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0:0 gegen TSV Abbehausen Tur Abdin Delmenhorst hadert mit dem Schiedsrichter

Von Frederik Böckmann | 11.10.2015, 20:29 Uhr

Drei Abseitstore erzielt der Fußball-Bezirksligist SV Tur Abdin Delmenhorst in der Schlussphase beim 0:0 gegen den TSV Abbehausen. Bei zwei Entscheidungen liegt das Schiedsrichter-Gespann völlig falsch.

Als der Schlusspffiff einer erst am Ende aufregenderen Bezirksliga-Begegnung gefallen war, hatte Andree Höttges Redebedarf. Der Trainer des SV Tur Abdin Delmenhorst stürmte direkt zum Mittelkreis, suchte das Gespräch mit dem Schiedsrichter und diskutierte lautstark mit Akteuren des TSV Abbehausen. Als Höttges seinen Puls nach dem am Ende aus seiner Sicht enttäuschenden 0:0 gegen Abbehausen wieder etwas runtergefahren hatte, meinte der Tur-Abin-Trainer zerknirscht: „Das waren sehr ärgerliche Entscheidungen der Schiedsrichter und seines Assistenten.“

Was war geschehen? In der Schlussphase des Mittelfeldduells jubelten die Abdiner gleich drei Mal über vermeintliche Treffer, doch jedes Mal zählte das Tor nicht – weil der Schiedsrichter-Assistent eine Abseitsentscheidung gesehen hatte. In der 72. Minute traf Cemil Yidiz nach einem Steilpass in die Gasse, in der 82. Minute schoss Daniel Eckert nach einem Doppelpass den Ball ins Abbehauser Tor und in der 90. Minute köpfte wiederum Eckert den Ball nach einer Flanke ins Netz.

Schiedsrichter-Gespann erkannt Tur-Abdin-Tore zu Unrecht ab

Der Ärger der Abdin-Akteure nach Spielende war verständlich, weil der Linienrichter bei den ersten beiden Toren seine Fahne jeweils viel zu früh und dann auch noch falsch gehoben hatte. Nur beim dritten Abseitstor in der Schlussminute lag das nicht nur bei diesen Entscheidungen unglücklich agierende Schiedsrichter-Gespann wohl richtig.

Andree Höttges wollte nach Spielende aber nicht nur dem Referee die Schuld an der Punkteteilung geben („Jeder macht mal Fehler“), sondern haderte auch mit Chancenverwertung. „Wir hatten sechs, sieben Hundertprozentige. Davon müssen wir natürlich auch mal einen machen“, sagte Höttges. Er erkannte richtigerweise an, dass „Abbehausen natürlich auch seine Möglichkeiten hatte“.

Cemil Yildiz bringt viel Schwung ins Spiel

Vor 50 Zuschauern und den Augen der Ex-Abdin-Akteure Marvin Osei sowie Mikael und Can Blümel entwickelte sich eine ausgeglichene, aber eben auch nicht hochklassige Begegnung. Die Höhepunkte in Halbzeit eins waren rar gesät. Erst verzog Roman Seibel seinen Kopfball (15.), dann scheiterte der Torjäger zusammen mit Artjom Prieb innerhalb von fünf Sekunden drei Mal am Abbehauser Torwart Gytis Clausen (29.). Auf der Gegenseite setzte Julian Hasemann einen Kopfball über das Tur-Abdin-Tor (43.).

Nach der Pause nahm die Partie Fahrt auf. Zunächst waren die Gäste etwas mehr am Drücker, weil Tur Abdin in der Abwehr nicht konzentriert verteidigte. Ruben Rebmann (46., knapp vorbei/67., Kirst hält stark), Andre Böse (46., Latte) und Julian Hasemann (66.) vergaben vier teilweise hochkarätige Chancen.

Mitte der zweiten Halbzeit übernahm Tur Abdin die Initiative und spielte die TSV-Viererkette ein ums andere mal ganz leicht aus. Der eingewechselte Yildiz brachte viel Schwung und besaß zwei Großchancen (58./59.), dazu scheiterte Marcel Maus an Clausen (58.). Höttges fand aber auch: „Wir wollten das Tor eben nicht so erzwingen.“ Und die Treffer, die dann doch fielen, zählten nicht.