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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum gewinnt zähes Derby beim SV Tur Abdin

Von Klaus Erdmann | 02.09.2019, 00:10 Uhr

Fußball-Bezirksligist VfL Stenum siegt beim SV Tur Abdin Delmenhorst dank eines Elfmeters von Tom Geerken.

Wenn schon aus dem Spiel heraus kein Tor fällt, dann muss eben ein Elfmeter für die Entscheidung sorgen. So geschehen bei der Begegnung des Fußball-Bezirksligisten SV Tur Abdin mit dem VfL Stenum, die sich vor rund 150 Zuschauern zu einem zähen Nachbarderby entwickelte. Nach einem Vergehen von Tur Abdins Schlussmann Jens Dekarski an Maximilian Klatte verwandelte Tom Geerken den Strafstoß in der 55. Minute zum Stenumer 1:0 (0:0)-Sieg. Das Treffen, das am Sonntagnachmittag im Stadion stattfand, blieb deutlich hinter den Erwartungen zurück.

„Es war ein sehr bescheidenes Bezirksliga-Niveau. Wenn wir nicht mithelfen, fällt kein Tor“, meinte Andree Höttges, Cheftrainer der Delmenhorster. „Wir wollten zu Null spielen. Das ist aufgegangen“, sagte Stenums Chefcoach Thomas Baake und dachte bei diesem Satz auch an das 2:6, das seine Mannschaft vor einer Woche beim SV Brake einstecken musste. Beim Landesliga-Absteiger, so Baake, habe seine Mannschaft besser gespielt als bei Tur Abdin. Und: „Die Spieler haben sich für einen defensiv starken Auftritt belohnt.“

Entscheidender Fehler von Keeper Dekarski

Die Abwehrabteilungen dominierten, so dass beide Seiten überraschend wenig Torchancen kreierten. Eine Ausnahme gab es in der 9. Minute, als Dekarski einen Versuch von Geerken an die Latte lenkte. In der 31. Minute parierte Stenums Keeper Maik Panzram einen Schuss, den Can Blümel aus spitzem Winkel abgab, ehe der Torhüter das Duell mit Lukas Matta für sich entschied (42.). Der Gast ging in Abschnitt eins zielstrebiger zur Sache. Allen Offensivspielern bot sich nur wenig Raum. Es gab kaum Überraschungsmomente, aber eine hohe Fehlerquote.

In der 54. Minute landete ein Dekarski-Abspiel bei Geerken. Der VfL-Akteur leitete das Spielgerät zu Klatte weiter. Dekarski foulte und Geerken traf. Zwei Minuten später blockte der VfL einen Schuss von Simon Matta ab. Nach einem Schuss von Klatte rettete Lukas Mutlu in höchster Not (89.). In der ersten Minute der Nachspielzeit bereinigte der Stenumer Marten Michael noch einmal eine brenzlige Situation.

Sonderlob für Routinier Klatte

Höttges sagte, die Leistung der Offensive sei bedenklich, wenn man sich nur zwei Chancen herausspiele. „Wir haben hinten einigermaßen gestanden“, ergänzte er. „Die Spieler wollen immer etwas Besonderes machen und treffen dann die falschen Entscheidungen.“ Beim Offensivspiel, so Höttges, gebe es noch viel Luft nach oben.

Ehe Baake seine Sicht des Spiels schilderte, unterhielt er sich im Mittelkreis relativ lange mit Klatte, wobei der VfL-Trainer den Arm um eine Schulter seines Leistungsträgers legte. Während der Schlussphase des Derbys hatte Baake einige deutliche Worte an die Adresse des Routiniers gerichtet. Der Coach lobte seinen Spieler: „Klatte ist ein unglaublicher Arbeiter. Er hat die Mannschaft vorangebracht.“ Baake zum Auftritt seiner Elf: „Zuletzt haben wir hier immer höchstens nur einen Punkt geholt. Jetzt sind es drei und wir haben alles richtig gemacht.“ Nach dem Tor habe der VfL nicht mehr viel zugelassen. In Brake sei die Mannschaft für ihrer Naivität bestraft worden. Sie habe daraus gelernt und den Turnaround geschafft.