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Erster Spieltag 2019/20 in der Handball-Oberliga Erster Auftritt der HSG Delmenhorst macht Appetit auf mehr

Von Nico Nadig | 08.09.2019, 17:41 Uhr

Die Oberliga-Handballer der HSG Delmenhorst sind gut in die Saison 2019/20 gestartet. Die Leistung, die sie beim souveränen Heimsieg über den TuS Rotenburg boten, machte Appetit auf mehr.

Keinesfalls hat die HSG Delmenhorst ein perfektes Spiel zum Auftakt der Saison 2019/20 abgeliefert, aber die Leistung hat durchaus Lust auf mehr gemacht: Vor über 300 Zuschauern feierten die Oberliga-Handballer einen 34:24 (19:10)-Heimsieg über den TuS Rotenburg. Dabei dominierten die Delmenhorster das Geschehen von Beginn an und ließen nie auch nur den kleinsten Zweifel an ihrem Erfolg aufkeimen. „Vieles hat schon gut geklappt. Wir sind ordentlich reingekommen und haben sofort aggressiv gespielt“, lobte HSG-Coach Jörg Rademacher, schränkte aber im selben Atemzug noch ein: „Mit Durchgang zwei bin ich nicht ganz zufrieden.“ Was ihn an den zweiten 30 Minuten störte? Die Gegentore, denn davon habe sein Team aufgrund von Konzentrationsschwächen letztlich vier oder fünf zu viel kassiert.

HSG Delmenhorst tankt Selbstbewusstsein

In Gefahr geriet der Delmenhorster Sieg trotzdem zu keiner Zeit – nicht mal ansatzweise. Dafür präsentierten sich die Gäste aus Rotenburg schlichtweg zu schwach. Letztendlich erwiesen sie sich für die HSG als dankbarer Gegner, um Selbstbewusstsein zu tanken. Und gerade das dürfte den Delmenhorstern angesichts des nächsten Gegners, dem Drittliga-Absteiger SG VTB/Altjührden, keinesfalls schaden. „Wir haben jetzt zwei Punkte und können also ganz ohne Druck nach Varel reisen“, sagte Rademacher, „aber wer mich kennt, weiß, dass ich da nicht nur zum Mitspielen hinfahre.“

Mehr Informationen:

HSG Delmenhorst: Schröder, Bassam; Reiser 4, Goyert 2, Sudan, Timmermann 2, Oetken 7/4, Markowski, Janßen 8, Schoeps, Coors 5, Till 3. TuS Rotenburg: Köhlmoos, Kelm; Misere 2, Brandt 2, Jäger, Nowosadtko 1, Behrens 4, Hausdorf 1, Kesselring 4, Heyber 4, Bruns 5/5, Nowakowsky 1.Schiedsrichter: Bujalla, Hustedt (Oyten).Siebenmeter: HSG 4/4 – TuS 6/5.Zeitstrafen: HSG 3 – TuS 4.Zuschauer: 300.Spielfilm: 3:2 (5.), 10:3 (14.), 17:8 (24.), 19:10 – 22:13 (38.), 29:17 (50.), 34:24.

Sonderlob für HSG-Linksaußen Mario Reiser

Mitgespielt haben die Rotenburger gegen die HSG auch – nur eben nicht auf Augenhöhe. Die Gäste bissen sich vor allem an der 6:0-Deckung um den Innenblock mit Tim Coors und Marcian Markowski die Zähne aus. Beispielhaft dafür gleich der erste Angriff: Nachdem die Gäste den Ball planlos hin und her gepasst und die Schiedsrichter daraufhin Zeitspiel signalisierten hatten, brachten sie nur einen erfolglosen Notwurf zustande. Dagegen drückten die Delmenhorster immer wieder aufs Tempo. Dabei deutete dann vor allem Neuzugang Mario Reiser sein Potenzial an. Er stürmte bei den Gegenstößen meist am schnellsten nach vorne und schloss diese zudem noch sicher ab. Rademacher lobte den Linksaußen:

„Mario hat ein super Spiel gemacht, ihm sind kaum Fehler unterlaufen." “

HSG-Trainer Jörg Rademacher ist zufrieden

Apropos Fehler: In Durchgang eins verbuchte die HSG lediglich zwei technische Fehler, Fahrkarten verteilte sie ebenfalls nur drei. „Das ist eine Quote, wie ich sie mir vorstelle“, sagte der HSG-Coach. Eine Quote, die noch beachtlicher erscheint, wenn man bedenkt, dass die Delmenhorster früh mit dem Wechseln begonnen hatten. Denn tatsächlich war die Begegnung gegen die Rotenburger nach 15 Minuten entschieden: Eeine 12:4-Führung leuchtete von der Anzeigetafel. Rademacher:

„ „Ich will nicht überheblich klingen, aber wir waren auf der Gewinnerstraße und hätten uns nur selbst schlagen können. Und mir war es wichtig, allen Spielern genügend Zeit auf der Platte zu geben.“

Die Wechsel lieferten ihm dabei verschiedenste Erkenntnisse: So muss das Kreisspiel etwa noch verbessert werden. Nachdem Thies Kohrt sich privat schwer verletzt hat und nun auf unbestimmte Zeit fehlen wird, teilten sich Markowski und Alexander Schöps die Aufgabe. Erstgenannter überzeugte jedoch eher in der Defensive, während Schöps noch wie ein Fremdkörper wirkte. Noch nicht ganz angekommen zu sein scheint auch Lennart Witt. Der Neuzugang vom TV Cloppenburg übernahm ab der 15. Minute für den Rest der ersten Hälfte den Spielaufbau. Dabei offenbarte er allerdings einige Probleme in der Entscheidungsfindung. Nichtsdestotrotz dominierte die HSG aber auch mit ihm als Dirigent das Geschehen nach Belieben – mit einem Neun-Tore-Vorsprung ging sie in die Kabine.

Konzentrationsschwächen bringen HSG nicht in Schwierigkeiten

In Durchgang zwei verwalteten die Delmenhorster ihren Vorsprung dann recht locker, auch weil sich die Gäste mit der Pleite offenbar bereits abgefunden hatten. Und so konnte Rademacher sogar Tim Coors ab der 40. Minute eine Pause gönnen. In der vergangenen Saison brach das Offensivspiel der HSG oft ein, sobald der Rückraum-Schütze nicht auf der Platte stand. Diesmal lief es recht ordentlich weiter, wobei sich hier und da einige Konzentrationsschwächen einschlichen. Rademacher: „Das war etwas Larifari, aber Rotenburg hat kaum etwas zustande gebracht. Dann ist es schwierig, obwohl wir eigentlich weiterhin Vollgas geben wollten. Am Ende haben wir aber souverän gewonnen.“