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Fußball-Bezirksliga VfL Wildeshausen gewinnt grandioses Derby gegen SV Tur Abdin Delmenhorst

Von Lars Pingel | 01.05.2019, 19:00 Uhr

Die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen haben sich in einer hochklassigen Partie gegen den SV Tur Abdin Delmenhorst mit 4:3 (2:2) durchgesetzt.

Je fünf Begegnungen müssen die Bezirksliga-Fußballer des VfL Wildeshausen und des SV Tur Abdin in dieser Saison 2018/19 noch bestreiten. Egal, was die noch für sie bereithalten, sicher ist, dass in einem Rückblick die beiden Vergleiche untereinander zu den Höhepunkten gehören. Die Wildeshauser werden daran etwas fröhlicher zurückdenken: Am Dienstagabend gewannen sie vor 200 Zuschauern im heimischen Krandelstadion das Derby mit 4:3 (2:2), wie schon im Hinspiel – 4:3 (2:1) – nach einer aufregenden, auf sehr hohem Niveau stehenden Partie. „Das war ein geiles Fußballspiel“, schwärmte VfL-Trainer Marcel Bragula, dessen Team weiter acht Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten TuS Obenstrohe aufweist. Der Coach des Spitzenreiters gab auch zu:

„ „Der Sieg für uns war glücklich. Ein Unentschieden hätte dem Spielverlauf entsprochen.“

SV Tur Abdin gibt sofort Vollgas

Die Delmenhorster hielten sich nicht damit auf, erst einmal zu schauen, was die Wildeshauser so vorhaben. Sie gaben vom Anpfiff an Vollgas. Ihr technisch starkes, schnelles Offensiv-Quintett Manuel Celik, Ali Hazimeh, Lukas Matta, Simon Matta und Can Blümel stellte den VfL – während des gesamten Spiels – vor viele große Herausforderungen, einige davon waren unlösbar. Die frühe Abdin-Führung entsprach dem Geschehen auf dem Platz. VfL-Torwart Sebastian Pundsack hatte nach einem klasse Tur-Angriff einen Schuss von Hazimeh pariert, doch Simon Matta hatte keine Mühe, den Abpraller über die Linie zu schieben (5. Minute).

Wildeshausen geht in Führung

Wenig später kam der VfL etwas aus dem Nichts durch einen Freistoß aus 18 Metern zum Ausgleich. Abdin-Torwart Jens Dekarski war vom Flachschuss, den Lennart Feldhus an der Mauer vorbeizog, offensichtlich überrascht (14.). Richtig unglücklich sah der Torhüter nur neun Minuten später aus, als er einen Kopfball von Marius Krumland nach einer von Christoph Stolle geschlagenen Ecke passieren ließ: 1:2.

Bragula hatte kurz zuvor auf die gute Leistung der Abdin-Elf reagiert. Er änderte die taktische Aufstellung seines Teams: aus einem 4-4-2 wurde ein 4-1-4-1. Das gab mehr defensive Stabilität, das großartige Konterspiel ihrer Gäste konnten die Wildeshauser dennoch nicht stoppen. „Das Umschaltspiel von Abdin ist perfekt“, lobte der VfL-Trainer.

Dem Ausgleich der Delmenhorster ging ebenfalls eine Standardsituation voraus. Vom hinteren linken Starfraumeck aus fand Blümel mit einer Freistoßflanke den im Fünfmeterraum freistehenden Hazimeh (31.).

Abdin-Torwart Jens Dekarski hält Foulelfmeter

Das Tempo blieb atemberaubend hoch. In der 41. Minute ließ sich Abdin auskontern. Der schon verwarnte Daniel Karli foulte Maximilian Seidel im Strafraum. Dekarski parierte den Strafstoß von Thorben Schütte.

Nach der Pause bauten die Aramäer ihre Angriffe zunächst etwas ruhiger auf, ehe sie ihre schnellen Spitzen mit langen Pässen bedienten. Simon Matta, der von Schütte gestoppt wurde (52.), Hazimeh, dessen Schuss Pundsack klasse per Fuß abwehrte (66.), und Celic, der knapp vorbei schoss (69.), kamen so zu klaren Chancen. Aus dem Gegenzug machten die Wildeshauser, die nach Ballgewinnen ebenfalls viele schnelle, gefährliche Angriffe kreierten, ihr drittes Tor. Schütte spielte einen langen Pass auf den eingewechselten Michael Eberle, der Dekarski keine Chance ließ (69.).

Mario Krumland köpft Siegtor für VfL Wildeshausen

Die Delmenhorster schüttelten sich einmal – und glichen keine 120 Sekunden später aus. Der zur zweiten Halbzeit für Karli aufs Feld gekommene Johannes Artan traf aus spitzem Winkel (71.). Wenig später fehlten Abdin nur Zentimeter zum Führungstor. Nach einem starken Zusammenspiel mit Simon Matta hämmerte Celik den Ball an die Latte des VfL-Tors (74.). Und erneut trafen die Wildeshauser schon nach der folgenden Offensivaktion. Stolle schlug einen Freistoß von der Mittellinie aus hoch in den Strafraum, dort fehlte allen Delmenhorstern die Entschlossenheit: Krumland köpfte aus drei Metern ein (75.).

Abdin-Trainer Edgar Kary hat Spaß an einem "super Spiel"

In der Schlussphase, in der Tur Abdin alles nach vorn warf, wurde mehrfach emotional diskutiert. Beide Mannschaften waren, wie schon häufiger zuvor, mit Entscheidungen des Unparteiischen Tom Adler (Ganderkesee), der neunmal Gelb gezeigt hatte, nicht einverstanden. „Es gab Fehlentscheidungen auf beiden Seiten. Der Schiedsrichter hatte leider keine klare Linie“, fand Abdin-Trainer Edgar Kary. Er fügte aber sofort hinzu: „Es lag nicht an ihm, dass wir verloren haben. Wir hatten genug Möglichkeiten, das Spiel für uns zu entscheiden.“ Er war, trotz der logischen Enttäuschung darüber, dass sie mit leeren Händen dastand, mit der Leistung seiner Mannschaft sehr zufrieden. „Es war ein super Spiel“, bilanzierte Kary:

„ „Es hat Spaß gemacht zuzusehen.“