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Fußball-Kreisliga SV Atlas Delmenhorst II dominiert weiter die Gegner

Von Andreas Bahlmann | 02.09.2019, 09:34 Uhr

Sechster Sieg im sechsten Spiel. Die zweite Mannschaft des SV Atlas Delmenhorst marschiert in der Fußball-Kreisliga weiter vorne weg. Das Torverhältnis: 38:4.

SV Atlas Delmenhorst II - FC Huntlosen 6:0.

Atlas II-Coach Daniel von Seggern hatte auch am sechsten Spieltag an der Seitenlinie richtig Spaß: „Heute konnten wir personell mal nicht so aus dem Vollen schöpfen und mussten einige Ausfälle unserer Stammkräfte kompensieren. Aber die Art und Weise, wie die dezimierte Mannschaft trotzdem liefert, noch dazu, ohne Federn zu lassen, das ist schon ganz schön beeindruckend.“ Auch der FC Huntlosen hatte vor dem Spiel mit personellen Problemen zu kämpfen, aber dieser Umstand konnte Trainer Maik Seeger nicht die positive Stimmung nehmen, ganz im Gegenteil: „Wir hatten heute Ausfälle sogar im zweistelligen Bereich aufzufangen, von daher bin ich ganz zufrieden mit dem, was die Jungs geleistet haben. Die sind nicht unsere Kragenweite, da brauchen wir gar nicht drüber reden, ich genieße diese Spiele einfach.“ Die Atlas-Reserve dominierte die Partie während der gesamten Spieldauer eindeutig und fuhr mit konzentriertem und konsequenten Offensiv-Fußball den sechsten Sieg, davon sogar den dritten Zu-Null-Sieg in Folge ein. Schiedsrichter Burhanettin Akyol und seinen beiden Assistenten bereitete die Spielleitung überhaupt keine Probleme, aber Huntlosen ergab sich in dieser fairen Partie auch nicht widerstandslos. Die Delmenhorster agierten jedoch in der Defensive ebenfalls sehr aufmerksam und ließen hinten nichts anbrennen, so sehr sich die chancenlosen Huntloser auch um den Ehrentreffer bemühten. Milot Ukaj erzielte in der 3. Minute den ersten Treffer der Partie, danach legte Dominik Entelmann mit zwei Toren (17., 34.) zum 3:0-Halbzeitstand nach. Nach der Pause erhöhte Milan Heyl auf 4:0 (53.) und Milot Ukaj machte mit seinen Treffern (68., 74.) zum 6:0-Endstand seinen Dreierpack voll. In den letzten zehn Minuten des Spiels brachte von Seggern sogar seinen Co-Trainer Rouven Heidemann, da ihm kein weiterer Einwechselspieler als Ersatz für den angeschlagenen Sascha Bauer mehr zur Verfügung stand.

TSV Ganderkesee - TSV Großenkneten 1:4.

„Wir haben in der ersten Halbzeit einfach nichts hinbekommen und sind dann hinterhergelaufen,“ fasste Ganderkesee-Coach Stephan Schüttel kurz und knapp die Heimschlappe zusammen. Die Gästemannschaft legte eine hochkonzentrierte erste Halbzeit hin und erwischte mit dem 0:1 (12.) durch Fynn Meyer einen Start nach Maß. Ganderkesee bekam überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel und Großenkneten diktierte weiterhin eindeutig das Spielgeschehen. Lucas Abel legte das 0:2 (33.) nach und dabei blieb es bis zur Pause. Nach Wiederanpfiff versuchte das Heimteam, den Zweitore-Rückstand aufzuholen und Bjarne Walkenhorst gelang in der 62. Minute der Anschlusstreffer zum 1:2. Ab der 70. Minute spielte Großenkneten in Unterzahl, nachdem Fabian Bakenhus wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz geschickt wurde. Ganderkesee erhöhte nochmals den Druck und das Spiel stand auf der Kippe, doch die Gästemannschaft rückte zusammen und verteidigte in einigen brenzligen Strafraumsituationen auch mit Glück den Vorsprung. Außerdem sorgte Großenkneten mit seinen kopfballstarken Spielern bei Standards immer wieder für große Torgefahr. Lucas Abel zog mit seinem zweiten Tor zum 1:3 (82.) dem kämpfenden, aber insgesamt auch glücklos agierenden TSV Ganderkesee den Zahn. Mit dem letzten Tor zum 1:4 gelang Fynn Meyer in der Schlussminute ebenfalls ein Doppelpack. Großenknetens Trainer Kai Pankow war zufrieden: „Aktuell läuft es für uns ganz gut. Der Sieg war verdient, aber zu hoch.“

