im Vorstand der Region herrscht schon Kontinuität – Sasse wurde in geheimer Wahl gegen Detlef Teubner im Amt bestätigt. Neu im Gremium ist Werner Spinning, der für Spieltechnik zuständig ist. Die weiteren Mitglieder wurden einstimmig wiedergewählt.

Während des Regionstages wurde eine große Sorge der Vereine durch einen Gast auch etwas entschärft. Stefan Hüdepohl, Präsident des Handball-Verbands Niedersachsen, erklärte, dass die Einführung der in der Strukturreform des Bundesverbandes angedachten zehn Euro Lizensierungsgebühr pro Spieler, mit denen vor allem die Nationalmannschaften gefördert werden sollen, unwahrscheinlich ist.