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1. Fußball-Kreisklasse SC Colnrade kontert Hicretspor Delmenhorst aus

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 11.09.2017, 17:12 Uhr

Die Fußballer des KSV Hicretspor Delmenhorst und des SC Colnrade haben in der 1.Kreisklasse für ein ungewöhnliches Torfestival gesorgt. Die Colnrader setzten sich beim KSV mit 9:6 durch. Sie konterten die Gastgeber immer wieder aus.

Jörg Schliehe-Diecks vom SC Colnrade und Cenan Coskun von RW Hürriyet Delmenhorst waren die herausragenden Einzelspieler in den sechs Partien, die am Wochenende in der 1. Fußball-Kreisklasse ausgetragen wurden. Schliehe-Diecks traf beim 9:6-Erfolg seines Teams beim KSV Hicretspor Delmenhorst fünfmal; Coskun steuerte vier Treffer zum 9:2-Sieg von RWH beim FC Hude III bei.

VfL Stenum II - VfL Wildeshausen II 2:4. Der Wildeshauser Trainer Dirk Lenkeit war nur mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Spiel seiner Mannschaft zufrieden: „Zum Schluss waren wir von der Rolle und haben zu viel zugelassen“, erklärte er. Seine Mannschaft hatte effektiv gespielt und auch die nötige Portion Glück im Abschluss. Nach 18 Minuten erzielte Yannis Brockmann mit einem Sonntagsschuss genau in den Winkel die Führung des Gastes. Vier Minuten später erhöhte Henning Nitzsche per Foulelfmeter auf 0:2. In der 32. Minute schloss er dann einen Konter zum 0:3 ab. Stenum gab aber nie auf und berannte in der zweiten Halbzeit das gegnerische Tor. Den Angriffen fehlte aber die letzte Präzision – und das Heimteam agierte zu offen. Ein Konter in der 75. Minute brachte dem Gast das vorentscheidende 4:0 durch Marcel Fiedler. Trotzdem machte Stenum weiter Druck und kam durch Tammo Oetken (76.) und Patrick Lederbach (86.) auf 2:4 heran. Zum Schluss lief dem Team aber die Zeit davon. „Die Jungs haben sich leider nicht belohnt. Wir haben keine Tore gemacht und dafür ein paar dumme kassiert“, sagte VfL-Trainer Uwe Hammes.

FC Hude III - RW Hürriyet Delmenhorst 2:9. Eine halbe Stunde lang wehrte sich der FCH erfolgreich gegen den Ansturm der Gäste, dann brachen die Dämme. Vier Treffer von Cenan Coskun (30., 40., 70., 87.), je zwei von Berat Uyar (31., 45.) und Turgay Thuran (35., 65.) und ein Tor von Enes Ali Külünk (68.) brachten Hürriyet den Kantersieg. Sein Team war, haderte FCH-Trainer Dennis Bürmann, „überhaupt nicht auf dem Platz.“ Philipp Bastenhorst (68.) und Mark Zywina (85.) erzielten die Huder Tore. RWH-Trainer Mete Döner freute sich nicht uneingeschränkt: „Wir hätten locker noch mehr Tore machen können, aber ich hätte viel lieber zu Null gewonnen.“

TV Jahn Delmenhorst II - TSV Ganderkesee II 2:3. Jahn-Trainer David Gäbe war nach dem Schlusspfiff geknickt: „Das war für uns eine ganz bittere Niederlage, weil wir kurz vor Schluss die drei Punkte schon fast in den Händen hielten.“ TSV-Trainer Andreas Dietrich beurteilte das allerdings anders: „Für mich war es nur eine Frage der Zeit, wann wir den Siegtreffer machen.“ Am Ende überschlugen sich die Ereignisse. Beim Stande von 2:2 gab es einen Strafstoß für Jahn. Marvin Heinrich trat in der 88. Minute an. Sein Schuss war zwar platziert, aber nicht hart genug, sodass TSV-Torwart Marvin Schmidt parierte. Der Nachschuss wurde mit einem weiten, hohen Befreiungsschlag bis zum gegnerischen Tor geklärt. Jahn-Torwart René Marks wollte den Ball annehmen, der ihm aber versprang. Jean-Michel Dietrich setzte nach und wurde von Marks gefoult. Den folgenden Freistoß verlängerte dann Dietrich (89.) per Kopf zum 3:2. Bis zu diesem „Lucky Punch“ sah es in einem zweikampfbetonten Spiel, das von vielen Nickligkeiten geprägt war, nach einem Unentschieden aus. Kolja Schmidt (22.) hatte den TSV per Strafstoß in Führung gebracht. Jakob Regner (45.+3) glich, ebenfalls per Foulelfmeter, kurz vor der Pause aus. Nach einer sehenswerten Einzelleistung spitzelte Marvin Schmidt (50.) den Ball zum 2:1 für Jahn ins TSV-Tor. Der eingewechselte Jean-Michel Dietrich avancierte zum Matchwinner, denn er erzielte auch das Tor zum 2:2 (61.).