TV Jahn Delmenhorst - TV Falkenburg 10:0.

Falkenburgs Trainer Georg Zimmermann war konsterniert: „Das ist kaum zu erklären. Es war 33 Minuten ein ausgeglichenes Spiel, mit Chancen auf beiden Seiten und dann erfolgte nach drei schnellen Toren noch vor der Pause die totale Selbstaufgabe. Jahn hat das aber zunehmend souverän gespielt.“ Eine gute halbe Stunde machten die Falkenburger mit mutiger, beherzter Spielweise den Hausherren das Leben schwer. „Wir bekamen in den ersten zwanzig Minuten überhaupt keinen Zugriff aufs Spiel. Wir hatten sogar Glück, nicht in Rückstand geraten zu sein, aber unser Keeper Edward Keiser hat uns mit einigen richtig guten Paraden im Spiel gehalten. Aber dann steigerten wir uns und hatten mit dem 3:0 zur Halbzeit das Spiel endgültig im Griff,“ freute sich Jahns Trainer Arend Arends über die in allen Mannschaftsteilen überzeugende Leitung seiner Mannschaft. Mit drei Toren innerhalb von sieben Minuten durch zweimal Marc Pawletta (33., 40.) und Pascal Sroka (37.) zog der TV Jahn der Gästemannschaft noch vor der Pause den Zahn. Marcel Maus ließ nach dem Seitenwechsel das schnelle 4:0 (49.) folgen, Sroka gelang mit dem 5:0 (55.) ein Doppelpack und Pawletta schnürte mit dem 6:0 in der 60. Minute sogar einen Dreierpack. Burak-Nazif Yaman (63.) und Aaron-Melvin Dixon (79.) schraubten den Zwischenstand auf 8:0 hoch und mit dem zweiten Doppelpack der Partie, in der 82. und in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 10:0-Endstand, sorgte Sean Gradtke für die aus Falkenburger Sicht schmerzhafte zweistellige Niederlage.

Harpstedter TB - SV Ahlhorn 3:0.

Mit dieser klaren Niederlage erhielten die Ahlhorner Hoffnungen auf den zweiten Tabellenplatz einen Dämpfer. „Das Ding wollte einfach nicht rein. Wir hätten auch bis morgen früh weiterspielen können. Die Mannschaft hat toll gekämpft, aber Harpstedt hat es richtig intelligent gemacht und wir leider nicht,“ ärgerte sich Trainer Servet Zeyrek. HTB-Coach Jörg Peuker stellte mit zwei Sechsern vor der Viererkette die Räume zu und verhinderte so erfolgreich die Zuspiele in die Tiefe auf Ahlhorns Torjäger Stefan Rupprecht. Die Gäste erspielten sich optische Feldvorteile und kreierten auch einige gute Torchancen, aber es mangelte insgesamt an den wirklich zwingenden Momenten. Die Harpstedter liefen den Gegner aus einer sicher stehenden Defensive heraus geschickt und früh an und zwangen ihn so beim Spielaufbau zu vermehrter Laufarbeit. Peuker setzte auf eine geduldige Spielweise und gegnerischen Kräfteverschleiß. Die Harpstedter Mannschaft setzte die Vorgaben ihres Trainers „so um, wie sie es sollte“ und belohnte sich in der zweiten Halbzeit. Nach torloser erster Spielhälfte, gingen die Platzherren nach dem Seitenwechsel beim Umschalten präziser zu Werke und Onno Bolling erzielte in der 51. Minute das 1:0. Nach dem Rückstand musste die Gästemannschaft aufmachen und verschärft ins offensive Risiko gehen. Das Harpstedter Team bewahrte gegen die massiv drückenden Ahlhorner weiterhin einen kühlen Kopf und münzte die sich ergebenden Lücken in der vernachlässigten gegnerischen Defensive clever in Tore um. Niklas-Marvin Fortmann und Nils Klaassen machten mit ihren Toren zum 3:0 (82., 85.) den Sieg perfekt. „Das war taktisch wirklich richtig gut,“ freute sich Jörg Peuker über die disziplinierte Leistung seiner Mannschaft.

