Ein Angebot der NOZ

Fußballvereine machen Werbung Delmenhorster Stadtrat entscheidet über Kunstrasen

Von Henrik Schaper und Daniel Niebuhr | 02.07.2019, 20:00 Uhr

Das Thema Kunstrasenplatz wird am Mittwoch im Delmenhorster Stadtrat behandelt. Vertreter der Fußballvereine machten am Dienstag noch einmal Werbung.

Der Traum von einem Kunstrasen ist für die Fußballer in Delmenhorst ein Dauerbrenner – wie es damit weitergeht, entscheidet sich heute. Sollte der Stadtrat in seiner Sitzung ab 17 Uhr den Antrag von FDP-Ratsherr Murat Kalmis befürworten, werden Gelder für einen Bau im Haushalt für 2020 und 2021 bereit gestellt – und die Verwaltung kann sich auf die Suche nach einem geeigneten Standort und Fördermöglichkeiten begeben.

Obwohl der Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur vor zwei Wochen dafür gestimmt hat, ist durchaus eine spannende Debatte zu erwarten – denn die Beteiligten haben sich kurz vorher noch einmal in Stellung gebracht. Am Montag überraschte zunächst die Gruppe SPD & Partner, die im Ausschuss dagegen gestimmt hatte, mit dem Antrag, dass statt eines Kunst- ein Hybridrasenplatz gebaut werden soll. „Im Profifußball hat man längst begriffen, dass Kunstrasenplätze nicht das halten, was sie versprechen“, hieß es.

Vier Kunstrasentypen

Die Fußballvereine luden dann am Dienstagmorgen zu ihrer Lobbyveranstaltung ein, bei der neben Marco Castiglione (TV Jahn), Jürgen Schulenberg (DTB) und Michael Wild (TuS Heidkrug) mit Heike Sönnichsen auch eine Mitarbeiterin des Kunstrasenherstellers polytan anwesend war. „Die Sache ist ja inzwischen ein Politikum“, stellte Castiglione fest.

Die angereiste Expertin präsentierte die vier Modelle. „Liga Turf“ mit langen Halmen braucht 15 bis 25 Kilogramm Sand pro Quadratmeter. Die moderne Variante „Liga Grass Pro“ sei aktuell in Hamburg und Bremen sehr gefragt und „nicht so pflegeintensiv“. Die Mischung aus beiden ist „Liga Turf Grass“. Hier wird auf den Sand noch Granulat aufgetragen – „um den Spieler vor dem Sand zu schützen“. Den Typ „Liga Grass Synergy“ kannten auch die Fußballer noch nicht.

Auf eines der Kunstrasenmodelle wollten sich die drei Vereinsvertreter gestern nicht festlegen. Das Thema sei eben doch zu komplex. Auch die Standortsuche will man der Stadt überlassen. Castiglione machte deutlich: „Die Ratssitzung muss jetzt etwas auf den Weg bringen.“ Den Antrag der Gruppe SPD & Partner kommentierte Schulenberg so: „Das ist die letzte Gelegenheit, auf den Zug aufzuspringen.“