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Fußball 1. Kreisklasse Borussia Delmenhorst trifft dreimal ins eigene Tor

Von Andreas Bahlmann | 27.05.2019, 18:35 Uhr

Delmenhorst/Landkreis Oldenburg. Vorletzter Spieltag in der 1. Fußball-Kreisklasse: Zwei Mannschaften kämpfen weiter gegen den Abstieg.

Drei Eigentore von Borussia Delmenhorst, ein 8:0 vom TSV Ganderkesee II und ein Nichtantritt vom abstiegsbedrohten TuS Vielstedt. Der vorletzte Spieltag in der 1. Kreisklasse bot nicht nur Sommerfußball. „Wir hätten gerade einmal acht Leute zusammenbekommen,“ erklärte TuS-Fußballobmann Alexander Koch die Absage der Partie beim KSV Hicretspor, die daher mit 0:5 gegen Vielstedt gewertet wurde. „Wir stecken im Abstiegskampf, aber ich hoffe, dass wir im letzten Spiel gegen Ganderkesee II den Klassenerhalt einfahren.“

FC Hude II - SV Tungeln 3:3 (2:2). „Das war der Wunsch der Mannschaft. Die wollte noch einmal das Zünglein an der Waage beim Kampf um den Aufstieg spielen“, kommentierte SVT-Trainer Jörg Gehrmann den Punktgewinn. Hude rutschte vom dritten auf den vierten Tabellenplatz ab. Aufgrund mehrerer Ausfälle bot Gehrmann in Hude eine „B-Elf“ auf und stellte in Tarek Otten einen A-Jugendlichen ins Tor. Das erwies sich als Glücksgriff. „Unfassbar, was der alles gehalten hat,“ schwärmte Gehrmann. Er hob die 65. Minute hervor, in der Otten beim Stand von 2:2 nicht nur den Foulelfmeter von Dominic Brumund parierte, sondern auch noch den Nachschuss von Christian Nordbruch. Hude II ging in der ersten Halbzeit zweimal durch Roberto Elia (17., 29.) in Führung, aber die Tungeler schlugen jedes Mal zurück. Dennis Grosspietsch erzielte das 1:1 (24.) und Keno Harich das 2:2 (35.).

Die Partie blieb auch in der zweiten Halbzeit umkämpft, mit hochkarätigen Torchancen auf beiden Seiten. Malte Kruse erzielte per Kopfball das 3:2 (85.) für die Tungeler. Die Gäste wollten nachlegen, aber die Huder drückten auf den Ausgleich. Robert Lubczynski sicherte mit dem 3:3 (90.) zumindest einen Punkt. „Die Jungs haben eigentlich ganz gut gespielt, aber uns fehlte die Effektivität vor dem gegnerischen Tor“, so Hudes Trainer Bengin Barispek.

TSV Ganderkesee II - TV Jahn Delmenhorst II 8:0 (3:0). „Das war ein Totalausfall. Ganderkesee hätte zur Halbzeit auch mit 7:0 führen können. Zum Glück ist die Saison vorbei“, stöhnte Jahn-II-Coach Frank Oehlmann nach der lustlosen Vorstellung seiner Mannschaft. Es sah anfangs nach einem gemütlichen Sommerkick aus, aber TSV- II-Trainer Andreas Dietrich brachte seine Truppe von der Seitenlinie aus lautstark auf Kurs. Danach lief es für Ganderkesee. Christian Fitzgibbon (16.), Kushtrim Milushi (32.) und Niklas Hoier (38.) schossen die 3:0-Halbzeitführung heraus. Per Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden erhöhten Torben Findeisen und Jean-Michel Dietrich nach Wiederanpfiff auf 5:0 (48., 49.). Danach schraubte das Heimteam einen Gang zurück. In der 63. Minute erhielt der bis dahin weitgehend beschäftigungslose Ganderkesee-Keeper Daniel Lübben die Gelegenheit sich auszuzeichnen. Nach einem Foulspiel im TSV-Strafraum gab es Elfmeter für den TV Jahn. Rui Miguel Pereira Bastos traf aber nur den Fangzaun. Ganderkesee zog das Tempo wieder an. Fitzgibbon traf ein zweites Mal, markierte das 6:0 (72.). Torjäger Dietrich schnürte mit zwei weiteren Toren zum 7:0 (77.) und 8:0 (81.) sogar einen Dreierpack. Andreas Dietrich bescheinigte seinen Jungs eine „klasse Leistung“: „Wir hatten den Gegner jederzeit im Griff und haben rechtzeitig die Tore gemacht. Ich muss der Mannschaft für ihr Spiel ein großes Kompliment machen.“

Delmenhorster BV - VfL Wildeshausen II 1:4 (1:1). VfL-Trainer Andree Höttges war mit der Gesamtleistung seiner Mannschaft trotz einiger Startschwierigkeiten ganz zufrieden: „Wir hatten uns vorgenommen, die 100-Tore-Grenze zu knacken, von daher hat uns der Rückstand ganz gut in die Karten gespielt, denn die Jungs mussten alle eine Schippe drauflegen.“ In der 13. Spielminute tauchte Pascal Zoll alleine vor dem Wildeshauser Tor auf und erzielte das 1:0 für den DBV. Der Weckruf saß bei den favorisierten Gästen. Rascho Saadi glich kurz vor der Pause zum 1:1 (42.) aus. Nach dem Seitenwechsel dominierten die VfLer, trotz leidenschaftlicher Delmenhorster Gegenwehr, klar das Spielgeschehen. Erneut Saadi (80.) und per 60-Sekunden-Doppelschlag Henning Nitzschke (88.) und Peter Schlüter (89.) schossen die weiteren Tore zum verdienten 4:1-Sieg der Wildeshauser.

Borussia Delmenhorst - TuS Heidkrug II 2:7 (2:1). Heidkrugs Trainer Andreas Heldner wurde während der Halbzeit in der Kabine laut, denn sein Team lag zur Pause beim Absteiger Borussia Delmenhorst mit 1:2 zurück. Ein unglückliches Eigentor durch Oliver Schuller brachte zwar das 1:0 (15.) für die Gästemannschaft, aber das Heimteam ließ sich dadurch nicht verunsichern. Borussia antwortete mit mutigem Fußball und belohnte sich mit dem 1:1 (21.) durch Pascale Reimer und kurz vor dem Halbzeitpfiff mit dem 2:1 (45.) durch Fabian Franz.

Heldners folgende Ansprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Nach dem Wiederanpfiff fand ein Spiel auf ein Tor statt. Die Heidkruger Reserve drehte das Spiel und gewann hochverdient. Lucas Dotschat glich zum 2:2 (51.) aus und traf später ein zweites Mal zum 5:2 (75.). Nils Bothe (83.) und Marvin Kuchenbuch (86.) erzielten die letzten beiden Tore zum 7:2-Endstand. Unter dem großen Druck unterlief Schuller in der 70. Minute sein zweites Eigentor zum 2:4. Es war das dritte Eigentor der Partie, denn Fabian Mende grätschte den Ball beim Abwehrversuch zum 2:3 (55.) ins eigene Netz. „Es ging zwar nur um die Goldene Ananas, aber wir wollen die Saison anständig beenden und wenigstens den neunten Tabellenplatz behaupten“, war Heldner mit der Leistungssteigerung seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel zufrieden.