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Fußball-Oberliga SV Atlas Delmenhorst möchte ersten Matchball nutzen

Von Lars Pingel | 04.05.2019, 00:25 Uhr

Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst können sich an diesem Sonntag mit einem Heimsieg über den SC Spelle-Venhaus den Klassenerhalt sichern. Am Freitag gab der Verein zwei Abgänge bekannt.

Realistisch betrachtet kämpfen noch sechs Mannschaften um den Verbleib in der Oberliga. Der Tabellenletzte BV Cloppenburg und der -vorletzte VfL Oythe brauchen vor dem drittletzten Spieltag bei neun, beziehungsweise sechs Punkten Rückstand auf den rettenden Rang schon ein ziemlich großes Fußball-Wunder, um dem Sturz in die Landesliga noch zu entgehen. Der SV Atlas Delmenhorst startete von der besten Ausgangsposition in den Saisonenspurt, denn: „Wir haben es selber in der Hand“, sagt SVA-Trainer Olaf Blancke. Nach dem 4:3 (2:1) beim MTV Wolfenbüttel vom Mittwoch hat seine Mannschaft als Tabellenneunter mit 37 Zählern ein Polster von sechs Punkten auf den 1. FC Wunstorf, der den ersten Abstiegsplatz belegt. Dazu kommt eine um 24 Treffer bessere Tordifferenz. Und deshalb nennt Blancke das Heimspiel gegen den SC Spielle-Venhaus, das an diesem Sonntag um 15 Uhr im Stadion angepfiffen wird, „den ersten von drei Matchbällen“. Das Ziel ist logisch: Er soll verwandelt werden. Gewinnt Altas ist alles klar.

SC Spelle-Venhaus ist 2019 noch ungeschlagen

Es ist sogar möglich, dass der SVA, selbst wenn das Team nicht punktet, am Sonntagabend die Planung einer weiteren Spielzeit in der fünfhöchsten Klasse noch kräftiger vorantreiben kann. Das hängt davon ab, wie die Ergebnisse der Konkurrenten ausfallen. Die interessieren Blancke aber nur wenig:

„Es lohnt sich nicht, auf die anderen zu schauen.“

Die Aufgabe, die Frage nach der Klassenzugehörigkeit für 2019/2020 durch einen Sieg mit „Oberliga“ zu beantworten, ist schwer genug und erfordert volle Konzentration. „Das ist ein sehr, sehr starker Gegner“, lobt Blancke die SC-Mannschaft, die im Jahr 2019 noch unbesiegt ist, von neun Punktspielen acht gewann. In der Rückrunden-Tabelle ist Spelle-Venhaus Erster, in der „Gesamtwertung“ Vierter. Sascha Wald, Merlin Schütte (mit je 14 Saisontreffern Zweite der Oberliga-Torschützenliste) und Simon Schäfer (10) erzielten 38 der 56 Tore für das Team von Trainer Hanjo Vocks. Wald fehlte zuletzt allerdings verletzt, die Serie des SC hielt trotzdem.

Sieg bringt SV Atlas Selbstbewusstsein

Der SVA hat sich mit dem Sieg in dem intensiven Siel in Wolfenbüttel neues Selbstvertrauen geholt. „Es war ein hoher Druck da, für uns alle“, erklärt Blancke rückblickend: „für die Trainer, die Spieler und den Vorstand.“ Die Aktiven hätten trotz einiger Rückschläge wie dem 0:1 in der sechsten Minute „nie die Köpfe hängen lassen“ und „gute Reaktionen“ gezeigt. „Das war das Entscheidende.“ Die Wirkung des 4:3? „Ich merke, dass sie eine gute Körpersprache haben“, sagte Blancke: „Sie wollen diesen letzten Schritt machen.“

Einige SVA-Spieler sind angeschlagen

Marvin Osei wird dabei nicht helfen können, berichtet Blancke. Der Stürmer hat sich in der Schlussphase der Partie an der Schulter verletzt. Auch andere Spieler wie Innenverteidiger Karlis Plendiskis sind angeschlagen. Ob sie auflaufen können, entscheidet sich kurzfristig. Sicher ist, dass Dennis Mooy und Tom Schmidt, die schon am Mittwoch passen mussten, auch gegen Spelle-Venhaus fehlen. Deshalb freut sich Blancke auch, dass Steven Müller-Rautenberg, der zuletzt bereits im Kader stand, einen weiteren Schritt nach vorn gemacht hat. Und auch Kapitän Nick Köster sei wohl wieder einsatzbereit.

Zwei Abgänge beim SV Atlas

Am Freitag hat der SVA zwei Abgänge bekanntgegeben. Co-Trainer Marco Büsing und Offensivkraft Patrick Degen werden den Verein nach Abschluss der Saison verlassen.

Nachfolger von Marco Büsing steht noch nicht fest

Büsing gehört dem SVA-Trainerteam seit sechs Jahren an. „Er wird einen neuen Schritt gehen“, teilte Atlas mit, und Cheftrainer einer Bezirksliga-Mannschaft werden. „Ich kann das absolut nachvollziehen“, erklärte Bastian Fuhrken, Leiter Leistungsfußball: „Ohne das Angebot wäre er bei Atlas geblieben, was wir sehr begrüßt hätten.“ Büsing bedankte sich für eine „einmalige Zeit“. Es habe „viele Erlebnisse und Gänsehautmomente mit Höhen und Tiefen gegeben“. Er werde „immer ein Fan des SV Atlas bleiben“. Wer Büsings Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Fuhrken wird mit Blancke „in aller Ruhe“ ein Profil erstellen und dann auf die Suche gehen.

Patrick Degen wird der Aufwand zu groß

Offensivspieler Degen war 2016 vom damaligen Bezirksligisten BV Bockhorn, seiner sportlichen Heimat, nach Delmenhorst gewechselt. Grund für seinen Abschied sei der hohe Aufwand, den die Fahrten zum Training und zu den Spielen für ihn bedeuten, berichtete Fuhrken. Er habe in vielen Gesprächen versucht, den 30-Jährigen beim SV Atlas zu halten. Das sei nicht gelungen, Degens Entscheidung sei aber nachvollziehbar. „Wir verlieren Qualität und Menschlichkeit“, sagte Fuhrken.

Ihm falle der Abschied schwer, erklärte Degen: „Ich habe viele tolle Menschen kennengelernt und viele Erfahrungen gemacht. Es gibt zahlreiche Highlights, für die sich jeder Kilometer gelohnt hat.“ Der hohe Aufwand habe ihm aber keine Wahl gelassen. Degen wird künftig für Frisia Wilhemshaven auflaufen. Das teilte der Bezirksliga-Verein gestern auf seiner Facebook-Seite mit.

SV Atlas führt Gespräche mit einem Stürmer

Ein möglicher Zugang beim SV Atlas könnte Marek Janssen werden. Der 22-jährige Stürmer hat dem Landesligisten BW Papenburg bereits mitgeteilt, dass er eine neue sportliche Herausforderung sucht, berichtet die „Meppener Tagespost“. Janssen läuft seit 2017 für Papenburg auf, schoss in 48 Punktspielen 31 Tore. „Wir führen mit ihm Gespräche“, sagte Fuhrken am Freitag:

„Seine Verpflichtung kann ich aber nicht bestätigen.“