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Landesliga Männer und Frauen HSG Delmenhorst II im tiefer im Abstiegsstrudel

Von Simone Gallmann, Heinz Quahs, Jörg Schröder | 02.12.2019, 18:45 Uhr

In der Handball-Landesliga feierte die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg einen 29:26-Heimsieg gegen die SG Achim/Baden II. Entscheidend war die Taktikumstellung auf zwei Kreisläufer.

Sieg gegen den Spitzenreiter in der Landesliga: Die Handballer der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg haben die SG Achim/Baden II mit 29:26 (11:14) geschlagen. Dagegen verlor die HSG Delmenhorst II knapp gegen die HSG Verden-Aller mit 28:29 (14:15). Die HSG-Frauen feierten in Habenhausen einen 28:26 (17:15)-Auswärtssieg.

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg – SG Achim/Baden II 29:26. Es war ein verrücktes Spiel, das die 110 Zuschauer zu sehen bekamen. Denn als der bisherige Tabellenführer SG Achim/Baden II im Spitzenspiel bei der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nach 37 Minuten auf 11:18 davongezogen war, gaben die Fans keinen Pfifferling mehr auf ihre Mannschaft.

Offener Schlagabtausch

Zu Beginn gab es einen offenen Schlagabtausch. Mit den ersten drei Treffern aus dem Rückraum von Jona Schultz zeigten sich die Gastgeber hellwach. Norman Lachs baute den Vorsprung mit einem Konter auf 6:4 aus. Auch die Deckung hatte sich sehr gut auf den gegnerischen Angriff eingestellt, denn sowohl aus dem Rückraum als auch über den starken Kreisläufer Arne Zschorlich kamen die Gäste nur sporadisch zu Torerfolgen. Bis zum 10:7 (18.) hatten die Einheimischen die SG recht gut im Griff. Die HSG vergaß in dieser Phase nachzulegen und ließ gleich etliche Chancen fahrlässig liegen.

Zwei schnelle Auszeiten

Nach einer Auszeit legte dann die SG richtig los. Während die HSG bis zur Pause nur noch einen Treffer erzielte, hatten die Gäste das Spiel mit einem 7:1-Lauf gedreht und lagen mit drei Toren vorn. Noch schlimmer begann die zweite Hälfte. Stefan Buß nahm bereits nach sechs Minuten seine zweite Auszeit und stellte die Mannschaft noch einmal neu ein. Das zeigte Wirkung, Mit Lachs als zweitem HSG-Kreisläufer neben Marcel Typus wussten die Gäste so recht nichts anzufangen. Zudem steigerte sich auch die Deckung und nachdem Arne Klostermann nach vierzig Minuten für den schon recht starken Keeper Jan-Bernd Döhle eingewechselt wurde, gab es noch einmal einen Schub für das HSG-Team.

Furiose Aufholjagd

Nach einer furiosen Aufholjagd und tollen Treffern unter anderem vom achtfachen Torschützen Carsten Jüchter hatte man sich nicht nur auf 21:21 (51.) herangekämpft, sondern lag nach einem weiteren Treffer von Typus zwei Minuten später bereits mit 23:21 vorn. Doch erneut unterliefen der HSG leichte Fehler, so dass die Gäste drei Minuten vor dem Ende beim 25:25 wieder auf Augenhöhe waren. In der Schlussphase zeigten dann aber erneut Carsten Jüchter und Typus ihr Können, denn mit je zwei Treffern waren sie am Ende die Matchwinner.

Stefan Buß schnaufte nach Spielende erste einmal tief durch: „Es war ein wichtiger Sieg für uns, obwohl es zu Beginn der zweiten Hälfte ganz anders aussah. Mit dem zweiten Kreisläufer kam dann die Wende.“

HSG Delmenhorst II – HSG Verden-Aller 28:29. Die HSG II gerät nach dieser erneuten Niederlage noch weiter in den Abstiegsstrudel (6:14 Punkte). Dabei war diese Heimniederlage alles andere als notwendig. Für Trainer Adrian Hoppe lag es unter anderem an der nicht immer ganz wachen Abwehr, vor allem aber an der schwachen Chancenverwertung. Zwar scheiterten die Spieler häufig am sehr guten Verdener Torhüter Bastian Bormann, aber dreißig Fehlversuche – darunter zehn glasklare Tormöglichkeiten – waren dann doch zu viel.

Zu hektisch und überhastet

Während die Gäste ihre Angriffe ruhig und geduldig ausspielten, agierten die Delmenhorster Angreifer ein ums andere Mal zu hektisch und ließen sich zu überhasteten Abschlüssen hinreißen. In der Deckung ließ die Hoppe-Sieben dem gegnerischen Spielmacher Juri Wolkow sowie dem Rückraumschützen Jannik Rosilius und Kreisläufer Tim Härte zu viel Raum. Verlassen konnte sich die HSG II auf Torhüter Mike Krause, der ein großartiges Spiel ablieferte. Bis zum Pausenpfiff verlief die Partie sehr ausgeglichen. Dies sollte sich jedoch nach Wiederbeginn ändern. Die Gäste übernahmen nun mehr und mehr das Kommando, zogen über 20:16 (38.) bis zur 42. Minute auf 24:19 davon. Die Gastgeber gaben jedoch nicht auf, kämpften sich durch einen Treffer von Bastian Schäfer in der 54. Minute auf 27:28 heran. Die Gäste konterten prompt, erzielten das 29:27 und brachten trotz eines Treffers von Steffen Eilers den Vorsprung ins Ziel.

ATSV Habenhausen – HSG Delmenhorst 26:28. Das Spiel verlief bis zum Ende völlig ausgeglichen, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Von Beginn an lag die HSG aber in Führung. Besonders Stine Neitzel war an diesem Tag vom Gegner nicht in den Griff zu bekommen. Sie hatte mit ihren zwölf Treffern großen Anteil am Erfolg. Kurz nach dem Seitenwechsel schafften es die Gastgeberinnen erstmals mit 19:18 in Führung zu gehen und diese wurde sogar auf 23:20 ausgebaut. Die Delmenhorsterinnen behielten aber die Ruhe und fanden wieder zu ihrem Spiel zurück. Mit vier Toren in Folge zog die HSG wieder in Front. Doch erst in den letzten Sekunden konnte die Renken-Sieben den Sack zu machen. Mit diesem Erfolg rückte die HSG auf den dritten Tabellenplatz vor.