SF Wüsting - TV Falkenburg 0:1. TVF-Trainer Georg Zimmermann freute sich über den Achtungserfolg seiner Mannschaft: „Damit war vorher so nicht zu rechnen, aber unsere Defensivleistung war entscheidend.“ In der ersten Halbzeit hatten beide Teams gute Chancen, aber nur der Falkenburger Dominique Streif verwertete eine (22.). Nach der Pause schnürten die Sportfreunde den TVF in dessen Hälfte ein, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Wenn kein Falkenburger klärte, dann trafen die Wüstinger Pfosten oder Latte. Der TVF überzeugte mit einer stabilen Defensive, setzte aber immer wieder auch Nadelstiche durch Konter. SFW-Trainer Florian Neumann ärgerte sich über das Pech seines Teams. Wenn es einmal nicht läuft, „dann kommt halt alles auf einmal zusammen.“

TSV Großenkneten II - TuS Vielstedt 1:2. Der TuS war vom Anfang an hellwach. Er störte die Gastgeber effektiv im Spielaufbau und erzielte schnell zwei Treffer. Christoph Haverkamp verwertete zwei von Florian Ischen getretene Eckstöße per Kopfball und mit einem abgefälschten Schuss (4., 7.). In der Folgezeit blieb der TuS zwar spielbestimmend, versäumte es aber, nachzulegen. Nach der Pause wurde der TSV II deutlich stärker, er bestimmte das Geschehen. Michael Cording erzielte das 1:2 (57.). Selbst eine Rote Karte für Malte Neuberg, nur drei Minuten später, wegen einer Tätlichkeit änderte nichts an der Überlegenheit des TSV II. Gegen die clever verteidigenden Vielstedter gelang ihm aber kein Treffer mehr. TuS-Kapitän Daniel Schan, der Trainer Hans Borchers vertrat, freute sich über den Auswärtssieg und lobte den Gegner: „ Wir haben in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt und endlich mal wieder gepunktet. Großenkneten hat aber eine echt starke Truppe, die das Potenzial zum Klassenerhalt hat.“

KSV Hicretspor Delmenhorst - SC Colnrade 6:9. KSV-Trainer Timur Cakmak musste das Spiel erst einmal verarbeiten: „Sechs Tore reichen nicht für Punkte, was für ein gebrauchter Tag für uns.“ Die Colnrader wussten am Freitagabend die äußeren Umstände clever für sich zu nutzen. Hicretspor bemühte sich um ein offensives Spiel, aber die technisch versierteren Spieler kamen mit den sehr rutschigen Platzverhaltnissen nicht gut zurecht. Der SCC stand tief, um mit hohen, langen Bällen auf die schnellen Spitzen zu kontern. Die Rechnung ging auf, auch weil der Platz laut Cakmak schlecht ausgeleuchtet ist. „Wir haben viele hohe Bälle einfach nicht gesehen und wenn, dann war es zu spät“, erklärte Cakmak.

Die Effektivität des SCC war beeindruckend. Nahezu jeder Konter endete mit einem Tor. Herausragend spielte von Jörg Schliehe-Diecks, der fünf Tore (5., 36., 58., 79., 90.) zum Auswärtssieg beisteuerte. Spielertrainer Sascha Albers traf zweimal (27., 87.). Und wenn es einmal läuft, dann läuft es halt: Alexander Dullin (45.+5) verwandelte aus 40 Metern einen Freistoß, der tückisch aufsetzte, direkt. Patrick Baltasar (51.) zog von der Außenlinie, ebenfalls aus 40 Metern, einfach ab. Der Ball senkte sich hinter Torwart Harun Uzun ins Netz, weil er den Ball zu spät kommen sah. Die sechs Tore für Hicretspor durch Cemil Yildiz (19., 66.), Timur Cakmak (34., 70.) und Hilmi Yavuszan (45.+3, 88.) waren an diesem Abend zu wenig. In der 84. Minute erhielt KSV-Kapitän Harun Yildiz noch Gelb-Rot wegen wiederholtem Foulspiel. Frank Lehnhoff, Spieler und sportlicher Leiter beim SCC, freute sich in aller Bescheidenheit: „Wir haben im Prinzip ganz passabel gespielt.“