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Fußball 1. Kreisklasse Drei Mannschaften mit zehn Punkten an der Spitze

Von Andreas Bahlmann | 26.08.2019, 19:30 Uhr

Gleich drei Mannschaften in der 1. Fußball-Kreisklasse haben zehn Punkte nach dem vierten Spieltag: der SV Tungeln, SF Wüsting und der TV Munderloh II. Am Tabellenende steht noch punktlos der FC Hude III.

Delmenhorster TB : SV Tungeln 2:7.

Auch im vierten Saisonspiel gelang dem Delmenhorster Kreisliga-Absteiger kein Sieg. Für DTB-Trainer Thorsten Sander stellt die, zumindest von den Ergebnissen her, unbefriedigende sportliche Situation jedoch noch keinen Grund zur Beunruhigung dar. „Wir haben da keinen Druck. Nach der Winterpause wird das alles schon ganz anders bei uns aussehen, denn ich sehe ja, wie die Jungs trainieren. Wir nehmen das heutige Spiel gerne als Lehrgeld mit. Tungeln war offensiv ungemein stark, in der Defensive dagegen etwas anfällig. Die Tabelle entspricht unserem derzeitigen Leistungsniveau. Das ist ein Neuaufbau und der erfordert einfach Geduld. Außerdem müssen die Spieler erst einmal den Abstieg aus den Köpfen bekommen, dann hängen die auch nicht mehr so schnell, wenn man mal mit 0:1 zurückliegt.“ Tungeln drehte von Anfang an auf und die DTB-Mannschaft knickte frühzeitig unter dem gegnerischen Druck ein. Nach zwanzig Minuten lag sie bereits mit 0:3 zurück und damit war die Begegnung schon vorentschieden. Zweimal Yannik Maskow (4., 14.) und Marek Wiechmann (20.) hatten die drei Tore für die Gäste erzielt. Zwar kam das Heimteam durch ein Tor von Dennis Karsten auf 1:3 (27.) heran, aber nur drei Minuten später sorgte Maskow mit seinem dritten Treffer zum 1:4 für klare Verhältnisse auf dem Platz. Zudem erhielt Daniel-Pascal Mehrdadi-Gargari, wegen unsportlichen Verhaltens gegenüber dem Schiedsrichter, die Rote Karte und der DTB spielte ab der 35. Minute in Unterzahl. Erhan-Nico Ache traf noch in der gleichen Spielminute zum 1:5 und nach dem 1:6 (43.) durch Rene Juergens war die Partie schon vor der Pause endgültig für die Delmenhorster gelaufen. Nach dem Seitenwechsel legte erneut Juergens das 1:7 (48.) nach. Danach hatte die dezimierte DTB-Mannschaft aber ihre Ordnung gefunden und ließ keine weiteren Gegentore mehr zu. Dennis Karsten sorgte mit seinem zweiten Tor in der 71. Minute für den 2:7-Endstand. Tungels Trainer Jörg Gehrmann war zufrieden: „Das war schon ganz ordentlich von meinen Jungs. Wenn man bei der Hitze und nach sieben Toren ein oder zwei Gänge zurückschaltet, dann ist das schon okay. Man muss immer auf dem Teppich bleiben.“

TSV Ganderkesee II : TuS Heidkrug II 1:4.

TSV-Trainer Andreas Dietrich suchte erst gar nicht nach Entschuldigungen für die Niederlage: „Die haben verdient gewonnen, vielleicht etwas zu hoch, aber Heidkrug war einfach besser. Mich ärgert aber, wenn man konditionell einbricht und am Ende nicht mehr dahin geht, wo man gebraucht wird.“ Die Ganderkeseer begannen mutig und erwischten mit dem frühen 1:0 (7.) durch Ninib Hanno einen guten Start. Aber die Heidkruger ließen sich durch den Rückstand nicht beunruhigen und drückten dem Spiel nach und nach immer mehr ihren Stempel auf. Marvin Kuchenbuch glich in der 16. Minute aus und es blieb bis zur Pause beim 1:1. Nach dem Wiederanpfiff erhöhte die Gästemannschaft den Druck und Kuchenbuch machte mit zwei weiteren Toren zum 2:1 (48.) und 3:1 (58.) seinen Dreierpack voll. Die spielstarken und konzentriert aufspielenden Heidkruger taten bei der Hitze nicht mehr als notwendig, aber ihre minimalistische wie effektive Dominanz reichte, um in der zweiten Halbzeit die auf Konter ausgelegte Taktik der Heimmannschaft wirkungsvoll zu unterbinden. Als in der Schlussphase beim offensiv harmlosen TSV zunehmend die Kräfte schwanden, erzielte Nils Bothe in der 80. Minute das letzte Tor der Partie zum 4:1-Endstand.

