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Dressur- und Vielseitigkeitsreiten Ganderkeseerin Antonia Busch-Kuffner und Huderin Jette Lakeberg trumpfen auf

Von Lars Pingel | 27.05.2019, 22:39 Uhr

Dressur- und Vielseitigkeitsreiterinnen aus den Kreisverband Delmenhorst haben am Wochenende starke Leistungen geboten. Antonia Busch-Kuffner vom RV Ganderkesee und Jette Lakeberg vom RC Hude sorgen beim "Preis der Besten" 2019 für die Glanzlichter.

Hinter vier jungen Reiterinnen aus den Kreisverband Delmenhorst liegt ein Wochenende voller Emotionen. Jette Lakeberg vom RC Hude und Tabea-Marie Meiners, Antonia Busch-Kuffner und Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee haben beim „Preis der Besten“, den die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) in Warendorf ausrichtete, ganz persönliche Erfolgsgeschichten geschrieben. Die Vielseitigkeitsreiterinnen Sandra Auffarth und Heike Jahncke vom RV Ganderkesee platzierten sich derweil in einer internationalen Drei-Sterne-Prüfung im polnischen Baborowko.

Ganderkeseerin Antonia Busch-Kuffner in Pony-Dressur Erste

Die Elite der deutschen Nachwuchsreiter trifft sich regelmäßig in Warendorf zum „Preis der Besten“. In den Prüfungen verschaffen sich die Disziplin-Bundestrainer einen Eindruck über deren Leistungsstand mit Blick auf die bevorstehenden Europameisterschaften. Antonia Busch-Kuffner habe „von 2018 auf 2019 wahre Quantensprünge gemacht“, lobte die Pony-Bundestrainerin Cornelia Endres die 14-jährige Ganderkeseerin. Sie und ihr Daily Pleasure wurden nach ihren Auftritten in Warendorf von der FN zu den „Shootingsstars der Saison“ erklärt. Das Duo sicherte sich mit 149,528 Prozent souverän den Sieg. Es hatte die beiden Wertungsprüfungen mit 73,333 Prozent und mit 76,195 Prozent für sich entschieden. „Ich bin superzufrieden und sprachlos. Das war ein tolles Turnier“, jubelte das Talent:

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Wir haben alle Ziele übertroffen.“ “

Der Blick von Busch-Kuffner richtet sich nun gen Hagen. Nach dieser Leistung sollte sie auf jeden Fall bei der zweiten EM-Sichtung, die die „Future Champions“ vom 11. bis 16. Juni sind, an den Start gehen können.

Rebecca Horstmann vom RV Ganderkesee hat Trainingsumfang reduziert

Ihre Gefühle übermannten Rebecca Horstmann: Weinend umarmte die Dressurreiterin ihren Wallach Friend of Mine, den sie Fridolin nennt, nachdem sie die erste Wertungsprüfung beendet hatte. Der Start in der Altersklasse der Jungen Reiter bedeutete der 19-Jährigen unheimlich viel, da sie zurzeit aus gesundheitlichen Gründen eine schwere Phase durchlebt. „Ich konnte einfach nicht anders, als zu weinen. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl. Mein Herz hätte es nicht verkraftet, hier abzusagen. Und dann hat Fridolin so unfassbar für mich gekämpft. Er hat das genial gemacht“, erzählte sie strahlend, berichtete die FN. Das Ergebnis spielte für die Ganderkeseerin keine Rolle. Nach Rang 16 (68,132) im ersten und Rang 18 (69,026) im zweiten Wertungsdurchlauf lag sie auf dem 15. Platz. Den Sieg sicherte sich Semmieke Rothenberger aus Bad Homburg mit Dissertation, die nach den zwei Ritten auf 154,237 Prozent kam.

Horstmann könne, erklärte die FN, nicht beurteilen, wie ihre Chancen auf einen Start bei der zweiten EM-Sichtung in Hagen stehen. „Ich würde mich freuen, in Hagen starten zu dürfen. Aber ich kann es auch absolut verstehen, wenn es diesmal nicht so ist“, sagte sie. Wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit hat sie den Trainingsumfang mit Fridolin reduziert.

Jette Lakeberg vom RC Hude wird mit ihrem Pony Nadeshi Zweite

Jette Lakeberg gelang in Warendorf mit Nadeshi in der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L der Pony-Reiter etwas, das dort sonst keines der anderen sieben Paare schaffte, die noch in der Wertung waren: Sie blieb in der abschließenden Springprüfung fehlerfrei. Damit schob sie sich noch auf den zweiten Platz nach vorn. Die Huderin hatte ihr Dressurergebnis ins Ziel gebracht. Nach der ersten Disziplin lag sie mit 61,30 Minuspunkten auf Rang acht. Im Gelände passierte sie mit ihrer elfjährigen Ponystute alle Hindernisse ohne Fehler und blieb in der vorgegebenen Zeit, sodass keine weiteren Zähler auf ihr Konto wanderten. Diese starke Leistung rundete die 15-Jährige im Springparcours ab. Maya Marie Fernandez aus Weiterstadt gewann den Preis der Besten mit Kick (50,9).

Ganderkeseerin Tabea-Marie Meiners auf EM-Longlist

Tabea-Marie Meiners wurde nach der Prüfung der Junioren von der AG Nachwuchs des Vielseitigkeitsausschusses des Deutschen Olympiade Komitees für Reiterei für die Longlist für die Europameisterschaften der Junioren und Jungen Reiter vom 11. bis 14. Juli im niederländischen Maarsbergen nominiert, teilte die FN mit. Sie gehört mit ihrem zwölfjährigen Wallach Luc M also zu den Kandidaten für einen EM-Start. In der Konkurrenz der Klasse M in Warendorf wurde die Ganderkeseerin mit 58,50 Minuspunkten nach der Dressur (50,50), einer Null-Runde im Gelände und nach zwei Hindernisfehlern im Springparcours Vierte. Auf den ersten Platz ritt Anna Lena Schaaf aus Voerde mit Fairytale (40,40).

Sandra Auffarth Fünfte, Heike Jahncke Sechste

Sandra Auffarth war mit dem zehnjährigen Viamant du Matz in der kurzen CCI3* des "Reit-Festivals" in Baborowko gestartet. Die Dressur beendete sie mit 33,0 Minuspunkten. Auf der Geländestrecke blieb die 32-Jährige mit dem Wallach ohne Hindernisfehler, erhielt aber 7,6 Strafzähler für das Überschreiten der vorgegebenen Richtzeit. Im Springparcours folgte dann eine Null-Runde. Mit den 40,6 Minuspunkten wurde die Bergedorferin Fünfte. Ihre Vereinskameradin Heike Jahncke hatte mit Coco Spring 40,9 Minuspunkte auf dem Konto und wurde Sechste (Dressur: 36,5/Gelände: 4,4/Springen: 0). Den ersten Platz belegte Jan Kaminski aus Polen mit Senior (34,5).