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1:2 beim SV Bad Bentheim VfL Wildeshausen steigt aus der Landesliga ab

Von Frederik Böckmann, Barbara Adams | 14.05.2017, 21:26 Uhr

Der VfL Wildeshausen ist nach einem 1:2 (0:0)-Niederlage beim SV Bad Bentheim aus der Fußball-Landesliga abgestiegen.

Als der Abstieg aus der Landesliga faktisch besiegelt war, wollte Marcel Bragula eigentlich nicht über seine Gefühlswelt sprechen. Der Fußball-Trainer des VfL Wildeshausen ließ dann aber doch ein wenig in sein Seelenleben blicken – und man spürte, wir sehr ihn der Abschied aus der sechsthöchsten Klasse Deutschlands nach zwei Spielzeiten traf. „Das tut schon alles sehr weh. Der VfL Wildeshausen ist nicht irgendeine Station in meiner Trainerlaufbahn. Wildeshausen – das ist mein Verein“, stammelte Bragula. Seine Mannschaft hatte soeben eine einmal mehr bittere 1:2 (0:0)-Niederlage beim Mitabsteiger SV Bad Bentheim kassiert.

Damit steht Wittekind zu 99 Prozent als vierter Absteiger neben Pewsum, Voxtrup und eben Bad Bentheim fest. Die sechs Punkte Rückstand auf den Fünftletzten VfL Oythe sind bei noch zwei Spielen zwar theoretisch aufholbar. Aber: Oythe hat noch ein Nachholspiel am Mittwoch gegen den SC Melle in der Hinterhand und zudem das weit bessere Torverhältnis (+3) gegenüber Wildeshausen (-21). Sollte es zu fünf Absteigern kommen, wäre bereits alles klar. Bragula wollte sich mit diesen Rechnenspielchen nicht beschäftigen. Er stellte in seiner kurzen Saisonanalyse fest: „Wir sind zu Recht abgestiegen. Uns fehlt die Qualität im Torabschluss.“

VfL Wildeshausen vergibt zu viele Großchancen

Denn der Auftritt in der Grafschaft Bentheim war ein Spiegelbild vieler Begegnungen in der Saison und vor allem der vorherigen Schlüsselspiele gegen den TuS Pewsum (1:1) und TSV Oldenburg (2:3), als sich die Wildeshauser im Auslassen von besten Torchancen übertrafen. „Wir haben wieder acht bis zehn Hochkaräter vergeben. Das war katastrophal“, haderte Marcel Bragula nach dem Schlusspfiff.

Um andere Akzente zu setzen, verzichtete der VfL-Coach in der Startformation auf seine drei Angreifer Lennart Feldhus, Rene Tramitzke und Andreas Lorer. Stattdessen spielten Jan Lehmkuhl und Maximilian Seidel vorne. Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit mit mehreren Möglichkeiten auf beiden Seiten, übernahm der VfL in Hälfte zwei das Kommando. Die Gäste dominierten, drückten und gingen hochverdient durch ein kurioses Eigentor in Führung: Nach einem Pressschlag mit Jan Lehmkuhl segelte eine Bogenlampe von Bad Bentheims Lando Kiewitt aus 16 Metern ins Tor der Gastgeber (74.).

Kuriose Führung, unnötige Gegentore

Vor und nach der Führung hätte Wildeshausen weitere Treffer erzielen müssen. Diese Fahrlässigkeit im Umgang mit den eigenen Möglichkeiten wurde dem VfL in der Schlussphase zum Verhängnis. Erst glich Rene Lange nach einem Konter nach einer VfL-Ecke (!) per 16-Meter-Schuss zum 1:1 aus (86.). Wenig später fiel ein Freistoß aus dem Halbfeld Hendrik Horstjann vor der Füße, der zum 2:1 für Bad Bentheim traf (88.).