Delmenhorster BV : FC Hude II 5:1.

Im Vorfeld hatten sich die Delmenhorster bei den Hudern mehrmals darum bemüht, diese Partie zu verlegen, doch eine Terminverschiebung kam nicht zustande. Also blieb BV-Trainer Lorne Weisner nichts anderes übrig, als eine Notelf zu zimmern und sie mit einem neuen Spielsystem aufs Feld zu schicken. „Wir gingen wegen der geplatzten Spielverlegung angefressen ins Spiel und wollten es dem Gegner so richtig zeigen. Unsere Mannschaft rückte zusammen und unsere Taktik, die gegnerischen Stürmer in Manndeckung zu nehmen, das Mittelfeld zuzumachen und von hinten heraus das Spiel zu gestalten, um im Halbfeld zu lauern und dann schnell auf Konter umschalten zu können, ist hervorragend aufgegangen. Heute haben wir einen schlafenden Riesen geweckt,“ freute sich Weisner riesig über den unerwartet klaren Erfolg gegen den starken Gegner aus Hude. Die Delmenhorster bauten sich dicht gestaffelt im defensiven Mittelfeld in der eigenen Hälfte auf und überließen den Gästen weitgehend die Spielgestaltung. Die schnellen Huder Angreifer Christian Nordbruch und Roberto Elia wurden in Manndeckung und damit fast völlig aus dem Spiel genommen. Die Huder fanden auf diese Spielweise keine passende fußballerische Antwort und bekamen während der gesamten Spielzeit keinen richtigen Zugriff auf die Partie. Die Delmenhorster hingegen lauerten geduldig auf gegnerische Fehler und Nachlässigkeiten und schalteten bei Ballgewinn schnell und erfolgreich um. Dabei erwiesen sich Enrico Köhler und Julian Luening als kaltschnäuzige Vollstrecker. Köhler versenkte dreimal den Ball im gegnerischen Tor (26., 45. und 82.) und Luening lieferte ein Doppelpack zum zwischenzeitlichen 3:0 (70.) und 5:0 (86.). Roberto Elia entwischte schließlich in der zweiten Minute der Nachspielzeit seinem Sonderbewacher und ihm gelang zumindest noch der Ehrentreffer zum 5:1-Endergebnis. Hudes Trainer Bengin Barispek räumte unumwunden ein: „Wir haben von vorne bis hinten richtig schlecht gespielt, da lief nichts zusammen. Der Gegner hat verdient gewonnen, weil er viel giftiger war und unbedingt den Sieg wollte.“

FC Hude III : SF Wüsting 1:5.

Es war eine Begegnung unter alten Bekannten und Freunden. „Hudes Spielertrainer Dennis Bürmann und ich sind zusammen zur Schule gegangen und die Spieler kennen sich auch alle schon seit Jahren untereinander. Aber trotzdem freue ich mich über einen klaren Sieg und den gelungenen Saisonstart, auch wenn die dicken Brocken der Liga noch vor uns liegen,“ erklärte Wüstings Trainer Florian Neumann. Die Wüstinger waren in dieser bemerkenswert fairen und kartenlosen Partie von Anfang an spielbestimmend und Marvin Albrecht erzielte das 1:0 (10.) für die Gäste. Danach schlich sich für eine kurze Phase der Schlendrian in den Wüstinger Spielaufbau ein und nach einem Abspielfehler in der gegnerischen Abwehr war Dennis Schlarmann zur Stelle und traf zum 1:1 (16.). Mehr Nachlässigkeiten ließen die Wüstinger dank einer Konzentrationssteigerung nicht mehr zu. Jörn Lohmüller (31.) und Louis Langkrär (38.) sorgten mit ihren Toren zum 3:1 noch vor der Pause für eine Vorentscheidung. Nach der Pause packten Hendrik Paradies mit dem 4:1 (55.) und Lohmüller, mit seinem zweiten Tor zum 5:1 (62.), den Wüstinger Sieg endgültig in trockene Tücher.

Beckeln Fountains : Harpstedter TB II 1:5.