TuS Hasbergen - TV Munderloh 2:9.

Hasbergens Coach Chawkat El Hourani versuchte nicht, irgendetwas zu beschönigen: „In der ersten Halbzeit hat Munderloh unsere Schlafmützigkeit bestraft. Das war auch in der Höhe mehr als okay, denn die Jungs haben ihre Einstellung in der Kabine gelassen. Die zweite Halbzeit war dagegen nicht nur besser, sondern sogar gut, denn da haben sie Moral gezeigt und gekämpft.“ Als die Mannschaft von Hasbergen aufwachte, lag sie bereits mit 0:8 zurück. Zweimal Simon Punke (6., 45.+1), gleich viermal Fynn-Anton Hechler (11., 29., 30., 41.), sowie Maximilian Pieper (22.) und Arne Einemann (38.) trafen für die Munderloher und Hasbergen war mit „nur“ acht Gegentoren in den ersten 45 Minuten sogar noch richtig gut bedient. „Die acht Tore zur Halbzeit waren auf jeden Fall gerechtfertigt, aber es hätten eigentlich auch noch mehr Treffer sein müssen. Die zweite Halbzeit haben wir sogar verloren, weil bei uns die Spannung raus war, aber Hasbergen es auch einfach besser gemacht hat. Da haben wir die Spielkontrolle aus den Händen gegeben. Aber egal: neun Tore und drei Punkte! Das nehmen wir jetzt so mit,“ beschrieb Munderlohs Trainer Bendix Schröder das ungewöhnliche Spiel aus seiner Sicht. „Entweder Ihr geht raus und zeigt jetzt Moral oder Ihr bleibt gleich in der Kabine,“ forderte Chawkat El Hourani Charakterstärke von seiner desolaten Männertruppe und sein Appell an die Ehre fruchtete. Drei Minuten nach Wiederbeginn nutzte Jakob Korfmann eine nachlässige Kopfballabwehr der Gästemannschaft und hämmerte den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar zum 1:8 ins Munderloher Gehäuse. Die Gästemannschaft hatte auf mehreren Positionen getauscht und verlor zusehends ihren Spielrhythmus, auch wenn Maximilian Pieper noch das 9:1 (58.) für den TVM nachlegte. Das hoffnungslos zurückliegende Heimteam steckte aber nicht auf und kontrollierte fortan das Spielgeschehen. Korfmann münzte eine zweite gegnerische defensive Nachlässigkeit ins 2:9 (75.) um, aber der TuS Hasbergen war einfach zu spät aufgewacht. „Wir müssen geduldig bleiben, es werden bestimmt bessere Zeiten für uns kommen. Davon bin ich überzeugt. Aber wir haben leider immer noch keinen Torwart,“ bewahrte El Hourani trotz aller Widrigkeiten seinen Optimismus.

RW Hürriyet Delmenhorst - VfR Wardenburg 1:4.

