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Fußball-Bezirksliga Andree Höttges trainiert ab Sommer wieder SV Tur Abdin Delmenhorst

Von Lennart Bonk | 03.04.2019, 17:03 Uhr

Eine kleine Überraschung: Andree Höttges kehrt als Trainer zum SV Tur Abdin Delmenhorst zurück. Der Fußball-Bezirksligist erklärt, was hinter der Verpflichtung steckt.

Dass Außenstehende mit Überraschung auf die neueste Personalie des SV Tur Abdin Delmenhorst reagieren, kann Isa Tezel vollkommen nachvollziehen. „Viele hielten es erst für einen Aprilscherz“, schildert der Teammanager des Fußball-Bezirksligisten die ersten Reaktionen. Doch dafür ist der Tabellenneunte rund 21 Stunden zu spät gewesen, als er am Dienstagabend vermeldet hatte, dass Andree Höttges ab Sommer wieder auf dem Trainerstuhl der Düsternorter Platz nehmen wird.

Zwei neue Trainer in einem halben Jahr

Für hochgezogene Augenbrauen sorgt die Meldung aus einem einfachen Grund: Erst im Winter präsentierte der Verein Edgar Kary als Nachfolger für Christian Kaya. Auf der anderen Seite hatte Höttges erst im Sommer 2018 die Zweitvertretung des VfL Wildeshausen übernommen und steht mit dem Kreisklassisten kurz vor dem Aufstieg in die Kreisliga.

Warum holt sich der Bezirksligist also einen weiteren Trainer? Tezel klärt die Situation auf: "Mit Andree haben wir schon Kontakt aufgenommen, als Christian Kaya Anfang Dezember seinen Rücktritt als Trainer verkündet hatte. Wir waren mit den Gesprächen schon weit, aber konnten und wollten ihn nicht im Winter aus seinem Engagement bei Wildeshausen herausreißen." Über die Pläne mit Höttges sei auch Edgar Kary im Bilde gewesen, der dann in der Saisonhalbzeit die Nachfolge von Kaya antrat. "Edgar wusste im Winter schon, dass Andree im Sommer zu 90 Prozent kommen wird", betont der Teammanager. Es sei also alles sauber gelaufen.

Höttges: "Zu Tur Abdin kehre ich gerne zurück"

Höttges trainierte Tur Abdin bereits zwischen 2014 und 2016. "Wir haben ausschließlich positive Erinnerungen an Andree. In der Spielzeit 2014/15 hat er mit dem dritten Platz unsere bisher beste Platzierung in der Bezirksliga geholt. Auch nach dem Abschied 2016 haben sich Andree und der Verein nie aus den Augen verloren", sagt Tezel.

Höttges bestätigt die guten Beziehungen: "Es gibt solche Vereine wie TSV Großenkneten, VfL Wildeshausen und SV Tur Abdin, zu denen kommt man als Trainer gerne zurück, weil dort die Arbeit honoriert wird." Er freut sich im Sommer auf eine "spannende Aufgabe" und möchte dazu beitragen, mit der "fußballerisch hervorragenden Mannschaft konstante Leistungen auf den Platz zu bringen". Mit dem VfL Wildeshausen geht der Sohn der Werder-Legende Horst-Dieter Höttges im Guten auseinander: "Es gibt keine Dissonanzen. Verein und Mannschaft habe ich schon im Februar in Kenntnis gesetzt."

Was macht Kary?

Wie es mit Kary weitergehen wird, ist noch offen. „Es ist noch zu früh, um darüber zu entscheiden. Wir müssen jetzt absprechen, wie die Pläne für die Zukunft aussehen“, sagt der ehemalige Torwart. Derzeit befinde sich die sportliche Leitung um Tezel und Matthias Demir in „wirklich guten Gesprächen“ mit dem jetzigen Coach, der aktuell seinen Trainerschein erwirbt. Aus seinen ersten drei Spielen hat der 30-Jährige sieben Punkte (zwei Siege, ein Unentschieden) geholt. „Wir sind mit Edgar zu 100 Prozent zufrieden. Wir würden auch gerne mit ihm weitermachen“, stellt Tezel klar. Denkbar wäre für ihn, dass Höttges und Kary „mehr oder weniger als gleichberechtigtes Trainerduo“ an der Seitenlinie agieren. Höttges trage allerdings am Ende die Verantwortung, so der Teammanager.

Der ehemalige und zukünftige Tur Abdin-Coach Höttges wünscht sich auch, dass Kary den SV Tur Abdin weiterbegleitet. Mit seinem Schlussmann aus vergangenen Zeiten beim VfB Oldenburg stehe er im Kontakt. Mit den ersten drei Spielen befinde sich der Übungsleiter auf einem guten Weg, findet der Trainer-Recke. Wie es ab Sommer auf der Trainerbank der Delmenhorster aussehen wird, werden die Verantwortlichen in den nächsten Wochen vermelden. Vielleicht staunt die hiesige Fußball-Szene dann über den nächsten Coup des SV Tur Abdin.