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"Ehrenamt überrascht" TuS Heidkrug ehrt verdienten Turntrainer

Von Lennart Bonk | 27.01.2019, 08:15 Uhr

Detlef Zeidler-Bretschneider hat vieles bei den Gerät- und Kunstturnern des TuS Heidkrug bewegt. Dafür wurde er geehrt.

Wenn Detlef Zeidler-Bretschneider über seine Turner beim TuS Heidkrug ins Reden kommt, ist der Stolz in seiner Stimme nicht zu überhören. In seinen 22 Jahren als Kunst- und Gerätturntrainer für den Stadtteilclub hat er viele Veränderungen angestoßen und Sportler geformt. Sein ehrenamtliches Engagement haben die Vereinsverantwortlichen jetzt mit der Aktion „Ehrenamt überrascht“ gewürdigt. Bei einer Turnshow des Vereins überreichten ihm die Vorsitzende Marion Grotheer und der Geschäftsführer Heinrich Grotheer die Auszeichnung vor der versammelten Turnabteilung des Vereins.

„Es ist schön zu sehen, wie Detlef die Turngruppe vorangebracht hat. Der TuS Heidkrug nimmt so viel von seiner Freizeit in Anspruch“, lobt die Vereinschefin. Für das Ehrenamt legt der Trainer weite Fahrten zurück. In Buchholz (Landkreis Harburg) wohnend und in Lauenbrück (Landkreis Rotenburg) arbeitend fährt er in der Saison jeden Mittwoch für das Training nach Delmenhorst.

Mehr Informationen:

„Ehrenamt überrascht“ ist eine Aktion des Landessportbundes. Sie wird vom Kreissportbund Oldenburg und dem Stadtsportbund Delmenhorst unterstützt und dazu dient, Vereinsmitgliedern die Möglichkeit zu geben, einen Ehrenamtlichen aus ihrem Verein auszuzeichnen. Die Aktion läuft demnächst aus. Aufgrund der positiven Resonanz aus den Vereinen in Delmenhorst und dem Landkreis plant die Sportregion Delmenhorst/Oldenburg Land eine ähnliche Aktion in Eigenregie auf die Beine zu stellen.

Ein Trainer für zwei Sportarten

Ein Blick auf die Schaffenszeit von Zeidler-Bretschneider zeigt, dass er sich diese Ehrung redlich verdient hat. 1997 startete er sein Engagement beim TuS Heidkrug. Eine Zeitungsannonce machte ihn auf die vakante Stelle beim Turn- und Sportverein aufmerksam. Der heute 52-jährige Übungsleiter heuerte in Heidkrug an und begann seine Laufbahn gleich mit einer Doppelfunktion. Neben der Kinderturngruppe übernahm er auch das Amt des Co-Trainers der 1. Fußball-Herrenmannschaft des Vereins. „Dort war ein ehemaliger Weggefährte aus meinen Fußballerjahren beim SV Atlas aktiv“, erklärt er sein kurzes Gastspiel in der Fußballsparte.

"Talente kamen mit der Zeit"

Zum Ende der 90er-Jahre kamen nur wenige Kinder zum Turnen. „Turnen war damals out. Es galt als ungesund für den Körper“, erläutert Zeidler-Bretschneider. Erst nach der Jahrtausendwende nahm das Interesse an dem Sport wieder zu. Talente fördern und fordern, lautete das selbst gesteckte Ziel des gebürtigen Nienburgers. „Und mit der Zeit kamen die Talente“, blickt der engagierte Trainer zurück. Während zu seiner Anfangszeit nur wenige Leistungsturner den TuS vertraten, zählt der Verein heute 20 Wettkampfturner.

Fließende Übergänge zwischen den Gruppen

Auch Einsteiger und Hobby-Turner finden einen Platz. Bei dem vom Zeidler-Bretschneider eingeführten Gruppenmodell sind die Übergänge zwischen Leistungs- und Hobbygruppen fließend. „Während andere Vereine nur auf Wettkampf setzen, haben wir diese Übergangsmöglichkeit. Das ist eine Besonderheit beim TuS Heidkrug“, betont er.

Ehemalige Schützlinge folgen Zeidler-Bretschneiders Beispiel

Doch nicht nur aus sportlicher Sicht blickt der Ehrenamtler mit Stolz auf seine Vereinsarbeit zurück. Viele seiner ehemaligen Schützlinge sind seinem Vorbild gefolgt und haben den Übungsleiterschein erworben. Sie motivieren jetzt gemeinsam mit ihrem damaligen Förderer die nächste Generation beim TuS Heidkrug für den Turnsport. Für Zeidler-Bretschneider macht genau das den Reiz am Ehrenamt aus.