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1. Fußball-Kreisklasse TuS Heidkrug II-Trainer Andreas Heldner zurückgetreten

Von Andreas Bahlmann | 10.08.2019, 08:45 Uhr

Andreas Heldner ist nicht mehr Trainer vom TuS Heidkrug II. Wie es mit der Mannschaft aus der 1. Fußball-Kreisklasse und der Trainerfrage weiter geht, steht aktuell noch nicht fest.

Nach nur einem Ligaspiel ist Andreas Heldner, Trainer der zweiten Herrenmannschaft des TuS Heidkrugs, aus „privaten und beruflichen Gründen“ überraschend von seinem Amt als Cheftrainer zurückgetreten. In der Sommerpause hatte bereits sein Co-Trainer Andreas Matzdorf seinen Posten an den Nagel gehängt. Seitdem lastete die sportliche Verantwortung allein auf Heldners Schultern. Außerdem hatte der bisherige Chefcoach mit großen Personalproblemen zu kämpfen. „Ich habe kurz vor Ende der Sommerpause, fast auf einen Schlag, aus beruflichen, studienbedingten und auch sonstigen Gründen gleich sieben Spieler verloren. Vereinsintern oder auch von anderswo rückten aber so gut wie keine Spieler nach, um die personellen Lücken zu kompensieren. Die Spielerdecke ist einfach zu dünn, um auf Dauer in der 1. Kreisklasse erfolgreich bestehen zu können,“ erklärt Andreas Heldner.

Abgang beider Torhüter

Besonders hart trafen ihn zum Saisonanfang die Abgänge seiner beiden Torhüter: „Unser Stammtorwart Dennis Weitner wechselte zu Atlas II und sitzt dort auf der Bank und unser Ersatzkeeper Marcel Grund hat aus persönlichen Gründen gleich ganz mit dem Fußballspielen aufgehört.“ Aus der Not heraus stellte sich der 57-Jährige im Auftaktspiel der 1.Kreisklasse gegen den Delmenhorster TB (1:1) selbst zwischen die Pfosten, eigentlich gedacht als einmalige Aushilfe. Davon wollte Heldner aber nichts wissen: „Ich bin zwar noch ziemlich fit und trainiere auch regelmäßig, aber ich habe in meinem Alter in dieser Liga der 20- bis 25-Jährigen nichts mehr zu suchen.“

Schluss nach dreieinhalb Jahren

Andreas Heldner traute der für ihn unbefriedigenden Gesamtsituation keine kurzfristige Veränderung zum Guten mehr zu und zog die Reißleine, wobei der nochmalige Einsatz im Tor nicht den Ausschlag für seinen Rücktritt gab. „Nach dreieinhalb Jahren Tätigkeit fällt mir dieser Schritt natürlich nicht leicht, aber ich habe neben dem Fußball ja auch noch ein normales Berufs- und Familienleben. Mir fehlte auch letztlich die verbindliche Einstellung bei vielen der Spielern, da klafft für mich eine ganz große Lücke zwischen Realität und Anspruch, aber das Problem kennen ja viele andere Trainer auch. Die zeitliche und auch nervliche Belastung wurde in der Summe zum Schluss einfach zu viel und war außerdem mit meiner Schichtarbeit kaum noch zu vereinbaren. Ich lasse die ganze Sache jetzt erstmal ruhen, “ begründete Heldner seinen Entschluss. Dem TuS Heidkrug hält er als aktiver Fußballer aber weiterhin die Treue. Er hütet bei den Oldies das Tor.

Der 1. Vorsitzende ist auf Geschäftsreise

Heidkrugs 1.Vorsitzender Jens Hiller befindet sich in dieser Woche auf einer Geschäftsreise. Er wurde unterwegs über die negativen Neuigkeiten informiert, äußerte aber auch ein gewisses Verständnis für Heldners Beweggründe: „Sein Rücktritt hat uns kalt erwischt und natürlich haben wir noch keinen Nachfolger parat. Mir war der größte Teil der Problematik aber schon vorher bekannt. Wenn ich von der Geschäftsreise zurück bin, werden wir alles in Ruhe besprechen und auch sicher eine Lösung finden.“ Einen Rückzug der zweiten Herren aus der 1. Kreisklasse schließt Hiller jedoch kategorisch aus: „Nein, das wollen wir auf keinen Fall! Denkbar wäre da schon eher eine Zusammenlegung mit der dritten Herrenmannschaft, die ebenfalls personell etwas dünn bestückt ist. Aber das wird sich alles im Laufe der nächsten Woche ergeben und wir werden auch einen Nachfolger finden.“