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Tischtennis-Kreismeisterschaften Andreas Lehmkuhl nutzt die Gunst der Stunde

Von Andreas Giehl | 04.09.2019, 20:57 Uhr

Der Tischtennis-Kreismeister bei den Herren heißt Andreas Lehmkuhl. Bereits der dritte Titel für den Huder auf Kreisebene. Die Teilnehmerzahl lag fast genau beim Wert von 2018.

Es war nicht alles perfekt bei den Tischtennis-Kreismeisterschaften am vergangenen Wochenende – das Fazit fiel dennoch positiv aus. „Die Kreismeisterschaften leben“, sagte Sportwart Ludger Richter vom Tischtennis-Kreis Oldenburg-Land – was zumindest für die Meldezahlen stimmt. 50 Spieler bei den Ewachsenen, 60 bei den Kindern – das ist fast genau die Bilanz von 2018.

Ausrichter mit einer kleinen Abteilung

Nachdem jahrelang etablierte Vereine das Turnier ausgerichtet hatten, hatte man es dieses Mal mit dem TSV Großenkneten versucht, einem Verein mit einer eher kleinen Abteilung. Das Experiment gelang im Großen und Ganzen, auch wenn es zwischendurch zu leichten Verzögerungen kam.

Die offene Herren-A-Klasse, also die Königsklasse, erfüllte mit nur sieben Teilnehmern die Erwartungen überhaupt nicht. Vorqualifiziert für die Bezirksmeisterschaften war eigentlich kein Spieler. Trotzdem nutzte die Masse der Topakteure aus den höheren Ligen die Titelkämpfe nicht als Vorbereitung für die Punktspielrunde, deren Startschuss in diesen Tagen ertönt. „Die Garde der Spitzenspieler in der A-Klasse war leider nicht erschienen“, sagte Richter.

Lehmkuhl findet kritische Worte

Die Gunst der Stunde nutzte Andreas Lehmkuhl vom TV Hude zu seinem dritten Kreismeistertitel im Herren-Einzel. Nach dem Jahr 2015 war es sein zweiter Triumph in den Verbundstitelkämpfen seit der Zusammenlegung mit dem Verband Delmenhorst. Aber der Bezirksoberligaspieler des TV Hude III fand später auch kritische Worte. „Dass wir aufgrund der wenigen Teilnehmer im Modus Jeder gegen Jeden spielen mussten, dämpft natürlich die Spannung. So entfallen die K.o.-Spiele und es gibt kein echtes Endspiel. Das ist für die Zuschauer nicht sonderlich attraktiv. Schließlich sind es Meisterschaften und keine Ranglistenspiele. Aber jede andere Lösung erschien eben nicht sinnvoll.“

Zu allem Überfluss stand Lehmkuhl bei seinen insgesamt 5:0-Siegen schon vor seinem letzten Einzel quasi als neuer Champion fest. Am Schluss folgten Vizemeister Karsten Kukemüller (3:2/TTSC 09 Delmenhorst) und Felix Hellhoff vom VfL Stenum (2:3) schon mit etwas Abstand. Pech hatte der Huder Tom Piper, der verletzt aus dem Turnier aussteigen musste.

Damen spielten in den Männerklassen

Die wenigen teilnehmenden Damen spielten derweil in den Männerklassen mit. Das Endspiel der Damen A-Klasse wurde extra ausgespielt: Die alte und neue Kreismeisterin heißt Anke Westermann-Matuszcyk von der TTG DHI Harpstedt. Sie verwies mit einem 3:1-Erfolg Jutta Schovanka vom TSV Ganderkesee auf den Silberrang.

Der zweite Turniertag, der Sonntag, stand ganz im Zeichen der Jugend und wurde allgemein sehr positiv bewertet. Hier herrschte schon früh am Morgen mit rund 60 Teilnehmern eine prima Atmosphäre in der Halle. Und mit der Teilnahme einiger Mädchen hat sich bestätigt: Das Sommertrainingscamp, das vom Kreis unterstützt wird, ist sinnvoll. Diese Gruppe, so die Hoffnung, wird in den nächsten Jahren hoffentlich weiter wachsen.

Veränderungen beim Nachwuchs

Die Ergebnisse belegen, wie sich die Gewichte beim Nachwuchs generell in der Spielgemeinschaft verlagert haben. Während dominante Vereine früherer Jahre zum Teil den Anschluss verloren haben, werden im Kern die Maßstäbe vom VfL Stenum, TSV Ganderkesee, TuS Hasbergen und der TSG Hatten/Sandkrug gesetzt. Auch die neue Spielgemeinschaft des TV Jahn/Delmenhorster TB startet allmählich durch und könnte in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.

Bei der männlichen Jugend dominierten die Cracks des VfL Stenum. Allein sechs von ihnen landeten unter den letzten Acht. Die A-Schüler-Kategorie war indes eine Domäne des TSV Ganderkesee (drei unter den ersten Vier), obwohl am Schluss mit Lukas Wojtynek ein Hasberger allen die Show stahl. Der Sieg in der Mädchenklasse ging an Lea Eiselt, die die einzige Medaille für den TV Hude erwarb. Auch beim Nachwuchs spielten die wenigen Mädchen in den Wettbewerben der Jungen mit.