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Fußball-Kreisliga VfR Wardenburg der große Gewinner im Verfolgerfeld

Von Andreas Bahlmann | 21.10.2019, 12:15 Uhr

Die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga scheint nach nicht einmal der Hälfte der Saison schon vergeben zu sein – Spitzenreiter SV Atlas II hat bereits 13 Punkte Vorsprung.

RW Hürriyet – TuS Hasbergen 5:4. Der Hasberger Wahnsinn geht weiter. Fünf Tage, nachdem der TuS gegen den Ahlhorner SV ein 5:1 verspielt hatte, verlor der Vorletzte gegen den Stadtrivalen erneut in der Nachspielzeit – wieder nach langer Führung . „Ich weiß auch nicht, aber wir haben im Moment einfach die Seuche. Zum zweiten Mal in Folge verlieren wir in letzter Sekunde durch einen Sonntagsschuss genau in den Winkel“, stöhnte Hasbergens Trainer Chawkat El-Hourani. Das Spielfeld wirkte optisch gut bespielbar, aber der Untergrund war matschig und tief, dazu kam der Dauernieselregen. Berat Uyars 1:0 (15.) für Hürriyet glich Jakob Korfmann (16.) direkt nach Wiederanstoß aus, ehe wiederum Uyar postwendend Hürriyets erneute Führung zum 2:1 (17.) gelang. Hasbergen antwortete nur vier Minuten später mit dem 2:2 durch Zana Ibrahim. Korfmann schoss in der 45. Minute die erste Führung für Hasbergen, die er selbst in der 56. Minute auf 4:2 ausbaute. Aber Hürriyet zeigte Moral und stemmte sich mit viel Leidenschaft gegen die drohende Heimniederlage. Ein 18-Meter-Freistoß von Mahmut Ekici zum 3:4 (64.) leitete die Wende ein, Ali Nazemi (67.) erzielte mit einem feinen Treffer aus zweiter Reihe den Ausgleich. Mit einem fulminanten Schuss aus 20 Metern erzielte Ekici in der dritten Minute der Nachspielzeit das Siegtor zum 5:4.

TSV Großenkneten – TV Munderloh 4:1. Nach zwei Niederlagen gewann der TSV überraschend deutlich. „Meine Mannschaft hat eine gute Reaktion gezeigt. Munderloh war spielerisch überlegen, aber wir waren sehr effektiv“, sagte Großenknetens Trainer Kai Pankow. Auffälligster TSV-Akteur war Lucas Abel, der an allen vier Toren beteiligt war. Den ersten Treffer zum 1:0 (27.) erzielte er selbst, zum 2:0 (41.) durch Tobias Kropf, und zum 3:0 (42.) von Joris Friederichs lieferte er die Vorlagen. Munderloh kam durch Cedric Holst in der 52. Minute auf 1:3 heran, aber Großenkneten gab das Spiel nicht mehr aus der Hand. Lucas Abel krönte seine starke Leistung mit seinem zweiten Tor zum 4:1 (80.).

TSV Ganderkesee – TV Jahn 3:2. Jahn-Coach Arend Arends seufzte nach dem Spiel: „Ich habe meinen Jungs gesagt, dass die intelligentere Mannschaft gewinnt – das waren leider nicht wir. Wir hatten aber auch viele Ausfälle.“ Jahn hätte im Verfolgerfeld einen großen Schritt gehen können und führte durch das Kopfballtor von Marc Pawletta (30.) und das erste Saisontor von Gabriel Hirsz (43.) zweimal, Bjarne Walkenhorst (34.) und Benny Latwesen (46.) glichen jeweils für Ganderkesee aus. Das 2:2 entstand durch einen Foulelfmeter, den Walkenhorst herausgeholt hatte. Byron-Lee Garcia erzielte in der 81. Minute das Siegtor zum 3:2. TSV-Trainer Stephan Schüttel war insgesamt zufrieden mit der Leistung seiner Jungs: „Endlich mal wieder ein gutes Spiel von uns. Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen und haben über schnelle Pässe gute Chancen herausgespielt, waren aber zu fahrlässig in der Verwertung.“

VfR Wardenburg – KSV Hicretspor 3:1. Die abstiegsbedrohten Gäste hätten nach Großenkneten beinahe dem nächsten ambitionierten Landkreis-Club ein Bein gestellt. In der ersten Hälfte waren die Delmenhorster die bessere Mannschaft. „Wir hätten zur Halbzeit eigentlich mit 4:1 führen müssen“, ärgerte sich Spielertrainer Timur Cak, der keine Auswechselspieler zur Verfügung hatte und deshalb sagte: „Uns fehlte einfach die Möglichkeit, in der zweiten Halbzeit etwas frischen Wind reinzubringen. Das war entscheidend. Ich bin aber sehr stolz auf die Mannschaft, weil sich jeder ohne Wenn und Aber voll reingehauen und alles fürs Team gegeben hat.“ Nino Oeltjebruns’ 1:0 (44.) glich Burak Aruk im Gegenzug noch für Hicretspor aus. Sechs Minuten nach der Pause traf erneut Oeltjebruns zum 2:1. Erst in der Nachspielzeit machte Dennis Beckmann alles klar für den VfR, der Rang zwei eroberte.