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1. Pokalrunde Das Zittern der Außenseiter im Kreispokal

Von Daniel Niebuhr | 31.07.2015, 09:00 Uhr

Kickers Ganderkesee, Rethorn und Co. ist vor dem Fußball-Kreispokal leicht mulmig. Die kleinen Vereine kassieren in der ersten Runde oft heftige Packungen.

Irgendwo im Schützenhof Kirchhatten saß Dennis Müller und ärgerte sich. Vorne wurden während einer Tagung des Fußball-Kreises Mitte Juni die Erstrundenspiele des Pokals ausgelost, und dieser traditionell kritische Moment für Borussia Delmenhorst brachte für Müllers Verein wieder keine guten Nachrichten. Bezirksliga-Absteiger Ahlhorner SV heißt der Gegner, dem sich Müllers Borussia am Sonntag stellen muss – „man hätte sich eher einen machbaren Gegner gewünscht“, stöhnte der Obmann.

Borussia hofft auf viel Publikum gegen Ahlhorn

Es wird also wieder das alte Spiel für die Borussia: möglichst einstellig bleiben und möglichst ein Tor schießen, mehr wird für den Nachrücker in die 2. Kreisklasse wohl auch dieses Mal nicht drin sein. Die Delmenhorster sind in Sachen Pokal wahrlich gebrannte Kinder, der kleine Verein bezog regelmäßig Prügel: 0:11 gegen den Delmenhorster TB, 0:9 gegen den SV Atlas, 0:18 gegen den TSV Ganderkesee und ein 2:7 gegen Atlas II sind die letzten vier Ergebnisse. „Ich sehe die Sache aber positiv“, sagt Trainer Stefan Giese. „Vielleicht kommen gegen einen namhaften Gegner wie Ahlhorn ein paar Leute mehr und essen bei uns eine Bratwurst. Ich hoffe, das Ergebnis bleibt im Rahmen.“

Kickers Ganderkesee mit 34 Gegentoren in den letzten zwei Pokalspielen

Anderen Vereinen dürften vor dem Pflichtspielstart am Wochenende die Knie noch etwas heftiger schlottern. Für etliche Underdogs verheißt die Auslosung auch dieses Mal nichts Gutes. Der FC Hockensberg zum Beispiel erlebte vor zwei Jahren ein 0:17 gegen den TuS Heidkrug und muss am Sonntag gegen den TuS Hasbergen ran; die Kickers Ganderkesee, die wie Hockensberg aus der 4. Kreisklasse kommen und Gastgeber für den TuS Vielstedt sind, verloren zuletzt 0:12 gegen Hasbergen und 0:22 gegen den Harpstedter TB.

Rethorn will unter 20 bleiben

Die größte Anspannung herrscht aber bei einem Rückkehrer: Der SV Rethorn, einziger Teilnehmer aus der 5. Kreisklasse, trifft in seinem ersten Pflichtspiel nach sechs Jahren auf den Kreisligisten SV Achternmeer, der eigentlich Gegner der Roten Teufel sein sollte – doch der Inklusionsverein verzichtete aus Angst vor einer Klatsche. Die hat Rethorn auch, das jüngste 3:13 im Testspiel gegen Hasbergen III aus der 2. Kreisklasse hat nicht unbedingt zur Beruhigung beigetragen. „Gewinnen können wir eigentlich nicht. Ich will aber nicht mit 20 Stück vom Platz gehen“, sagt Rethorns Klubchef Gerd Hillmann.

Ernste Chancen aufs Weiterkommen hat vermutlich keiner der Außenseiter. Seitdem die Kreise Oldenburg-Land und Delmenhorst ihren Pokal zusammen ausspielen, hat es nur ein Klub aus der 2. Kreisklasse oder tiefer ins Achtelfinale geschafft: Der Adelheider TV, der am Sonntag als SG Adelheide/Jahn auf Atlas II trifft, bezwang im vergangenen Jahr Hockensberg mit 3:1 und hatte danach ein Freilos. Das Achtelfinale machte aber wenig Spaß: Es gab ein 2:9 gegen Achternmeer.

Los geht der Pokal am Freitagabend mit den Spielen SG Döhlen/Großenkneten gegen dem SC Solnrade und dem ersten Kracher: TV Munderloh gegen Rot-Weiß Hürriyet.