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U18-Basketball Bezirksliga Der historische Titel des Delmenhorster TV

Von Klaus Erdmann | 05.07.2019, 15:49 Uhr

Die U18-Basketballer des Delmenhorster TV haben in der Bezirksliga den Meisterliga errungen. Für die Jungs von Trainer Tim Frerichs ein großer Triumph.

Tim Frerichs denkt nach. „Es ist bestimmt der erste U18-Titel seit über 20 Jahren“, sagt der Trainer der U 18-Mannschaft der Basketballer des Delmenhorster Turnvereins (DTV) dann. Den Titel haben die Nachwuchsspieler in der Bezirksliga errungen. Mit 35 Punkten, die sie in 20 Partien sammelten. Und mit 1553:863 Körben. Der Vorsprung gegenüber den Verfolgern Bürgerfelder TB und TSG Westerstede beträgt drei bzw. fünf Zähler. „Zuvor waren wir Vizemeister“, blickt Frerichs zurück. „Wir waren einige Male Vizemeister.“ Umso schöner fühlt sich der ebenso ersehnte wie historische Titel nun an – auch wenn die Delmenhorster auf den Aufstieg in die Landesliga verzichteten.

Der Weg an die Spitze begann mit einem auch für Basketball-Verhältnisse wilden Ergebnis: einem 143:30 gegen den TuS Petersfehn. Frerichs blieb da aber noch vorsichtig: „Zu Beginn wollte ich erst mal sehen, wie wir in die Saison kommen. Gefühlt hatte die Truppe an Qualität verloren. Unsere Mannschaft war schwer einzuschätzen.“ Im Verlauf der Spielzeit überraschten die 16- und 17-Jährigen. Auch ihren Trainer.

Kampfbetontes Spiel

Das Selbstbewusstsein der Aktiven nahm immer größere Ausmaße an. Am sechsten Spieltag stand der Auftritt bei der TSG Westerstede, die über ehemalige Landeskaderspieler verfügt, auf dem Programm. Eine souveräne Vorstellung, denn die „Devils“ siegten mit 65:52. „Die Mannschaft war sehr motiviert. Jeder Wurf saß und die Defensive hat gut gearbeitet“, erinnert sich Frerichs. „Das Spiel war kampfbetont. Die Schiedsrichter haben gesagt, dass sie ein solch gutes U 18-Spiel noch nicht gesehen hätten.“ Frerichs bezeichnet den Sieg in Westerstede als „totalen Knackpunkt“.

Dieses Prädikat verdient eigentlich auch das Spiel beim Bürgerfelder TB, in dem die Delmenhorster am neunten Spieltag nach Verlängerung mit 65:66 unterlagen. Frerichs: „Wir haben mit der letzten Sirene verloren. Die Jungs waren total fertig und haben geweint.“ Nach diesem Erlebnis sei jeder Spieler bereit gewesen, noch eine Schippe drauf zu legen. Eine neue Defensivvariante, die der Coach einführte, zeigte Wirkung.

Auch ohne Leistungsträger stark

Die Jungs, sagt er, seien sehr fokussiert gewesen. Hätten Leistungsträger gefehlt, sei es der Mannschaft gelungen, den Verlust aufzufangen. „Drei, vier Spieltage“ vor Saisonende, als der Titel rechnerisch noch nicht sicher war, habe er gespürt, so Frerichs, dass man es schaffen kann. Nach dem Meisterstück mussten Spieler und Verantwortliche erst einmal alles realisieren. „Während der Meisterfeier haben wir die Saison Revue passieren lassen“, sagt der Trainer lächelnd.

Stärken waren die gute Moral und das Wir-Gefühl. „Jeder hat jede Rolle akzeptiert. Jeder hat seine Rolle erfüllt“, unterstreicht der 30-Jährige, der nach dem Referendariat in Bremen nach den Sommerferien am Neuen Gymnasium Oldenburg Mathematik und Informatik unterrichtet.

Nachwuchs im Aufwind

Der Nachwuchs befindet sich im Aufwind, die Devils hatten erneut U18-, U16- und U14-Mannschaften ins Rennen geschickt. Die U18-Spieler Jonas Scheffler und Emircan Kahraman nahmen an den Tryouts der Junior Baskets Oldenburg für die Nachwuchs-Bundesliga teil. Scheffler überstand die erste Hürde, schaffte den Sprung ins Team aber nicht. Was nun den Oberliga-Männern hilft, für die der 2,05 Meter große Youngster künftig fest spielt. Der Bezirksliga-Topscorer kommt mit der Empfehlung von 474 Punkten – 29,6 pro Spiel.

In der nächsten Saison will der Verein auch ein U 12-Team aufbieten. Überall spielen gute Talente, sagt Frerichs, der seit 2008 Trainer ist. „In den letzten Jahren haben wir es immer geschafft, junge Spieler in die erste Herrenmannschaft zu integrieren. Da sind wir sehr offen“, erklärt der Coach.

Frerichs, der auch die Herren III trainiert („Eine junge Ausbildungstruppe“), die Jugendabteilung leitet und selbst in der Oberliga spielt, setzte in der vergangenen Saison 13 Spieler ein, darunter die drei Syrer Delmon Youssef, Shamoun Abdo und Fadi Sandouk. Philip Mestinsek wechselt zu den Herren II. Emircan Kahraman, Youssef, Abdo, Corvin Junghanns und Moritz Praß sollen die nächsten Schritte bei den dritten Herren machen. Recardo Petersen, Florin Schulz, Fatih Bucakli, Daniel Friese, Sandouk und Nick Praegla bleiben der U18-Meistermannschaft erhalten. Ebenso wie Tim Frerichs. Natürlich.