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Fußball-Bezirksliga 2019/20 Aufsteiger TuS Heidkrug geht Herausforderung gelassen an

Von Andreas Bahlmann | 15.07.2019, 12:38 Uhr

Der TuS Heidkrug geht als Aufsteiger in die Saison 2019/2020 der Fußball-Bezirksliga. Das Trainerduo Selim Karaca und Jorge Jacinto erklärt, warum es ganz gelassen an die neuen Herausforderungen herangeht.

Vor sieben Tagen ist der Kreisliga-Meister und Bezirksliga-Aufsteiger TuS Heidkrug in die Vorbereitung auf die Spielzeit 2019/20 gestartet. „Die letzte Saison war so lang und, obwohl ich davon auch noch die letzten beiden Wochen in Portugal und nicht beim Saisonfinale dabei war, hatte ich nicht das Gefühl, dass wir eine Unterbrechung hatten. Es war eigentlich so wie immer, wenn man im ganz normalen Trainingsfluss ist,“ beschrieb Co-Trainer Jorge „Porto“ Jacinto seine Eindrücke von den ersten Trainingseinheiten.

Heidkruger machen sich "nicht verrückt"

Die Heidkruger bleiben trotz des in wenigen Wochen bevorstehenden Starts ins neue Fußballabenteuer „Bezirksliga“ ganz entspannt und freuen sich auf die größere sportliche Herausforderung. Jacinto führt das vor allem auf die nachhaltige Arbeit von Chefcoach Selim Karaca zurück. „Warum sollten wir uns im Vorfeld verrückt machen? Selim hat in den vergangenen Jahren hervorragend und erfolgreich mit der Mannschaft gearbeitet. Das ist doch eine über Jahre gewachsene Geschichte", lobt Jacinto und fügt das Ziel für die am ersten August-Wochenende beginnende Punktspielserie an:

„Klassenerhalt! Alles andere wäre gerade für uns als Aufsteiger vermessen.“

Trainerteam des TuS setzt auf Teamgeist

Nicht nur den beiden Trainern ist bewusst, wie schwierig es werden könnte, dieses Vorhaben in einer spielstarken Liga zu verwirklichen. „Wir haben in der zurückliegenden Kreisliga-Saison nur ein einziges Mal verloren, das war am achten Spieltag, beim 0:1 in Großenkneten. Außerdem konnten wir uns in anderen Begegnungen noch in der Schlusshase wenigstens den einen oder anderen Punkt sichern. So etwas wird für uns in der Bezirksliga natürlich nicht so leicht möglich sein", erklärte Jacinto: "Die Konkurrenten betrachten uns doch zunächst einmal nur als Kanonenfutter. Die wollen sich doch nicht ausgerechnet von einem Aufsteiger die Butter vom Brot nehmen lassen.“ Um den gestiegenen Ansprüchen gerecht zu werden, setzt das Trainerteam nicht nur auf den im Laufe der Jahre gewachsenen Teamgeist, sondern auch auf die Neuzugänge, die die Abgänge kompensieren sollen. Jonas Yildiz, Martin Demir und Markus Demir haben den TuS verlassen, um in der kommenden Saison für den Liga-Konkurrenten SV Tur Abdin aufzulaufen. Irfan Gök zog es ebenfalls zu einem Stadtrivalen, der in der Bezirksliga antritt: zum SV Baris. „Menschlich gesehen schmerzen solche Abgänge natürlich immer sehr. Mit Jonas habe ich zum Beispiel seit knapp zehn Jahren zusammengearbeitet. Der war seit seiner Jugend bei mir", bedauert Selim Karaca den Weggang der vier Spieler.

