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1:0 im Finale gegen Wildeshausen SV Atlas gewinnt Blitzturnier beim Ahlhorner SV

Von Frederik Böckmann, Frederik Böckmann | 08.07.2017, 21:50 Uhr

Vier Spiele, vier Siege, 16 Tore geschossen und kein Gegentor kassiert: Die Oberliga-Fußballer des SV Atlas Delmenhorst haben am Samstag das gut besetzte Blitzturnier beim Ahlhorner SV gewonnen.

Trainer Jürgen Hahn klatschte jeden seiner Schützlinge ab, Teammanager Bastian Fuhrken klopfte den Akteuren zufrieden auf die Schulter und die Spieler nahmen den Siegerpokal jubelnd entgegen: Als das Fußball-Blitzturnier beim Ahlhorner SV am Samstag um kurz nach 18 Uhr beendet war, war die Stimmung beim SV Atlas gut. Ja, es war nur ein Turnier. Ja, die erste Woche der Vorbereitung war gerade erst absolviert. Doch alle Verantwortlichen des Oberliga-Aufsteigers hakten den Auftritt beim Kreisligisten mit diesem Gefühl ab: nämlich einem äußerst guten.

„Der Eindruck nach der ersten Trainingswoche ist sehr positiv. Das war ein gelungener Auftakt in die Vorbereitung“, sagte Hahn. Sein Team habe die sehr ordentliche Leistung vom Testspiel gegen die eigene Reserve am Donnerstag (9:1) bei diesem Turnier fortgesetzt. Im Finale gegen den Bezirksligisten VfL Wildeshausen setzten sich die Blau-Gelben dank eines Treffers von Simon-Josef Matta mit 1:0 durch. Das Siegtor gegen den Dauerrivalen der vergangenen Jahre war der vielleicht schönste Atlas-Treffer im gesamten Turnier. Einen Diagonalpass von Dennis Janssen flankte Lars Scholz direkt auf Matta, der den Ball per Kopf in das Tor von VfL-Keeper Sebastian Pundsack wuchtete.

Marcel Bragula ärgert sich über Endspielniederlage

„Das Endspiel war eine reine Willenssache“, fand Hahn nach den 1x40 Minuten, in denen Atlas zwar mehr Ballbesitz hatte, das Chancenverhältnis aber nahezu ausgeglichen war. Bei zwei Alleingängen hätte der von der Atlas-Abwehr kaum zu stoppende Maximilian Seidel für Wildeshausen treffen müssen. Doch SVA-Torwart David Lohmann parierte beide Male großartig. Auf der Gegenseite verpassten Mark Spohler und Marco Prießner weitere Tore für die Delmenhorster. Dennoch: „Das Endspiel dürfen nicht verlieren“, fand Bragula – und lag mit dieser Einschätzung sehr richtig.

Atlas war mit nahezu vollständigem Kader nach Ahlhorn gereist. Nicht mit dabei war Neuzugang Bastian Kmiec. Der Linksverteidiger war im Testspiel gegen die Zweite in eine Absperrung reingerutscht und hatte sich leicht am Knie verletzt. Sobald die Fäden in zehn Tagen gezogen sind, kann der ehemalige polnische Junioren-Nationalspieler wieder das Training aufnehmen. Außerdem fehlten nur Florian Urbainski (Pause), Hanno Hartmann (Urlaub) und der Langzeitverletzte Thore Sikken (Kreuzbandriss).

Sehenswerte Freistoßtore von Musa Karli und Patrick Degen

Der breite Atlas-Kader ermöglichte es Hahn, in allen vier Spielen nahezu die komplette Elf auszutauschen (siehe Statistik). Das erste Gruppenspiel gegen Bremen-Ligisten VfL 07 gewann der spielfreudige SVA locker und leicht mit 7:0. Die Tore erzielten Musa Karli, Marco Prießner (2), Nick Köster, Patrick Degen (2x) und Matta. Vor allem die direkten Freistoßtore von Karli (butterweich) und Degen (knallhart) waren sehenswert.

Im zweiten Gruppenspiel beim 6:0 gegen den Fusionsligisten SW Oldenburg stockte der Atlas-Motor zunächst – auch, weil Atlas oft im Abseits stand. Als der SVA den Ball schneller laufen ließ, fielen dann auch zwangsläufig die Tore durch Dennis Janssen, Dominik Entelmann (Foulelfmeter), Steven Müller-Rautenberg, Scholz, Kevin Radke und Dennis Metzing.

Packende Partie zwischen SV Atlas und VfL Oldenburg

Richtig Feuer war dann im Halbfinale gegen den künftigen Oberliga-Rivalen VfL Oldenburg drin. Atlas gewann die packende Partie durch Tore von Entelmann (klasse Vorarbeit von Oliver Rauh) und Müller-Rautenberg (Kopfball) mit 2:0. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, es gab auch einige giftige Zweikämpfe. Nach einem Foulspiel von Köster wegen eines Ellbogeneinsatzes kochten die Emotionen vor allem bei VfL-Trainer Dario Fossi hoch, der Köster Absicht unterstellte. „Sei froh, dass ich nicht auf dem Platz stehe“, fauchte Fossi in Richtung Köster, der Gelb sah und daraufhin von Atlas-Trainer Hahn ausgewechselt wurde. Den Sieg für die Blau-Gelben hielt bei drei starken Paraden auch Torwart Edgar Kary fest. Außerdem klatschte ein Freistoß von Karli noch an den Pfosten.

Hahn wollte nach dem Turnier niemanden hervorheben: „Alle Spieler ziehen super mit“, sagte der SVA-Coach. Die Integration der Neuzugänge bezeichnete er bereits jetzt als „sehr, sehr gut“ und betonte lächelnd: „Es hat den Anschein, es wenn sie schon länger bei uns spielen würden.“ Von den Neuzugängen gefielen vor allem Rauh als Rechtsverteidiger und Köster als Antreiber im zentralen Mittelfeld. Auffällig war auch die beeindruckende Frühform des pfeilschnellen Rechtsaußen Lars Scholz. „Er ist wieder eine richtig Granate geworden“, fand Marcel Bragula.

Maxi Seidel und Sacha Görke überzeugen beim VfL Wildeshausen

Der VfL-Trainer selbst war mit dem Auftritt seiner Mannschaft sehr zufrieden. „Davor kann ich nur den Hut ziehen.“ Wildeshausen war nach Gruppensiegen gegen Oldenburg (2:0) und Gastgeber Ahlhorn (2:0) und einem Halbfinalerfolg gegen VfL 07 Bremen (5:0) ebenfalls souverän ins Halbfinale eingezogen. Vor allem die Partie gegen Oldenburg war stark. „Da hätten wir 4:0 gewinnen können“, betonte Bragula. Aus dem starken VfL-Kollektiv ragten der wieselflinke Seidel und Spielgestalter Sascha Görke heraus. „Sie haben gezeigt, dass sie in diesem Jahr Leistungsträger sein müssen“, freute sich Bragula.

Einen Wermutstropfen gab es für ihn aber doch: Kevin Kari verletzte sich im Endspiel gegen Atlas nach einem Zusammenprall und zog sich einen Armbruch zu. Die Folge: sechs bis sieben Wochen Pause.