„Die erste Halbzeit haben wir komplett verpennt. Vielleicht hatten die Jungs auch einfach zu viel Respekt vor Kulisse und Gegner. Natürlich muss man sich aber bei fünf Gegentreffern eingestehen, dass die gegnerische Mannschaft einfach mal besser war,“ steckte Fountains Coach Jupp Büsing die erste Saisonniederlage des Aufsteigers locker weg. Vor ungefähr zweihundert Zuschauern gingen die Harpstedter durch einen 30-Meter-Sonntagsschuss von Marvin Bartels mit 1:0 (33.) in Führung. Kurz nach der Pause gelang dem Heimteam zwar noch der Ausgleich durch Timo Gralleer (48.), aber die jungen Beckelner Wilden mussten sich in dieser Begegnung der abgezockten und cleveren Spielweise der erfahrenen Gästemannschaft beugen. Nach einem Foul im Beckelner Strafraum an Fabian Engeln ertönte der Elfmeterpfiff und Rene Kube verwandelte den Strafstoß zum 2:1 (55.) für die Harpstedter. Nach einem in Bedrängnis „erzwungenen“ Eigentor von Fountain-Abwehrspieler Kian Töllner zum 1:3 (74.) war der Drops für Beckeln endgültig gelutscht. Nico Wegner verwandelte einen Freistoß schnell und direkt zum 1:4 (87.), während die gegnerische Mauer und Torwart noch mit dem Aufstellen beschäftigt waren. Daniel Lasarsch besiegelte mit dem letzten Tor der Partie in der 90. Minute die 1:5-Heimschlappe für die Beckeln Fountains.

TV Jahn Delmenhorst II : TV Munderloh II 1:3. .

„In meinen Augen war es kein gutes Spiel. Viel zu viel Krampf und Unkonzentriertheiten auf beiden Seiten. Außerdem tat uns der gegnerische Platzverweis zunächst gar nicht gut, denn die Jahner rückten dadurch - wie befürchtet - mannschaftlich noch enger zusammen. In der Schlussphase haben wir dann taktisch umgestellt und den Sieg schließlich erzwungen,“ beschrieb Munderlohs Trainer Norman Holzenkamp den Spielverlauf aus seiner Sicht. Jahns Trainer Frank Oehlmann sprach von einer „unglücklichen Niederlage“ und wollte von einen Fehlstart, trotz drei Niederlagen in vier Spielen, nichts wissen: „Eigentlich hätte das Spiel unentschieden ausgehen müssen. Kämpferisch war das absolut stark von uns. Zuerst geraten wir durch ein unglückliches 0:1 in Rückstand, kurz danach Gelb-Rot für Patrick Leu, kommen aber durch Arne Janßen wieder ins Spiel zurück und kassieren dann leider kurz vor Schluss die beiden Gegentore.“ Nach torloser erster Hälfte gingen die Gäste durch Brian Timmermann (49.) etwas überraschend in Führung. Als Leu nach wiederholtem Foulspiel in der 57. Minute vorzeitig das Feld verlassen musste, ging ein Ruck durch die Delmenhorster Mannschaft und Janßen gelang drei Minuten später der Ausgleich. Die Munderloher taten sich in der weiteren Spielfolge schwer gegen die dezimierten, kämpferisch aber sehr geschlossen agierenden Jahner. In der Schlussphase stellte Holzenkamp auf Dreierkette und zwei Sturmspitzen um. Diese Maßnahme zahlte sich für die Gästemannschaft aus und Conrad Stelter (83.) und Thomas Köhler (88.) zerstörten mit ihren späten Toren die Jahner Hoffnungen auf ein Remis.

Harpstedter TB II : Ahlhorner SV II 0:5.

Im zweiten Spiel binnen drei Tagen lief bei der Harpstedter Zweiten nichts zusammen. „Die hatten bestimmt 80 Prozent Ballbesitz, kamen aber einfach nicht mit unserer defensiven, auf Konter ausgerichteten Spielweise zurecht,“ freute sich Gästetrainer René De Bortol über den unerwartet klaren Auswärtssieg. Mit einem Traumtor zum 0:1, aus mehr als 45 Metern, schockte Daniel Lellek in der sechsten Minute die offensiv glück- und ideenlose und defensiv wackelige Harpstedter Mannschaft. Auch im weiteren Spielverlauf blieb den Ahlhornern bei der Verwertung ihrer Konterchancen das Trefferglück treu und Lellek gelang mit zwei weiteren Toren zum 3:0 (74.) und 4:0 (79.) ein Dreierpack. Marcel Meies traf vor der Pause zum Ahlhorner 2:0 (42.) und kurz vor Spielende erzielte Rene Aberle das aus Sicht des Heimteams endgültige 0:5 (90.+1).