Ein Angebot der NOZ

1. Kreisklasse TV Falkenburg will weg vom „Heidewitzka-Fußball“

Von Andreas Bahlmann, Andreas Bahlmann | 16.07.2017, 16:51 Uhr

Der TV Falkenburg will in der 1. Fußball-Kreisklasse mit einem tatdurstigen Trainer Georg Zimmermann die Früchte seines Umbruchs ernten.

Georg Zimmermann ist mittlerweile 63 Jahre alt und seit 26 Jahren Fußballtrainer, man könnte es ihm also nachsehen, wenn sich inzwischen eine gewisse Amtsmüdigkeit eingeschlichen hätte. Gerade befindet sich Zimmermann mit dem TV Falkenburg in der Vorbereitung, einem Verein, der 19 seiner vergangenen 20 Saisons in den Kreisklassen gespielt hat und zuletzt als Siebter der 1. Kreisklasse auch nicht allzu laut an die Tür zur Kreisliga klopfte. Zimmermann allerdings versprüht eine Euphorie, die man nur bewundern kann – bei ihm kribbele es, erklärt der Routinier: „Ich kann jetzt mehr Trainer sein, es geht mehr um Fußball.“

Lieber 2:1 als 5:4

Zuletzt hatte er mit der überalterten Mannschaft einen Umbruch eingeleitet, der sportlich etwas schleppend verlaufen ist. Zimmermann monierte die fehlende Einstellung vieler Spieler, auch die 72 Gegentreffer in 28 Spielen trübten die Laune. „Ich bin ein Verfechter des Offensiv-Fußballs, aber kein Freund eines 4:4 oder 5:4. Ein kontrolliertes 2:1 ist mir lieber als dieser Heidewitzka-Fußball“, sagt er.

In den ersten beiden Testspielen hielten die Falkenburger allerdings ihren Gegentor-Schnitt. Gegen den Bezirksligisten SV Tur Abdin gab es ein 0:3, gegen den Kreisligisten FC Huntlosen ein 2:4, was Zimmermann angesichts der gegnerischen Stärke nicht in die Kategorie „Heidewitzka-Fußball“ einsortierte: „Ich hatte mich bewusst um höherklassige Gegner bemüht. Wir konnten aus diesen Spielen viel lernen.“ Von Tur Abdin wurde seine Mannschaft über weite Strecken in die Defensive gedrängt, Huntlosen lobte Zimmermann als „kompaktes Team, das mit viel Power in die Spitze spielt.“ Im dritten Test bei der A-Jugend des TSV Ganderkesee hofft der Coach am Mittwoch auf etwas mehr Spielkontrolle.

26 Spieler im Kader

Luxuriöse 26 Spieler hat Zimmermann momentan noch im Kader, darunter die neun Neuzugänge Kevin Lumma, Dominique Streif (beide von Hude II), Laszlo Bloch, Marco D’Elia, Maurice Fangmeier (alle Stenum II), Finn Leesch (Bockhorn), Jendrik Lenz (Rethorn), Hauke Bohlen (Detern) und Jan-Niklas Krause (Stenum A-Jugend); über die Saison will er „mit 22 bis 23 konstant arbeiten“. Je mehr, desto besser, findet er denn: „Durch die Konkurrenzsituation brauche ich jetzt nicht mehr Leute mitzuschleppen, die nicht richtig mitziehen. Dadurch bekommen wir mehr Qualität. Es wird spannend, wer sich für die ersten 15 bis 16 Spieler empfiehlt und wer bei 17 bis 23 landen wird.“

Trainingslager im Bergischen Land

In jedem Fall wird sich Ende Juli eine große Falkenburger Delegation ins Bergische Land aufmachen, wo ein dreitägiges Trainingslager stattfindet – bei Zimmermanns Ex-Club VfR Wipperfürth. Zwei Testspiele gegen dortige Clubs sorgen für die sportliche Abwechslung. Zimmermann ist die Vorfreude auf die Rückkehr in die alte Heimat anzumerken – und natürlich auf die Saison, in der ein Platz unter den ersten Fünf angepeilt wird.