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2. Runde am Mittwoch Fußball-Bezirkspokal wird nicht nur für TuS Heidkrug zum Testgebiet

Von Daniel Niebuhr, Klaus Erdmann | 07.08.2019, 00:01 Uhr

Der Pokal des Bezirks Weser-Ems ist der größte in Niedersachsen – vor Runde zwei hält sich in Delmenhorst das Kribbeln in Grenzen.

Vielleicht waren es die Emotionen, die ein wenig mit Selim Karaca durchgingen, vielleicht wollte er seine Mannschaft auch motivieren – zumindest wählte der Trainer des TuS Heidkrug am Sonntag ungewöhnliche Worte. Die Heidkruger hatten ihr erstes Bezirksligaspiel seit acht Jahren gerade mit 0:3 beim SV Tur Abdin verloren, und Karaca prophezeite für das erste Bezirkspokalspiel seit acht Jahren gegen den selben Gegner Folgendes: „Das werden wir vermutlich auch verlieren.“

Am heutigen Mittwoch erwartet der TuS den Stadtrivalen ab 19 Uhr am Bürgerkampweg, beide haben bereits Aufstellungs- und Taktik-Experimente angekündigt, weil der Pokal in dieser frühen Phase für die meisten Vereine nun einmal ist, was er ist: irgendetwas zwischen notwendigem Übel und willkommenem Testgebiet. „Die Liga hat oberste Priorität, den Pokal nehmen wir so mit“, sagt Tur Abdins Sportchef Isa Tezel. Karaca erklärt: „Wir werden einiges ausprobieren.“

FC Hude motiviert

Dass der Wettbewerb unter den Teilnehmern in der Regel erst spät an Attraktivität gewinnt, liegt an der Masse der Teilnehmer. Selbst in der zweiten Runde sind noch 64 Clubs dabei, wer ins Finale willl, muss bis zu sechs Runden überstehen – es ist damit der größte Pokal-Wettbewerb in Niedersachsen. „Natürlich wollen wir gewinnen. Wenn man ehrlich ist, wird es aber erst ab dem Viertelfinale richtig spannend. Als Bezirksliga-Aufsteiger ist es schwer, so weit zu kommen“, sagt Karaca. Ironischerweise ist sein Verein der letzte aus dem Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst, der den Bezirkspokal gewonnen hat – allerdings vor 32 Jahren.

Im Landkreis ist die Vorfreude dagegen etwas größer. Bezirksligist FC Hude hat sich durch das 3:2 gegen den SV Baris in Runde eins das Bonusspiel gegen Landesliga-Tabellenführer VfL Wildeshausen verdient, das am Mittwoch um 19 Uhr angepfiffen wird. „Wir nehmen dieses Spiel gerne mit. Wir haben nichts zu verlieren“, sagt Trainer Lars Möhlenbrock. Wichtig sei es, die Aufgabe diszipliniert anzugehen. „Ich freue mich auf ein gutes Pokalspiel.“

VfL Wildeshausen kommt als Tabellenführer

Sein Wildeshauser Kollege Marcel Bragula freute sich am Wochenende über einen 3:0-Auftaktsieg beim BV Essen und einen Auftritt in der ersten Halbzeit, den er als „fantastisch“ bezeichnet. „Aber es ist nur eine schöne Momentaufnahme“, unterstreicht der Coach des Landesliga-Aufsteigers, der mit dem 8:0 beim Kreispokalsieger TSV Ganderkesee in Runde zwei sprang. Bragula über die Partie in Hude: „Nachdem wir den Pokal in den letzten Jahren als Nebenwettbewerb betrachtet haben, haben wir uns jetzt vorgenommen, weiter zu kommen. Wir sind Favorit, aber Hude ist eine gute Bezirksliga-Mannschaft.“