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Fußball-Bezirksliga VfL Stenum gewinnt hochklassige Partie gegen Frisia Wilhelmshaven

Von Lars Pingel | 04.08.2019, 23:11 Uhr

Der VfL Stenum hat einen ganz starken Start in die Saison 2019/20 erwischt. Er gewann ein hochklassiges Spiel gegen den Meisterschaftsfavoriten Frisia Wilhelmshaven.

Der Start in die Bezirksliga-Saison 2019/20 brachte Thomas Baake ins Schwärmen. Völlig zurecht übrigens. Und es wäre vermessen, die Begeisterung des Trainers der Fußballer des VfL Stenum alleine dem 5:3 (1:0)-Sieg über Frisia Wilhelmshaven zuzuschreiben, den seine Mannschaft am Sonntag am heimischen Kirchweg gefeiert hatte. „Das waren zwei geile Mannschaften“, begann Baake seine Analyse der Partie, in der Tom Geerken (40. Minute, 78.), Torben Würdemann (49., 58.) und Paul Fuhrken (61.) die Stenumer mit 5:0 in Führung gebracht hatten, ehe Lucas Janßen (80.), Patrick Degen (83.) und Tim Rister (90.+1, Foulelfmeter) aus Wilhelmshavener Sicht kräftig Ergebniskosmetik betrieben und der für neutrale Beobachter furiosen Begegnung das Sahnehäubchen aufsetzten. „Das war Bezirksliga-Fußball auf höchsten Niveau“, fuhr der der VfL-Trainer fort. Er erklärte wenig später auch, dass sich an seiner Einschätzung, wie die Spielzeit am 31. Mai 2020 zu Ende gehen wird, gestern nichts verändert hat:

„Frisia bleibt mein absoluter Meisterschaftsfavorit.“

Frisia hat die erste Torchance

Dass die Wilhelmshavener mit dem Anspruch in die Gemeinde Ganderkesee gekommen waren, Baakes Einschätzung zu bestätigen, zeigte die erste Viertelstunde. In der bestimmte die Frisia-Elf das Geschehen – und zwar eindeutig. Sie setzte die Stenumer weit in deren Hälfte unter Druck, kombinierte nach Ballgewinnen sicher und in hohem Tempo. Die beste Chance hatte Degen, der vor der Saison vom Oberligisten Atlas Delmenhorst nach Wilhelmshaven gewechselt war. Nach einem starken Solo verfehlte sein 16-Meter-Schuss das VfL-Tor nur knapp (4.).

Stenumer kämpfen sich ins Spiel

„Wir mussten uns erst finden. Der eine oder andere Spieler war zudem ein bisschen nervös“, erklärte Baake. Dagegen kämpften die Stenumer zunächst mit großem Einsatzwillen. Und mit jedem gewonnenen Zweikampf wurden sie sicherer. „Wir hatten vorher in der Kabine eine Tafel aufgestellt, auf die die Mannschaft ihr Leitmotiv schreiben sollte. Darauf stand: Leidenschaft“, erzählte der VfL-Trainer von der Vorbereitung. Die Umsetzung sei „unfassbar gut“ gelungen. „Jeder hat alles gegeben, jeder war für den anderen da“, lobte Baake. Das half dabei, dass der Defensivverband seines Teams immer besser funktionierte. Die Partie wurde offener, beide Teams kamen zu Chancen.

Tom Geerken bringt VfL in Führung

Ein Wilhelmshavener Fehler brachte den VfL dann endgültig in die Spur. Frisia-Abwehrspieler Christian Kregel wollte den Ball nach einem abgefangenen Angriff in die Arme seines Torwarts Sascha Theil köpfen, bekam aber nicht genug Druck hinter das Spielgerät. Tom Geerken, VfL-Neuzugang aus der A-Jugend hatte aufgepasst, grätschte dazwischen und beförderte den Ball ins Netz (40.). „Das war eine unheimliche Erleichterung, denn die Jungs wussten jetzt: Hier geht etwas“, erklärte Baake die Wirkung dieses Treffers.

Torben Würdemann schießt zwei Stenumer Tore

Dieses Selbstbewusstsein vergrößerten die Stenumer schon kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit. Julian Dienstmaier spielte den Ball mit einem Freistoß von links flach in den Frisia-Strafraum, der aufgerückte Innenverteidiger Torben Würdemann lief in den Pass: 2:0 (49.). Danach spielte der VfL phasenweise groß auf. Basis war die engagierte, dabei aber sehr geschickte Defensivarbeit. Die Stenumer hielten diszipliniert ihre Ordnung, verschoben clever und waren so in Ballnähe oft in Überzahl. Dagegen fanden die Wilhelmshavener zunächst kein Rezept mehr. Die VfL-Spieler nutzten ihre Ballgewinne zu klasse herausgespielten Kontern. Ihrem dritten Treffer ging allerdings eine Standardsituation voraus. Dienstmaier schlug eine Ecke auf Maximilian Klatte, dessen Schuss abgewehrt wurde. Doch der Stenumer schaltete schnell, erlief sich den Ball und legte ihn quer. Würdemann stand goldrichtig (58.).

VfL-Youngster ragen heraus

Die Tore vier und fünf spielte sich der VfL heraus. Zunächst bediente Geerken mit einem cleveren Pass auf den langen Pfosten den kurz zuvor eingewechselten Fuhrken (61.). Dann vollendete Geerken ein Solo nach einer Kopfballvorlage aus dem Mittelfeld mit einen Heber über Frisia-Torhüter Theil (78.). „Das war eine super Mannschaftsleistung“, jubelte Baake. Aus dem starken VfL-Kollektiv ragten zwei Youngster noch ein wenig heraus: Geerken und Silas Dohrmann, ebenfalls aus der VfL-A-Jugend hochgerückt.

Drei Frisia-Tore in elf Minuten

Als im VfL-Team die Spannung ein wenig nachließ, bewies Frisia, wie gut es Fußball spielen kann. Lohn waren schöne Treffer von Janßen (80., Kopfball) und Degen (83., nach Querpass). Vor dem Schusspunkt per Elfmeter hatte Schiedsrichter Christoffer Melzer nach einem Zweikampf zwischen Dienstmaier und dem späteren Schützen Rister auf Foul entschieden.

Thomas Baake rührt Werbetrommel

„Davon lassen wir uns nichts vermiesen“, hakte Baake die Gegentore schnell ab. Er rührte viel lieber noch die Werbetrommel. „Vielleicht kaufen sich ja einige, die das Spiel gesehen haben, eine Dauerkarte“, sagte er. Denn:

„Wir sind zu solchen Leistungen sicher nicht jede Woche fähig, aber immer wieder.“