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1200 Zuschauer beim Saisonstart SV Atlas enttäuscht trotz Niederlage nicht

Von Klaus Erdmann | 07.08.2016, 21:55 Uhr

Gegen den SV Bad Rothenfelde zeigt Landesliga-Aufsteiger SV Atlas trotz der 1:3-Niederlage eine gute Leistung. 1200 pilgern zum Start ins Stadion.

Thomas Mutlu hat unmittelbar nach dem Abpfiff den Kopf geschüttelt. „Wir schlafen zwei Minuten...“, meinte der Fußballer des SV Atlas nach dem 1:3 (0:0) gegen den SV Bad Rothenfelde. Damit traf er den Nagel auf den Kopf, denn der Aufsteiger zeigte gegen den „Rückrundenmeister“ einen guten Auftritt. Delmenhorst agierte eine Stunde lang gleichwertig, zwischen der 30. und 45. Minute sogar überlegen und machte dem Gegner das Leben schwer. In wichtigen Phasen jedoch, und das war entscheidend, ging man nicht konzentriert genug zu Werke. Verantwortliche und Spieler werden aus dieser Auftaktpartie sicherlich ihre Lehren ziehen. Fazit: Bei den Fans punktete Atlas trotz der Niederlage. Nach einer imponierenden Choreografie, die der Bock H inszenierte, erlebten die rund 1200 Zuschauer ein interessantes Treffen.

Rothenfelde ein starker Gegner

Dabei wurden die Unterschiede zwischen Landes- und Bezirksliga schnell deutlich: Ging es in der letzten Saison für die weitaus meisten Gäste im Stadion nur darum, die Niederlage in Grenzen zu halten, so stellte sich mit Bad Rothenfelde ein Kontrahent vor, der sich nicht versteckte und das Offensivspiel nicht vernachlässigte. Und: Der Atlas-Kontrahent, der mit Willi Stenke nur einen Stammspieler verlor, bot Akteure auf, die einander bestens kennen und die über eine gehörige Portion Selbstbewusstsein, das sich aus der hervorragenden Rückrunde speist, verfügen. Das sollte man berücksichtigen, wenn man das 1:3 des SVA analysiert.

Neuzugang Degen trifft für Atlas

Atlas – mit Florian Urbainski im Tor und Tom Witte in der Innenverteidigung – kam zur ersten Möglichkeit, doch ein Kopfball von Iman Bi-Ria verfehlte das Ziel (3.). Eine Minute später wurde ein Schuss des Bad Rohenfelders Artöm Pfannenstiel abgefälscht und in der 11. Minute setzte Musa Karli einen Distanzschuss neben das Gehäuse. Gästespieler Pablo Andrade Gregorio scheiterte in der 24. Minute am Außenpfosten. Die bis zu diesem Zeitpunkt beste Gelegenheit ließ Bi-Ria in der 34. Minute ungenutzt verstreichen: Nachdem Patrick Degen in Felix Zimmermann, aufmerksamer Torwart der Bad Rothenfelder, seinen Meister gefunden hatte, verfehlte der Torjäger das Ziel aus wenigen Metern.

Hahn: Müssen daraus lernen

Wie aus heiterem Himmel traf Torsten Kuhlmann zum 0:1 (59.). Dabei griff der SVA, einschließlich Urbainski, nicht entschlossen genug ein. Der Treffer zeigte Wirkung: Nur knapp eine Minute später stand Torjäger Tardeli Malungu frei und netzte ein. Das 1:2 durch Patrick Degen, der nach einer Kopfballvorlage von Dominik Entelmann zulangte (62.), ließ wieder Hoffnung aufkeimen, doch acht Minuten später beendete Kevin Herbermann eine gelungene Kombination mit dem 1:3 (70.). Eine Minute später traf Malungu den Außenpfosten, ehe Keeper Zimmermann in der 74. Minute das Duell gegen Lars Scholz gewann.

Atlas-Cheftrainer Jürgen Hahn, der mit Degen und Dennis Janssen zwei überzeugende Neuzugänge präsentierte, und der im 95. Punktspiel mit Atlas erst die fünfte Niederlage kassierte, meinte: „Wir haben eine Stunde lang ein sehr, sehr gutes Spiel gezeigt. Nach dem 0:1 waren wir geschockt und ungeordnet. Unkonzentriertheiten werden in dieser Liga sofort bestraft. Daraus müssen wir lernen.“

„Der Sieg ist auch in der Höhe verdient. Die zweite Hälfte haben wir dominiert“, sagte SVR-Trainer Günter Baerhausen und lobte die Gastfreundschaft der Delmenhorster.