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Fußball-Testspiel SV Atlas Delmenhorst verliert beim VfL Oldenburg

Von Lars Pingel | 03.02.2019, 21:31 Uhr

Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben ein Testspiel beim Regionalligisten VfL Oldenburg verloren.

Delmenhorster stehen nicht kompakt genug

Der SV Atlas bestritt in Oldenburg den zweiten Probelauf vor dem Start in den zweiten Teil der Saison 2018/19. Eine Woche zuvor hatte er beim Bremen-Ligisten SV Werder Bremen III mit 1:0 gewonnen. "Das war schon ein ganz anderer Gegner. Auch wenn der VfL in der Tabelle unten steht, er ist ein Regionalligist mit ganz anderen Ambitionen", sagte Olaf Blancke nach der Partie in Oldenburg: "Dementsprechend hat er uns an unsere Grenzen geführt und unsere Defizite aufgezeigt." Aber eben auch deshalb war die Partie vereinbart worden. "Das ist das Gute: Man sieht, was noch nicht so klappt", fand Olaf Blancke, der aber auch zugab, dass ihm die Deutlichkeit nicht gefallen hatte. "Das tut weh, keine Frage", sagte er über die erste Halbzeit und fügte die Lehren aus dieser sofort an: "Wir haben zu viele Pässe in die Tiefe zugelassen. Wir müssen kompakter stehen, die Räume zumachen. Aber wir dürfen auch die Zuspiele nicht zulassen."

Oldenburg liegt nach einer halben Stunde mit 3:0 vorn

Die Oldenburger ließen ein Atlas-Team, in dem außer Marvin Osei und Jannik Vollmer (verletzt) fünf grippekranke Akteure wie Torjäger Marco Prießner fehlten, zunächst nicht ins Spiel kommen. Der Regionalligist war hellwach, spritzig, schnell, zweikampfstark und passsicher. Die Atlas-Angriffe endeten spätestens zehn Meter hinter der Mittellinie, nach den Ballgewinnen schaltete der VfL schnell um und stürzte den SVA mit genauen steilen Abspielen in viele Schwierigkeiten. Kai-Sotirios Kassis (9. Minute), Joshua König (13.) und Lennart Blömer, der zudem davon profitierte, dass sich SVA-Torwart David Lohmann nach dem Pass verschätzte (31.), erzielten die drei VfL-Treffer vor der Pause nach diesem Muster. Es hätten mehr sein können. "Wir haben viele klare Chancen vergeben. Das ist unser großes Problem", sagte VfL-Sportchef Detlef Blancke. Zwei davon hatte Lohmann mit guten Reaktionen vereitelt (6., gegen Kassis/28., gegen Blömer), mehrfach schossen Oldenburger knapp vorbei.

Das Fazit des VfL-Sportchefs fiel zwiegespalten aus. "In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt", lobte Detlef Blancke und fügte hinzu: "In der zweiten nicht gut." Das lag aber nicht zuletzt daran, dass Atlas deutlich besser wurde. Nach dem 0:3 fing die Mannschaft an, sich in die Partie zu arbeiten. Dennis Mooy machte das mit einem unhaltbaren Schuss aus acht Metern, nachdem der VfL den Ball nach einer Ecke von Musa Karli nicht aus dem Strafraum bekommen hatte, auch im Ergebnis bemerkbar (41.). Die Qualität der Standardsituationen gefiel Atlas-Coach Olaf Blancke: "Fast jede war gefährlich. Darauf können wir aufbauen. Sie sind wichtig, denn, wenn ein Spiel mal nicht läuft, kann man damit zu Toren kommen."

SV Atlas steigert sich nach der Pause deutlich

Die Delmenhorster gestalteten die Partie nach dem Seitenwechsel ausgeglichen. Sie arbeiteten besser in der Defensive und hatten in ihren Offensivaktionen mehr Zug und Genauigkeit. Atlas kam nach der Pause zu mehr Torchancen als die Gastgeber. Der am Donnerstag verpflichtete Stürmer Aladji Barrie (60.), der durchspielte, Keisuke Murikami (80.) und Leon Lingerski (88.) scheiterten an VfL-Torwart Dirk Oetjen. Ein Kopfball von Marlo Siech nach einer Ecke von Patrick Degen wurde kurz vor der Linie abgeblockt (69.). Vor dem Atlas-Tor wurde es deutlich seltener gefährlich. Ihre beste Chance verwerteten die Gastgeber allerdings. Nach einer Ecke von Naciso Lubaca kam Luca Mittelstädt im Fünfmeterraum zum Kopfball (86.). Gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts hatte Göretzlehner einen Schuss von Conrad Azong gehalten (46.).

Olaf Blancke setzte in Oldenburg 16 Spieler ein. Im Tor spielten Lohmann und Niklas Göretzlehner je eine Halbzeit. Florian Urbainski, der alle Oberliga-Punktspiele bestritten hat, bekam eine Pause. "Ich will alle sehen", erklärte Olaf Blancke seine Planung, die nicht nur für die Torhüter gilt: "Jeder muss seine Einsatzzeiten haben. Benno hatte bei Werder 90 Minuten gespielt." Eine der fünf Auswechslungen hatte der SVA-Trainer allerdings früher als gedacht vornehmen müssen. Innenverteidiger Karlis Plendiskis und der Oldenburger Marten Schmidt waren mit den Köpfen zusammengeprallt (11.), wenig später kam dann Leon Lingerski für Plendiskis (21.).

Delmenhorster testen wieder am 7. Februar

Die Vorbereitung auf das Punktspiel beim Oberliga-Spitzenreiter Eintracht Northeim am Sonntag, 24. Februar (14 Uhr), verlief für den SV Atlas bisher nicht nach Wunsch. Schuld ist das Wetter, das Fußball unter freiem Himmel kaum zuließ. "Training kann man das eigentlich nicht nennen", sagte Olaf Blancke über die bisherigen Einheiten. "Wir waren nur einmal, am Donnerstag, draußen. Und auch das war grenzwertig: Wir konnten nicht ins Tempo gehen." Das sei für ihn als neuen Trainer – er ist seit Mitte Dezember Coach des Teams – schwer, klagen mochte Olaf Blancke dennoch nicht: "Wir sind nicht die einzige Mannschaft, die dieses Problem hat." Trotzdem hofft er auf Besserung, um den Trainingsplan fortan wie gewünscht umsetzen zu können. In diesem stehen auch noch drei weitere Testpartien: am Donnerstag, 7. Februar, 19.30 Uhr, bei GVO Oldenburg (Bezirksliga), am Sonntag, 10. Februar, 14 Uhr, beim FC Oberneuland (Bremen-Liga) und am Samstag, 16. Februar, 13 Uhr, beim FC Hagen/Uthlede (Oberliga).