VfR-Trainer Sören Heeren hakte das Spiel ganz schnell ergebnisorientiert ab: „Das war ein `Pflicht-Drei-Punkte-Spiel´ für uns. Es war ein faires, aber kein schönes Spiel, was wir hätten höher gewinnen müssen. Egal, wir sind jetzt Dritter und werden sehen, wie es weitergeht.“ RW-Trainer Murat Turan konnte seiner Mannschaft keine mangelnde Einstellung vorwerfen, aber er spürt seit der Klatsche in Großenkneten eine mentale Verunsicherung bei seinen Spielern: „Im Moment klappt das bei uns nicht und wir hängen da ein wenig hinten dran. Wardenburg war aber klar besser, das muss man mal so anerkennen! Fußball ist zum großen Teil eine Kopfsache und wenn Du nach vier Siegen gleich dreizehn Dinger reinbekommst, dann steckt das einfach in den Köpfen drin. Ich bin aber ganz sicher, dass wir das durch gute Trainingsarbeit und Trainingsbeteiligung, die jetzt wieder besser bei uns läuft, wieder hinbekommen werden!“ Die Wardenburger gingen hochkonzentriert in die Partie, taten aber auf der anderen Seite auch nicht viel mehr, als unbedingt nötig. Sie warteten ab und bestraften nahezu jeden gegnerischen Fehler durch Gegentore. Sebastian Vogelsang (32.) und Nino Oeltjebruns (39.) sorgten für die Wardenburger 2:0-Führung zur Halbzeit und der VfR blieb auch nach der Pause am Drücker. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff erhöhte Jan-Philipp Berg auf 3:0 und Benjamin Cordoni traf schließlich zum 4:0 (75.) für die Gäste. Hürriyet gab sich nie auf, agierte aber insgesamt zu willensschwach und auch unglücklich vor dem gegnerischen Tor. Berat Uyar erzielte aber in der 86. Minute zumindest den Ehrentreffer zum 1:4-Endstand.

VfL Stenum II - TV Dötlingen 2:6.

Die Stenumer begannen mutig und kamen mit dem frühen 1:0 (6.) durch Patrick Lederbach zunächst gut in die Partie. Die kampfstarken und unbequem zu spielenden Dötlinger ließen sich aber durch den Rückstand nicht verunsichern und setzten den VfL mit kompromissloser Zweikampfführung unter Druck. Dazu kam noch ihre Torgefährlichkeit in Standardsituationen. „Da gehen die mit vollem Körpereinsatz und ihrer ganzen Erfahrung zur Sache. Das ist wirklich kaum zu verteidigen,“ erklärte Stenum II-Trainer Frank Radzanowski. Hendrik Sandkuhl (15.) und zweimal Bartosz Drozdowski (26., 32.) drehten die Partie mit ihren Toren zum zwischenzeitlichen 1:3. Die Stenumer waren von der gegnerischen Effektivität vor dem Tor beeindruckt, aber noch nicht endgültig geschlagen. Lederbach erzielte mit seinem zweiten Tor den Anschluss zum 2:3 (40.) und hielt damit die Hoffnungen des Aufsteigers, noch die Wende zu schaffen, am Leben. Aber es sollte anders kommen, denn: „In der zweiten Halbzeit waren wir ganz einfach zu schwach!“ gestand Radzanowski den Leistungseinbruch nach Wiederanpfiff unumwunden ein. Außerdem kam es in der 60. Minute, nach einem Foulspiel, zu einer überflüssigen unsportlichen Einlage zwischen Stenums Außenbahnspieler Yannik Osterloh und seinem Dötlinger Gegenspieler Maximilian Struwe, was für beide Streithähne glatt Rot zur Folge hatte. Die Dötlinger gingen im weiteren Spielverlauf mutiger mit der eigenen Dezimierung um und brachten mit Jan Mewis einen zusätzlichen Stürmer. Dieser nutzte die größeren räumlichen Freiheiten und schoss mit einem Hattrick zum 6:2 (71., 84., 86.) endgültig die drei Zähler aufs Punktekonto des Gästeteams. Frank Radzanowski verbuchte diese Erfahrung als weitere Lektion für seine Mannschaft: „Aus jedem Spiel müssen wir einfach lernen und das möglichst schnell!“