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13 neue Spieler SV Atlas will die Reserve endlich vorzeigbar machen

Von Daniel Niebuhr | 05.08.2016, 10:01 Uhr

Der SV Atlas investiert eine Menge, um die Baustelle in der zweiten Mannschaft zu schließen. Nach dem peinlichen Ende der Vorsaison holen die Delmenhorster 13 neue Spieler und zwei neue Trainer.

Falls noch jemand nicht wusste, dass in der zweiten Mannschaft des SV Atlas einiges im Argen liegt, lieferten die Delmenhorster Anfang Juni noch einmal ein trauriges Beispiel. Der letzte Spieltag in der 1. Fußball-Kreisklasse stand an, die vor der Saison massiv verstärkte Atlas-Reserve hatte noch Chancen auf das Aufstiegsspiel, trat dann aber zum Saison-Finale aus Personalnot nicht an. Die Konkurrenz war empört, die Vereinsspitze peinlich berührt und der eigene Anhang schäumte.

Herrmann und Schlundt sollen Baustelle schließen

Man kann nicht behaupten, dass dieser große Knall schon verhallt wäre, Atlas arbeitet aber zumindest daran, dass es der letzte bleibt. Der Delmenhorster Vorzeigeclub hat die Zweite mal wieder umgebaut, 13 neue Spieler und zwei neue Trainer verpflichtet – alle natürlich mit einer imposanten Vita – und hofft nun, dass das vom VfL Stenum II geholte Duo Steven Herrmann und Sven Schlundt die Dauerbaustelle endlich schließen kann. Die beiden jungen Trainer sind schon einmal angemessen beeindruckt vom Umfeld, Herrmann nennt Atlas einen Verein, „der zuletzt viel richtig gemacht hat“.

Große Fan-Unterstützung

Weil der Name Atlas inzwischen verpflichtet, ist die Landesliga-Reserve in der am Freitagabend startenden 1. Kreisklasse praktisch automatisch der erste Aufstiegsanwärter und „die Mannschaft, die alle schlagen wollen“, wie Herrmann sagt: „Da ist auch viel Neid dabei, den man sich erarbeitet hat.“ Und der nicht ganz unberechtigt ist: Sein Kader – unter anderem mit den aus Polen gekommenen Kamil Ploskonka und Jakub Juraszek und etlichen ehemaligen Bremen- oder Bezirksliga-Spielern – sucht in der Liga ebenso seinesgleichen wie das Engagement der Fans, die teilweise mit mobiler Sprecheranlage auflaufen.

Sonntag Derby auf dem Hauptplatz

Am Sonntag dürfte es ab 12 Uhr auf dem Stadion-Hauptplatz zum ersten Ligaspiel gegen den Delmenhorster TB voll werden; viele, die die Landesliga-Elf drei Stunden später gegen den SV Bad Rothenfelde sehen wollen, werden sich beim Stadtderby der Zweiten schon einsingen.

Dass Atlas naturgemäß ein Verein mit vielen Nebengeräuschen ist, gehört für Schlundt und Herrmann ebenso dazu wie die Rolle, die die Konkurrenz ihrer Elf aufdiktiert. „Die anderen sehen uns als Favorit, doch das lehnen wir gar nicht ab“, sagt Herrmann, um den Druck aber gleich wieder etwas abzuschwächen: „Man darf nicht vergessen, dass wir über die Kreisklasse reden, diese Liga ist nicht so gläsern wie die Bundesliga. Ich kann gar nicht alle Gegner kennen und die Kräfteverhältnisse gar nicht bis ins Letzte beurteilen.“

Gemeinsames Training mit der Ersten

Die Vereinsführung ist bemüht und verordnete paralleles Training von erster und zweiter Mannschaft, was für beide bereits Vorteile bracht. Neben gemeinsamen Inhalten ist das besonders die Botschaft, dass man sich gegenseitig braucht. „Wir profitieren vom Erfolg der ersten Mannschaft. Und sie profitiert von uns“, sagt Herrmann. Er und sein Trainerkollege werden daran weiter arbeiten.