Fünf Neuzugänge im Kader des TuS Heidkrug

Aus sportlicher Sicht bereiten die Vereinswechsel dem TuS-Trainer allerdings keine großen Kopfschmerzen, denn: „Wir haben gute Neuzugänge.“ Karaca verweist auf die eng verzahnte, sehr gute Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung des Vereins. Statt sich bei anderen Vereinen nach namhaften Verstärkungen oder Ergänzungen für ihren Bezirksliga-Kader umzusehen, vertrauen die Heidkruger fast ausschließlich ihrem eigenen Nachwuchs. So wurden Abwehrspieler Tom Köster, der zentrale Mittelfeldspieler Yanik Pietsch, Stürmer Fabian Herrmann und Außen Keanu Sternberg aus der eigenen A-Jugend hochgezogen. Zur schrittweisen Eingewöhnung an den Seniorenspielbetrieb haben die vier 18- und 19-jährigen Heidkruger bereits während der vergangenen Saison einige Male bei der Erste-Herren-Mannschaft mittrainiert – und dabei überzeugt. Als einzige vereinsexterne Verstärkung stieß Michael Kowalski vom Kreisligisten TuS Hasbergen zum TuS Heidkrug. Der 31-jährige Defensivspieler bringt nicht nur eine Menge fußballerische Erfahrung mit, sondern kann auch auf eine sportliche Vergangenheit in der Jugendabteilung des TuS Heidkrug zurückblicken.

Selim Karaca und Jorge Jacinto loben "fantastische Trainingsbeteiligung"

Aktuell umfasst der Kader des Aufsteigers 30 Spieler, dieser wird jedoch bis zum Saisonbeginn reduziert werden. „Wie viele ich mitnehme, weiß ich noch nicht genau. Das hängt auch von den Leistungen der Spieler ab", hält sich Karaca noch einige Personalentscheidungen offen. Für Konkurrenzdruck ist im TuS-Kader also gesorgt, interne atmosphärische Störungen bleiben jedoch aus. „Die Stimmung ist wie immer super“, zeigen sich Selim Karaca und Jorge Jacinto zufrieden mit dem unkomplizierten Start in die Vorbereitung. Sie freuen sich über die – laut eigener Aussage - „fantastische Trainingsbeteiligung", die trotz Urlaubszeit, beruflich oder familiär bedingten Einschränkungen einiger Spieler bei rund zwanzig Teilnehmern pro Einheit liegt.

Heidkruger gehen nicht in ein Trainingslager

Die Heidkruger arbeiten also in Ruhe weiter wie bisher. Training ist zweimal pro Woche vorgesehen, manchmal wird eine Extraschicht eingeschoben. Ein Trainingslager ist nicht geplant. Was aber keinesfalls bedeutet, dass die TuS-Kicker nicht ins Schwitzen kommen. „Natürlich habe ich mir im Hinblick auf die kommende harte Saison ordentlich was ausgedacht. Die Jungs haben teilweise auch schon ganz schön gepumpt", erzählt Co-Trainer Jacinto grinsend, der überwiegend das Training für seinen momentan beruflich stark eingebundenen Chefcoach leitet. Porto macht seine Jungs fit, dazu kommen noch Testspiele, aber eine zu hohe Belastung oder gar Überlastung der Spieler wird tunlichst vermieden. „Im Vordergrund steht für uns an erster Stelle der Spaß. Wir sind auch der Überzeugung, dass eine zu hohe Beanspruchung während der Vorbereitung in unserer Spielklasse sogar kontraproduktiv wäre. Wir sind immer noch Amateure und keine Profis“, stellen Karaca und Jacinto klar. Von "ganz entscheidender Bedeutung" wird aus Sicht der beiden Trainer im Verlauf der Saison der Umgang mit sportlichen Nackenschlägen sein. Sie vertrauen aber der Lernfähigkeit ihres Spielerkollektivs:

„ „Die Jungs sind als Mannschaft gefestigt genug, um das zu kapieren und daraus die richtigen Lehren zu ziehen. Aber natürlich hoffen wir auch, so früh wie möglich, den Klassenerhalt sicher zu haben.“ “