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Jahreshauptversammlung FC Hude Minutenlanger Applaus für Peter Burgdorf

Von Sebastian Hanke | 17.02.2019, 15:22 Uhr

Die Mitglieder des FC Hude haben sich mit minutenlangem Beifall bei Peter Burgdorf bedankt. Der 72-Jährige kandidierte während der Jahreshauptversammlung 2019 nicht wieder für das Amt, das er 26 Jahre lang innehatte.

Schwarze Zahlen, ein Mitgliederzuwachs, ein Kunstrasenplatz und das 70-jährige Bestehen des Vereins – während der Jahreshauptversammlung des FC Hude am Freitagabend erfuhren die Mitglieder viel Positives. Im Mittelpunkt der Sitzung, die erstmals "auswärts", im Vielstedter Bauernhaus, stattfand, stand allerdings Peter Burgdorf. Er gab das Amt des 1. Vorsitzenden ab. Zu seinem Nachfolger wurde Andreas Otte gewählt.

Nach 26 Jahren gab Burgdorf sein Amt ab und machte den Weg frei für Otte, der als einziger Kandidat zur Wahl stand und einstimmig gewählt worden ist. „Es war eine sehr abwechslungsreiche und tolle Zeit“, resümierte Burgdorf gegenüber dem dk. Er wurde mit lang anhaltenden stehenden Ovationen mit Respekt und Anerkennung für seine Arbeit überschüttet. Burgdorfs Vater war vor 70 Jahren Mitbegründer des Vereins und sorgte dafür, dass der heute 72-Jährige von „Anfang an“ (Burgdorf) mit von der Partie war. Er begann in der Jugend, spielte danach bis zu seinem 35. Lebensjahr für die erste Herren. Zudem übernahm er mehrere ehrenamtliche Tätigkeiten in dem Fußballverein, ehe er 1993 die Position des 1. Vorsitzenden von Hans-Werner Eckhoff übernahm. Burgdorf, der bei seinem "Herzensverein" weiterhin im Hintergrund mitwirken wird, war für seine großen Verdienste für den FCH bereits vor einem Jahr zum Ehrenmitglied ernannt worden.

Andreas Otte ist im FC Hude ein Begriff

In Andreas Otte wurde ein im FCH gut bekanntes Gesicht zu Burgdorfs Nachfolger und zum achten Vorsitzenden des Vereins gewählt. Otte ist seit mehr als 20 Jahren als Steuerberater des FC Hude tätig, er übernahm im Laufe der Zeit immer weitreichendere Aufgaben. Deshalb wird es keine gravierenden Änderungen im Verein geben. „Wir werden den gleichen Weg wie in den letzten Jahren weitergehen“, erklärte Otte im Vielstedter Bauernhaus, das erstmalig Austragungsort einer Jahreshauptversammlung des Clubs war. Im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Kult-Gaststätte „Haus am Bahnhof“ von Heike Guschmann in Hude ihre Pforten geschlossen. Guschmann wurde während der Versammlung für „eine super Zeit“ (Burgdorf) mit einem Blumenstrauß geehrt.

Für die 25-jährige Mitgliedschaft wurden Sascha Stolze, Mario Klostermann, Kevin Lumma, Marion Nettig, Sascha Lau, Hermann Precht, Torsten Quander, Torsten Mende, Nicolai Morawitz, Björn Rakow und Franz Siemenschek ausgezeichnet. Christian Auffahrt ist seit 30 Jahren beim FCH. Uwe Giehl bekam aufgrund seiner 50-jährigen Treue die Goldene Nadel. Diese erhielt ebenfalls Peter Hepting, der allerdings schon 60 Jahre im Verein ist. Für großes Staunen unter den 68 anwesenden Mitgliedern sorgten dann der 81-jährige Schiedsrichter Gerhard Prescher und der 88-jährige Erwin Mehldau. Die beiden wurden für den 70-jährigen Bestand ihrer Mitgliedschaft zu FCH-Ehrenmitgliedern ernannt. Mehldau ist gar ein Gründungsmitglied des Clubs.

Jugendtrainer dringend gesucht

Mittlerweile zählt der FC Hude 644 Mitglieder. Im Vergleich zum Jahr 2015 ist das ein Anstieg um zehn Prozent, und das wirkt sich auch auf die Zahl Mannschaften aus. Insgesamt stellt der Verein 30 Teams. Außer vier Männerteams und einer Oldie-Mannschaft laufen 25 Jugendteams mit 345 Kindern und Jugendlichen für den FCH auf – Tendenz steigend. Deshalb beklagt der Verein einen Trainermangel. „In den jungen Jahrgängen haben wir aktuell einen Aufnahmestopp“, berichtete Wiebke Kliege, 2. Jugendleiterin. „Wir brauchen Trainer, wir brauchen die Unterstützung, damit wir ein gutes Training für die Kids anbieten können“, sagte sie.

Positiv fiel die Bilanz der ersten Männermannschaft aus. Sie läuft nach dem Wiederaufstieg vergangenen Sommer in der Bezirksliga auf und steht mit 29 Zählern auf Rang fünf. „Wir sind voll im Soll“, sagte Co-Trainer Ralf Buß und wagte einen Blick in die Zukunft: „Auf Dauer wollen wir weiter nach oben – in die Landesliga.“ Die Bedingungen dafür wären gegeben. Vor wenigen Monaten wurde der Kunstrasenplatz – das 1,4-Millionen-Euro-Projekt der Gemeinde – am Vielstedter Kirchweg eingeweiht und in diesem Winter aktiv genutzt. „Dass wir auf dem Kunstrasenplatz trainieren können, ist ein Segen für uns und für den Verein“, freute sich Buß. Dennis Behnken, Kassenwart des FCH, ergänzte:

„Wir sind sehr froh, dass es mit dem Kunstrasenplatz geklappt hat.“

Einen weiteren Grund zur Freude lieferte die Tatsache, dass der Verein, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert, im zweiten Jahr in Folge Schwarze Zahlen geschrieben hat. 3868,51 Euro beträgt der Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr. Wie viel Geld davon in die Feierlichkeiten des Jubiläums gesteckt wird, ist nicht bekannt. Sicher ist, dass – wie bereits zum 66. Geburtstag des FC Hude – eine blau-rote-Nacht veranstaltet werden soll. Zudem steht in den Osterferien ein Fußballcamp für Kinder an. Die 50 Plätze waren allerdings nach einer Woche vergriffen. Des Weiteren wird es im Mai einen Sponsorenlauf und im Juni ein Jubiläumsturnier geben, an dem mehr als 100 Mannschaften teilnehmen sollen. Zusätzlich ist die Renovierung der Kabinen am Waldstadion ein großer Punkt, der angegangen werden soll. „Wir sind in Gesprächen mit der Gemeinde, aber es gibt noch nichts zu verkünden“, teilte der Club mit.

Sascha Stolze (3. Vorsitzender), Ines Böhlmann (Schriftführerin), Dennis Behnken (Kassenwart) und Ralf Brunken (1. Jugendwart) wurden erneut in ihre Ämter gewählt. Und das, wie beim neuen ersten Vorsitzenden Andreas Otte, ohne Gegenstimme. Seine erste Amtshandlung vollzog Otte bereits am Freitagabend: „Alle Getränke gehen heute Abend auf meinen Zettel." Die Mitglieder jubelten, Otte strahlte: Beim FC Hude läuft es rund.