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Fußball-Kreisliga SV Atlas Delmenhorst II erreicht historische Marke

Von Andreas Bahlmann | 14.10.2019, 08:55 Uhr

Technisch gesehen müssen sie noch bis zum kommenden Samstag warten – weil bis dahin kein Spiel mehr ansteht, können die Fußballer des SV Atlas II aber jetzt schon feiern. Der Kreisliga-Tabellenführer fügte dem TSV Ganderkesee am Samstag die höchste Niederlage nach über 20 Jahren zu und tat damit den letzten Schritt zu einem kompletten Jahr ohne Niederlage.

VfL Stenum – Ahlhorner SV 1:4. „Wir werden daraus lernen“, sagte Stenums Trainer Frank Radzanowski nach einer Partie, in der der Aufsteiger einfach zu viele Großchancen leichtfertig vergab. Stefan Rupprecht (37./65.), Viet Duc Tommy Duong (45.) und Shqipron Stublla (59.) trafen für Ahlhorn, Stenums einiges Tor erzielte Kevin Sass (49.). Ahlhorns Trainer Servet Zeyrek knurrte am Ende trotz des Sieges: „Ich bin nur mit den drei Punkten zufrieden.“

SV Atlas II – TSV Ganderkesee 8:0. Der TSV Großenkneten war am 19. Oktober 2018 die letzte Mannschaft, die Atlas II bezwingen konnte, seitdem haben die Delmenhorster 29 Spiele in Folge nicht verloren. Mit nun 36 Zählern sind sie eine der punktbesten Herrenmannschaften in Deutschland. Ganderkesee war dem Tabellenführer zu keiner Zeit gewachsen. „Bei den letzten Siegen hatte sich so eine gewisse Gemütlichkeit im Kopf ausgebreitet. Das haben wir in der letzten Woche beim Training zum Thema gemacht. Die Mannschaft hat beeindruckend geliefert“, sagte Trainer Daniel von Seggern. Die Tore schossen Dominik Entelmann (8./Handelfmeter/49.), Mark Spohler (12.), Milot Kuaj (18./65./Foulelfmeter), Jonas Dittmar (70.) und Milan Heyl (79.). Dazu kam ein Eigentor von Ganderkesees Kieron Hoffmann, der der Pechvogel des Tages war und beide Atlas-Strafstöße verursachte. TSV-Trainer Stephan Schüttel blieb trotz der höchsten Ganderkeseer Punktspielniederlage seit mehr als 20 Jahren gelassen: „Meine Jungs sind einfach noch zu jung und zu grün, um so einen spielstarken Gegner auch mal zu ärgern. Wir haben zwar unseren Teil dazu beigetragen, aber meine Mannschaft hat sich auch von der Spielweise des Gegners beeindrucken lassen.“

KSV Hicretspor – TSV Großenkneten 4:1. Hicretspors Spielertrainer Timur Cakmak hatte Großenkneten vorher zweimal beobachtet und offensichtlich die richtigen Schlüsse gezogen. „Die Jungs haben meine taktischen Vorgaben klasse umgesetzt. Ich muss ihnen einfach ein Riesenkompliment machen“, sagte er. Der 21-jährige Neuzugang Dinho Seydi sorgte auf der linken Außenbahn für viel Druck. Ahmad Diab (5.) und Burak Aruk (6.) sorgten für die frühe Führung der Delmenhorster, die Sinan Yorgancioglu noch vor der Pause ausbaute (34.). Großenkneten war um Spielkontrolle bemüht, kam aber zu selten in den Strafraum. Nach Wiederanpfiff fackelte das entschlossene Heimteam nicht lange: Germain Martens machte mit seinem Tor zum 4:0 (50.) vorzeitig den Deckel drauf. Der Großenkneter Ehrentreffer durch Dirk Weber (65.) verhinderte nicht mehr, dass Hicretspor den vorletzten Platz und die Abstiegsränge verließ.

TV Jahn – RW Hürriyet 4:2. Jahn geriet durch Mohammed Hossein Parvizi Babadi (17.) und Berat Uyar zweimal in Rückstand, blieb zuhause aber auch im siebten Spiel ungeschlagen und setzte seine erstaunliche Saison fort. Und das ohne das Trainergespann, denn Chef Arend Arends war krank und Co Frank Palubitzki verhindert. A-Jugendtrainer Rene Rohaczynski übernahm – Arends wurde von einem Reservespieler ständig via Handy auf dem Laufenden gehalten. Allerdings fehlte auch bei Hürriyet Coach Murat Turan, der von Innenverteidiger Ibrahim Ekici vertreten wurde. „Der regnerische Platz hat uns einfach nicht gelegen und wir konnten heute nicht unser gewohntes Spiel durchziehen. Wir haben im Endeffekt verdient verloren“, sagte Ekici. Jahns Treffer erzielten Dennis Geiger zum 1:1-Pausenstand, Marc Pawletta (61.), Burak-Nazif Yaman (70.) – jeweils nach Ecken – und erneut Pawletta in der dritten Minute der Nachspielzeit.

TV Munderloh – TV Falkenburg 6:3. Die Gäste leisteten dem Favoriten großen Widerstand. Nils-Sören Wendland sorgte für Falkenburgs Führung (13.), aus der Alexander Bruns (27./30.) und Matti Lüers (33.) ein 3:1 für Großenkneten machten. Das Schlusslicht kam aber zurück und glich durch Thorsten Niehaus (34.) und Wendland (48.) zum 3:3 aus. Doch Simon und Jendrik Punke (57./60.) und noch einmal Bruns (83.) machten den Sieg für Munderloh perfekt. „Wir haben trotzdem wieder gute Moral bewiesen“, meinte Falkenburgs Trainer Georg Zimmermann. Sein Gegenüber Bendix Schröder sagte: „Gewonnen ja, zufrieden nein.“

VfL Wildeshausen II – FC Huntlosen 1:1. Wildeshausens Ole Lehmkuhl glich bei schweren Platzverhältnissen die Huntloser Führung durch Nils Heimann (12.) in der 25. Minute aus. VfL-Coach Mete Döner bekannte: „Wir können uns über das Unentschieden nicht beschweren.“