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Unerwarteter Freudenausbruch Hockey-Club Delmenhorst steigt überraschend in die Oberliga auf

Von Klaus Erdmann | 25.02.2019, 20:59 Uhr

Die Mannschaft von Henning Bremer zeigt in der Willmshalle eine begeisternde Leistung. Der HCD überrascht den favorisierten Goslarer HC 09.

Nach einer Saison, in der sie hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind, haben die Herren des Hockey-Clubs Delmenhorst (HCD) am Sonntagnachmittag für einen Paukenschlag gesorgt. Im Aufstiegsspiel zur Oberliga fertigten sie den Goslarer HC 09 mit 10:4 (5:1) ab. Die Mannschaft von Cheftrainer Henning Bremer, die als Außenseiter galt, zeigte vor rund 150 Zuschauern in der Willmshalle einen begeisternden Auftritt, führte nach 16 Minuten mit 5:0 und löste einen unerwarteten Freudenausbruch aus.

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HC Delmenhorst: Neubauer, Pleil; Garms, R. Hader, U. Hader, Klein, Kramer, Meyer, Müller, Reimers, Speer, Tönjes.Tore: 1:0, 2:0 Kramer (2., 5.), 3:0 R. Hader (8.), 4:0 Tönjes (12.), 5:0 R. Hader (16.), 5:1 Barckmann (28.), 6:1 U. Hader (38.), 7:1 Kramer (42.), 7:2, 7:3 Barckmann (47., 50.), 8:3, 9:3 Kramer (52., 56.), 9:4 Preißler (58.), 10:4 Speer (60.).Zuschauer: 150.

Zur Vorgeschichte: Goslar, Meister der 1. Verbandsliga Niedersachsen, beendete die Hallenrunde nach 14 Spielen mit 37 Punkten (zwölf Siege, ein Unentschieden, eine Niederlage) und 95:56 Toren. In der 1. Verbandsliga Bremen erreichte der HCD mit 13 Punkten (drei Siege, vier Unentschieden, drei Niederlagen) und 62:68 Treffern das Ziel. Da der Club zur Vahr II und der Bremer HC II nicht aufsteigen dürfen (die ersten Vertretungen dieser Vereine spielen 2019/20 in der Oberliga) und der Tabellendritte SW Bremen verzichtete, standen die Delmenhorster unverhofft im Aufstiegsspiel – angesichts der Fakten als Außenseiter.

HCD überraschte Goslar

Bremer sowie dessen Co-Trainer Nils Hübner und Rene Pawelski überraschten Goslar in der Anfangsphase. Der HCD spielte während der ersten acht Minuten, in denen drei Treffer fielen, ohne Torhüter und sorgte mit sechs Feldspielern für Offensivpower. Er überrannte Goslar förmlich. Die Stimmung in der relativ kleinen Halle war von Anfang an hervorragend.

„Ich habe alte Kontakte aufleben lassen und Informationen über die Goslarer eingeholt“, erklärte Bremer nach dem Schlusspfiff. Und: „Wir wollten überraschend spielen“. Das gelang dem HCD, der von seinen Fans glänzend unterstützt wurde, vorbildlich. Der Gegner sah sich überrumpelt und er schaffte es nicht, an die in der Punktspielrunde gezeigten Auftritte anzuknüpfen. Der Hausherr, der sich in diesem entscheidenden Spiel als Einheit präsentierte, und von der ersten Minute an aufopferungsvoll kämpfte, führte zur Pause mit 5:1.

Im zweiten Abschnitt gab zunächst, wenig überraschend, Goslar den Ton an. Den ersten Treffer nach der Pause erzielte jedoch der Gastgeber. Nach einem sehenswerten Spielzug gelang Ulli Hader das 6:1. Nach dem dritten Treffer des fünffachen Torschützen Stephen Kramer, der seine Mannschaft mit 7:1 in Führung brachte, verwandelte Goslars Mannschaftskapitän Jan Barckmann zwei Ecken.

Der HCD antwortete auf diese Ergebniskorrektur mit zwei weiteren Toren von Kramer. Beim Stand von 7:2 erhöhte der GHC den Druck und setzte einen sechsten Feldspieler ein. Eine Maßnahme, die nicht von Erfolg gekrönt war. Die Delmenhorster ließen sich den Vorsprung nicht mehr entreißen und feierten nach einer Vorstellung, der großes Lob gebührte, ein 10:4.

„Unsere Mannschaft hat ohne Druck gespielt. Goslar hatte nie einen roten Faden“, sagte Erwachsenenhockey-Leiter Werner Fleischer. Ausschlaggebend sei gewesen, betonte Trainer Bremer, dass alle Spieler nach der verkorksten Saison mit 100 Prozent dabei gewesen seien. Eine wichtige Rolle hätten die Fans gespielt. „Wir sind mit wenig Erwartungen in dieses Spiel gegangen“, sagte Mannschaftskapitän Robert Hader. Der HCD habe anfangs keine Fehler gemacht, während Goslar „supernervös“ gewesen sei. Trainer Bremer habe die Mannschaft gut vorbereitet.

Am Donnerstag, 25. April, kehrt der HC Delmenhorst in den Verbandsliga-Alltag zurück. An diesem Tag bestreitet der Tabellenzweite das erste Spiel des Restprogramms der Feldrunde bei SW Bremen.