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Peckelsen muss gehen TSV Ganderkesee trennt sich von seinem Geschäftsführer

Von Daniel Niebuhr | 05.04.2019, 18:03 Uhr

Der TSV Ganderkesee trennt sich von Geschäftsführer Hans-Dieter Peckelsen – und besetzt die Position nicht mehr neu.

Andreas Dietrich wird gewusst haben, dass in Kürze sein Mobiltelefon klingeln würde, als seine Frau am Freitagmorgen diese kurze Meldung verschickte. In zwei knappen Sätzen informierte die Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Birgit Dietrich die Presse darüber, dass sich der TSV Ganderkesee zum 1. April nach anderthalb Jahren von seinem Geschäftsführer Hans-Dieter Peckelsen getrennt hat – ein zumindest nicht ganz alltäglicher Vorgang, vor allem nicht bei einem Verein, der vor nicht einmal vier Jahren wegen tiefroter Zahlen, einer Unterschlagungs-Affäre und der Kündigung des damaligen Geschäftsführers Raphael Riekers in die Schlagzeilen geraten war.

Geschäftsführer "nicht mehr nötig"

Andreas Dietrich, übrigens Nachfolger des damals zurückgetretenen Clubchefs Uwe Vogel, hatte also zweifellos geahnt, dass es Nachfragen geben würde – und erklärte in aller Ruhe die Meldung, die auf ganz andere Weise bemerkenswert ist. Sein Verein, der mehr als 2000 Mitglieder hat, verzichtet in Zukunft nicht nur auf Peckelsen, sondern generell auf einen Geschäftsführer und trotzt damit dem Trend großer und mittlerer Vereine, von denen immer mehr solche Posten schaffen. 2013 hatte man die TSV-Mitglieder von der Notwendigkeit eines hauptamtlichen Angestellten überzeugt, nun ist der aber "nicht mehr nötig", wie Dietrich sagt.

Peckelsen hegt keinen Groll

Zu dieser Erkenntnis waren er und der Vorstand während der vergangenen acht Monate gekommen, in denen Peckelsen nach einem Verkehrsunfall ausgefallen war. Die Geschäftsstelle mit zwei Teilzeitmitarbeitern hat sich in dieser Zeit laut Dietrich derart erfolgreich neu strukturiert, dass keine Arbeit mehr für einen Geschäftsführer da sei. "Es ist klar geworden, dass es möglich ist, die Arbeit mit dem bestehenden Team zu bewältigen", sagt Dietrich. In Kürze soll es eine weitere Teilzeitkraft zur Verstärkung geben, "und dann sind wir gut aufgestellt. Ich muss die Kosten für einen Geschäftsführer auch vor meinen Mitgliedern rechtfertigen."

Peckelsen hegte nach der Entscheidung des Vereins keinen Groll, wie er versicherte: "Es ist alles gut." Ein hauptamtlicher Geschäftsführer sei nötig gewesen, "um den Verein zu sanieren – das ist ja auch gelungen".