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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum feiert den Tag der Dauerbrenner

Von Daniel Niebuhr | 20.05.2019, 00:10 Uhr

Die beiden zuverlässigsten Spieler des VfL Stenum kommen beim 4:3 gegen den Heidmühler FC ihren historischen Serien näher.

Zum Schluss rissen die Wolken am Kirchweg doch noch auf, was den durchgeregneten Fußballern auf der Wiese merklich guttat, sie hatten es plötzlich gar nicht mehr so eilig auf dem Weg ins Warme. Auch Marten Michael schlenderte (mit am Körper klebendem Trikot) nach dem 4:3 (1:0) des VfL Stenum gegen den Heidmühler FC eher gemächlich Richtung Kabine und meinte, dass es sich in der Sonne durchaus aushalten ließe. Allerdings erklärte der Stenumer Innenverteidiger nach dem von Gewitter, diversen Wolkenbrüchen und einer unwetterbedingten Unterbrechung überschatteten Bezirksligaspiel: „So ein Wetter habe ich lange nicht erlebt.“

Michael war dann auch weise genug, es mit der frischen Luft nicht zu übertreiben. Eine Erkältung käme gerade ungünstig, schließlich hat er noch ein großes Ziel vor Augen. In einer von Ausfällen gezeichneten Mannschaft, die in dieser Saison bereits 41 Spieler eingesetzt hat, ist er der einzige, der keine der 2520 Ligaminuten verpasst hat – und die Weste soll weiß bleiben. „Ich werde alles dafür tun“, sagt er, Trainer Thomas Baake versprach schon einmal: „An mir soll es nicht liegen.“

Michael spielt mit seiner unaufgeregten Präsenz im Defensivzentrum oft genug unauffällig, beim insgesamt eher holprigen Sieg über schwache Heidmühler war er jedoch ein Hauptdarsteller. In der 53. Minute köpfte er nach einer Ecke von Julian Dienstmaier sein erstes Saisontor und war danach fast schon peinlich berührt, dass es damit so lange gedauert hat. „Traurig, aber wahr“, schmunzelte er. „Ich rücke nicht so oft mit auf, das ist vielleicht ein Grund.“

Klatte: Nur keine Gelbsperre

Es war kein unwichtiger Treffer, denn Stenum hatte nach der Pausenführung durch Lennart Höpkers Flachschuss (15.) in der 50. Minute den Ausgleich durch Randy Krey kassiert. Nach Höpkers schneller Antwort wurde es endgültig der Tag der VfL-Dauerbrenner: Maximilian Klatte traf in der 61. und 76. Minute zum 3:1 und 4:1 – erst mit einem von Höpker clever herausgeholten Foulelfmeter und dann nach Flanke von Matthias Gaster. Klatte ist der zweite Stenumer, der noch kein Spiel verpasst hat – tatsächlich war der Kapitän in allen 58 Ligaspielen seit seinem Wechsel zum VfL dabei. „Er ist einer der Spieler, die auch mal eine Pause brauchen könnten. In dieser Saison ist das aber einfach kaum möglich“, sagte Baake. Um die Serie zu retten, muss Klatte das Derby gegen den FC Hude am kommenden Sonntag ohne Verwarnung durchstehen – denn er steht bei vier Gelben Karten und wäre bei der fünften gesperrt. „Wir brauchen ihn“, sagte Michael.

Ende der Sieglos-Serie

So unverzichtbar Klatte ist, so lautstark kritisierte sein Trainer ihn in der Endphase gegen Heidmühle. Zusammen mit Dienstmaier sollte er nach dem 4:1 Stabilität ins Mittelfeld bringen, was überhaupt nicht gelang. Stattdessen kam Heidmühle durch Dardan Jashari (84.) und ein Eigentor von Torben Würdemann (90.) noch einmal heran, zur Freude der Gäste-Fans, die in Besitz der einzigen Tröte waren und in der Schlussphase akustisch das Kommando übernahmen. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen, und das geht mir richtig auf den Keks“, fluchte Baake hinterher. Dennoch war es der erste Stenumer Sieg über Heidmühle seit acht Jahren.